Lust auf neues Leben
Checkliste zur Vorbereitung auf eine gesunde Schwangerschaft
Sie wünschen sich ein Kind und möchten schwanger werden. Viele Gedanken gehen Ihnen jetzt durch den Kopf und im Bauch wirbeln Schmetterlinge. Unsere Checkliste hilft Ihnen bei den Vorbereitungen. Das macht Spaß und hilft, unnötige Sorgen während der Schwangerschaft zu vermeiden.
Rundum fit
So richtig gesund leben, das wollten Sie schon immer für sich tun. Jetzt, wo Sie schwanger werden wollen, haben Sie die richtige Motivation!
| Wenn Sie im Moment keinen Sport treiben, fangen Sie mit leichtem Fitness-Training an. Fit und beweglich fallen Schwangerschaft und Geburt leichter. Neuralgischer Punkt: Der Rücken. Der dicke Bauch und später die Stillzeit beanspruchen ihn besonders stark. | |
| Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab - beide. Rauchen verringert die Fruchtbarkeit und schadet dem Ungeborenen erheblich. Passivrauchen ist mindestens so schädlich wie selber zu rauchen. Damit schützen Sie auch später Ihr Baby. Rauchende Eltern sind einer der größten Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod! | |
| Das abendliche Glas Wein oder Bier wird abgeschafft. In der Schwangerschaft ist Alkohol ganz tabu, er kann zu Fehlbildungen des Ungeborenen führen. Und auch vor der Empfängnis zählt Alkohol zu den Genussgiften ohne ist besser. Die Lebensfreude muss dabei nicht auf der Strecke bleiben wie wäre es stattdessen mit Bananen- oder Maracujasaft? | |
| Entspannen und Genießen. Alltagsstress und Sorgen belasten den Körper. Nehmen Sie sich regelmäßig eine Auszeit. Vielleicht ein warmes Bad am Freitagabend, schöne Musik und ein gutes Buch oder eine gemütliche Schmusezeit zu zweit. Solche Ruhezeiten sind in den kommenden Jahren der wahre Himmel warum nicht schon jetzt darin schweben? | |
| Eine gesunde Ernährung mit viel frischen Zutaten und Mineralstoffen ist allen zu empfehlen. Auch wenn Sie bereits ausgewogen essen, sollten Sie trotzdem zusätzlich Folsäure einnehmen, pro Tag 0,4 mg. Wichtig ist, rechtzeitig vier Wochen vor Eintritt einer Schwangerschaft damit anzufangen und in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen weiterzumachen. Damit beugen Sie dem „Offenen Rücken“ beim Baby vor. Achten Sie außerdem auf eine ausreichende Jodversorgung. |
Tipps
Baby kommt nicht?
Immer mit der Ruhe! Ist die Entscheidung für ein Kind erst einmal
gefallen, können viele Paare es kaum abwarten. Nach einem halben
Jahr kommen dann schon mal Zweifel auf sind wir unfruchtbar?
Besprechen Sie solche Ängste mit Ihrem Partner, bevor
Sexualität und Partnerschaft darunter leiden. Und vor allem,
setzen Sie sich nicht selbst unter Druck! Frühestens nach einem
Jahr ohne Wunschkind besteht Anlass zum Arzt zu gehen, sie können
sich ruhig auch 2 Jahre Zeit lassen. Übrigens, die Ursache
für einen unerfüllten Kinderwunsch kann beim Mann oder bei
der Frau liegen.
Jobwechsel
Ob Sie gerade einen konkreten Kinderwunsch haben, geht Ihren neuen
Chef nichts an. Sagen Sie also im Bewerbungsgespräch guten
Gewissens „Nein“.
Rundum gesund
Während der Schwangerschaft können einige Vorsorgen
nicht mehr durchgeführt werden. Deshalb: Jetzt zum
Gesundheits-Check!
| Impf-Check. Sind seit der letzten Impfung gegen Diphtherie und Tetanus 10 Jahre vergangen, steht eine Auffrischimpfung an. Seit 2009 wird empfohlen bei der Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie zusätzlich noch gegen Keuchhusten zu impfen . Nutzen Sie die Gelegenheit, um mit Ihrem Arzt auch über andere Impfungen zu sprechen. Vielleicht möchten Sie in der Grippe-Saison vor Influenza geschützt sein, die echte Virusgrippe ist für Schwangere besonders gefährlich. | |
| Test auf Röteln-Immunität. Eine Rötelninfektion in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft kann beim Ungeborenen Linsentrübung mit Blindheit, Innenohrschäden (Taubheit), Herzfehler und einen zu kleinen Kopf mit schwersten körperlichen und geistigen Behinderungen verursachen. Fehlgeburten sind möglich. Auch Infektionen in der späteren Schwangerschaft können Organschäden verursachen. In Deutschland sind viele Kinder nur unvollständig gegen Röteln geimpft, in der Schwangerschaft ist die Impfung nicht mehr möglich. | |
| Test auf Windpocken-Immunität. Erkrankt eine Frau in den ersten 19 Wochen einer Schwangerschaft, kann es beim Ungeborenen zu schweren Fehlbildungen etwa an Haut (Narben), Augen oder Gehirn kommen. Erkrankt die Schwangere 5 Tage vor bis 2 Tage nach der Entbindung kommt es zu schweren Erkrankungen des Neugeborenen und 30% der Kinder sterben. Etwa 3 bis 4% aller Frauen im gebärfähigen Alter sind nicht immun. In der Schwangerschaft ist die Impfung nicht mehr möglich. | |
| Pertussis-Immunität. Jedes Jahr müssen mehrere Hundert Babys wegen Keuchhusten ins Krankenhaus. Sogar bei einem Teil der Fälle von plötzlichem Kindstod konnte Keuchhusten als Ursache nachgewiesen werden. Angesteckt werden die Säuglinge oft von ihren nächsten Verwandten, die nichts von ihrer Infektion wissen. Eine Mutter gibt ihrem Kind keinen Nestschutz gegen Keuchhusten mit und bevor der Impfschutz laut Impfplan aufgebaut ist, vergehen rund fünf Monate. Deshalb sollten sich alle jungen Paare und ihre Familien gegen Keuchhusten impfen. Angesprochen sind Oma, Opa, Mama, Papa, Geschwister und andere enge Kontaktpersonen des Babys. Die Mutter wird vor der Empfängnis geimpft, alle anderen spätestens vier Wochen bevor das Baby zur Welt kommt. Hat jemand den Termin verpasst oder hatte es das Baby besonders eilig, kann notfalls noch in den Tagen nach der Geburt geimpft werden. | |
| Toxoplasmose. In der Schwangerschaft kann eine Toxoplasmose zu Fehlgeburten oder körperlichen und geistigen Schäden beim Kind führen. Auch Spätfolgen am Zentralnervensystem oder an den Augen sind bekannt. Frauen, die nicht immun sind, sollten sehr vorsichtig im Umgang mit Katzen sein, keinen Katzenkot berühren, in die Gartenerde nur mit Handschuhen fassen, rohes oder ungenügend erhitztes Fleisch und Fleischprodukte wie Tatar und Mett meiden. Die Ergebnisse eines Toxoplasmose-Tests sind im Einzelfall schwer auszuwerten. Auf Nummer sicher geht, wer einfach diese Tipps beachtet. | |
| Größere Operationen werden in der Schwangerschaft vermieden. Deshalb alle planbaren Eingriffe, die mit Röntgen und Narkose verbunden sind, vorher erledigen. Nicht vergessen: den Zahnarzt. Damit eben nicht „Jedes Kind einen Zahn kostet“. | |
| Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, schauen Sie einmal in den Beipackzettel, ob diese in der Schwangerschaft und Stillzeit zugelassen sind. Wenn nicht, kann noch in Ruhe umgestellt werden. |
Letzte Aktualisierung: MK 15.06.2010


