

Nebenwirkungen
"Wird es meinem Kind auch gut gehen?" "Tue ich hier
wirklich das richtige?" Solche oder ähnliche Gedanken kommen
eigentlich allen Eltern, wenn sie ihren gerade mal zwei Monate alten
Säugling impfen lassen – zumal der Protest des kleinen
Patienten manchmal unüberhörbar ist.
Diese Gefühle sind ganz normal, schließlich sorgen Sie
sich als Eltern Tag und Nacht um das neue Leben in Ihrer Mitte, und zu
Beginn seines Aufenthaltes auf dieser Welt ist es ganz besonders
schutzbedürftig.
Impfungen gehören zu den am besten verträglichen
Medikamenten überhaupt. Ob und – wenn ja – welche
„Nebenwirkungen“ eine Impfung haben kann und wie Sie sich
im Verdachtsfall am besten verhalten, erläutern wir Ihnen in
diesem Abschnitt.
Was sind Nebenwirkungen?
Jedes Medikament – und so auch Impfstoffe – kann
„Nebenwirkungen“ haben. Es ist jedoch ein Unterschied, ob
ich eine Schmerztablette (z.B. Aspirin) nehme und mich daran durch
Zufall verschlucke oder ob das Medikament bei mir Magenschmerzen und
kleine Magenblutungen auslöst. Nur die Magenbeschwerden sind
echte, für das Medikament typische Nebenwirkungen, nicht das
Verschlucken.
Bei Impfstoffen sind solche echten Nebenwirkungen selten:
| Krankheit/ Impfstoff |
Symptom |
Häufigkeit nach Impfung |
Häufigkeit bei Krankheit |
| Masern |
Enzephalitis
(Hirnentzündung) |
0 |
ein Fall auf 500 bis 10.000
Erkrankungen (je nach Alter der Erkrankten) |
| Mumps |
Hodenentzündung |
0 |
ein Fall auf vier erkrankte
Jugendliche oder Erwachsene |
| Röteln |
Gelenkschmerzen |
Bis zu 25 Fälle auf 100
erwachsene Frauen |
bis zu 70 Fälle auf 100
Erwachsene |
| Poliomyelitis |
Lähmung |
0 (Totimpfstoff) früher:ein
Fall auf 4,4 Millionen (Schluckimpfstoff) |
ca. ein Fall auf 100–1000 je nach
Polio–Virus |
Nach der Impfung
In den ersten beiden Tagen nach einem Impftermin kann es gut sein,
dass Ihr Kind an der Impfstelle „empfindlich“ ist und
eventuell sogar Schmerzen hat. Eventuell ist die Stelle etwas
gerötet. Auch leichtes Fieber kommt in den ersten beiden Tagen
nach einer Impfung öfter vor. Alle diese Beobachtungen sind ganz
normal, meist handelt es sich um eine Impfreaktion.
Nach der Aufregung des Arztbesuches kann Ihr Säugling auch
plötzlich einschlafen oder ist im Gegenteil sehr aufgekratzt.
Sie sollten den Gesundheitszustand Ihres Kindes nach einer Impfung
ebenso beurteilen wie auch sonst ohne Impfung. Immer wenn Sie
ungewöhnliche Krankheitszeichen beunruhigen, nehmen Sie Kontakt
zu Ihrem Arzt auf. Wenn z.B. Fieber auftritt und nicht am zweiten Tag
abklingt oder wenn es mehr als 39°C beträgt oder etwa
Durchfall hinzukommt. Die Behandlung einer Krankheit darf nicht
verzögert werden, weil sie versehentlich für eine
Impfreaktion gehalten wird.
Impfreaktion
Die Impfung SOLL im Körper eine Reaktion auslösen.
Schließlich schützt sie in abgeschwächter Form vor
einer schweren, oft sogar lebensgefährlichen Krankheit. Der
Impfstoff hat dabei die Aufgabe, die Abwehr des Körpers auf sich
aufmerksam zu machen. Die abgeschwächten, abgetöteten,
gespaltenen oder nur in Bruchstücken enthaltenen Impfkeime sind
oft für unser Immunsystem wenig interessant, um beachtet zu
werden. Deshalb werden einigen Impfstoffen Substanzen (Adjuvanzien)
beigemischt, die die Abwehrkräfte aufmerksam machen, ansonsten
aber nicht schaden. Nur wenn die körpereigene Abwehr aktiv wird,
sind wir in Zukunft vor schwerer Krankheit geschützt. Als Zeichen
dieser Aktivitäten kann es zu einer roten, geschwollenen oder
auch druckempfindliche Impfstelle kommen; manchmal bekommt Ihr Kind
Fieber. Nach zwei Tagen ist der Spuk aber wieder vorbei.
Die Mediziner sprechen von "Impfreaktionen". Als
Faustregel kann man sagen, dass sie etwa bei 10 Prozent aller
Geimpften auftreten.
Was ist mit Allergien?
Allergien nehmen zu und Sie als Eltern möchten natürlich
alles tun, um Ihrem Kind dieses Leiden zu ersparen. Wir haben gute
Nachrichten für Sie:
Es gibt keine Belege dafür, dass Impfstoffe Allergien wie
Asthma oder Neurodermitis hervorrufen. Eher scheint das Gegenteil der
Fall zu sein: Mehrere Studien haben gezeigt, dass in der ehemaligen
DDR, wo sehr viel geimpft wurde, deutlich weniger Allergien auftraten
als im ehemaligen Westdeutschland, wo weitaus weniger geimpft wurde.
Heuschnupfen, Hausstauballergie, Milchunverträglichkeit, alle
diese häufigen Allergien spielen beim Impfen keine Rolle. Ebenso
sprechen weder eine Hühnereiweiß–Allergie noch eine
Allergie gegen Formaldehyd bei den meisten heute verwendeten
Impfstoffen grundsätzlich gegen eine Impfung. Vorsicht geboten
ist nur, wenn Ihr Kind an einer schweren nachgewiesenen
Hühnereiweiß–Allergie leidet (seine Zunge und Lippen
schwellen an, wenn sie mit Ei in Berührung kommen). Dieser Typ
Allergie ist jedoch sehr selten. Die Impfungen gegen Gelbfieber,
Influenza (Virusgrippe), FSME und ein bestimmter Typ von
Tollwut–Impfstoff sollten dann nicht gegeben werden. Sie sollten in
diesem Fall mit Ihrem Impfarzt Rücksprache halten.
Auch wenn eine durch einen Arzt bestätigte Allergie gegen Antibiotika
vorliegt, sollten Sie vor einer Impfung mit Ihrem Arzt darüber
sprechen.
Eine Studie bei Erwachsenen hat ergeben, dass schwere allergische
Reaktionen (Anaphylaxie) auf Bestandteile eines Impfstoffs nur in
einer Größenordnung von einer Reaktion auf 300.000 Geimpfte
auftreten; solche schweren Reaktionen sind somit eine Rarität.
Sie setzen in der Regel sofort nach der Injektion ein oder innerhalb
der ersten Stunde.
Nichts mit Allergien zu tun hat das "Umkippen" nach einer
Impfung, wie es z.B. bei Reihenimpfungen in der Schule beobachtet
wird. Große Angst vor der Injektion oder langes Warten im Stehen
sind mögliche Auslöser.
Mangelnde Impftechnik
Irren ist menschlich – Fehler machen auch. Im Prinzip kann
sich immer, wenn ein Arzt eine Spritze verabreicht, die Stelle in
Folge einer schlechten Technik entzünden ("Abszess")
auch Blutungen oder Verletzungen z.B. eines Nerven sind möglich.
Wenn Diphtherie– oder Tetanus–Impfstoff unmittelbar vor dem Einstich
außen an der Impfnadel haftet und so in den Stichkanal gelangt,
können in Einzelfällen harmlose Knötchen an der
Injektionsstelle entstehen, die Sie über Wochen bis Monate bei
Ihrem Kind fühlen.
Wie Sie aus eigener Erfahrung und aus Ihrem Bekanntenkreis wissen,
kommen solche Fehler aber praktisch nicht vor. Insbesondere
Kinderärzte sind speziell im Impfen ausgebildet und verabreichen
täglich viele Injektionen.
6 – fach – Impfstoff Nebenwirkungen des Impfstoffs
Lokal– und Allgemeinreaktionen
Die Impfstelle ist sehr häufig gerötet, geschwollen und schmerzt.
Gelegentlich schwellen die Lymphknoten in der Nähe ebenfalls an oder
das gesamte Bein bzw. der gesamte Arm sind von einer Schwellung
betroffen.
Allgemeinsymptome wie leichtes bis mäßiges Fieber, grippeähnliche
Symptome (Frösteln, Kopf– und Gliederschmerzen, Schläfrigkeit),
Unruhe, Reizbarkeit, ungewöhnliches Schreien oder
Magen–Darm–Beschwerden (Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen,
Durchfall) können auftreten.
Häufig werden nach der Impfung Fieber über 39 Grad Celsius,
Virusinfektionen und Infektionen der oberen Atemwege (Bronchitis)
beobachtet.
Alle diese Erscheinungen treten nur vorübergehend auf.
Komplikationen
In einzelnen Fällen kann es im Zusammenhang mit Fieber beim
Säugling und jungen Kleinkind zu einem Fieberkrampf kommen. Er bleibt
in der Regel jedoch ohne Folgen. Allergische Reaktionen auf den
Impfstoff sind möglich. Ebenfalls in Einzelfällen kam es nach dieser
Impfung zu einer hypoton–hyporesponsiven Episode (HHE). Bei diesem
kurzzeitigen schockähnlichen Zustand erschlaffen die Muskeln und das
Kind reagiert nicht, wenn es angesprochen wird. Eine HHE bildet sich
jedoch schnell und folgenlos zurück. Auch diese Kinder sollten
vollständig geimpft werden.
Bei der Hib–Impfung, die auch in diesem Impfstoff als Komponente
enthalten ist, hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, dass ein
Zusammenhang mit frühkindlicher Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
bestünde. Eine Vielzahl voneinander unabhängiger Studien konnte jedoch
keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Hib–Impfung und der
Entwicklung eines Diabetes mellitus nachweisen.
Letzte Aktualisierung: MK 02.05.2011
Elternservice
Gut zu wissen

Medikamente, die gegen
Bakterien wirken. Ganz bekannt ist z. B. Penicillin. Weil die
Bakterien mit der Zeit unempfindlich gegen ein Antibiotikum werden
können, man spricht von "resistenten" Keimen, gibt es
inzwischen verschiedene Generationen von Antibiotika, die wiederum
vorhandenen Resistenzen entgegenwirken.
Medikament, dass gegen
Influenza-A-Viren wirkt und dazu eingesetzt wird, eine beginnende
Virusgrippe zur bekämpfen oder ihr vorzubeugen.
Dieses Wort ist eine Kurzform
für "Antisomatogen", d. h. für
"Antikörperbildner". Mit Antigen werden alle Stoffe
bezeichnet, die das Immunsystem dazu anregen, bestimmte Abwehrstoffe -
eben Antikörper - zu bilden.
Antikörper sind spezielle
Eiweiße, die in der Lage sind, ein eingedrungenes Antigen
unschädlich zu machen - indem sie es auflösen, verkleben,
abdecken oder das Antigen so zu besetzen, dass es von speziellen
Immunzellen gefressen werden kann. Antikörper sind
hochspezifisch, sie richten sich nur gegen ein bestimmtes Antigen.
Atemstillstand
Eine Gelenkentzündung
kann akut oder chronisch auftreten. Das betroffene Gelenk lässt
sich meist schlechter bewegen, es schmerzt, ist gerötet,
geschwollen und wärmer. Es gibt eine Vielzahl ganz
unterschiedlicher Ursachen z. B. Rheuma, Gicht, Röteln, etc.
abgeschwächte Impfviren;
siehe Lebendimpfstoff
Impfung, die das Immunsystem
an einen bestimmten Krankheitserreger erinnert. Sie ist nur bei
manchen Impfungen notwendig, ebenso wie manche Infektionskrankheiten
keine lang anhaltende Immunität hinterlassen.
Cholerakranke verlieren sehr
viel Flüssigkeit. Den Grad der Austrocknung kann man daran
erkennen, ob angehobene Hautfalten sich nur langsam glätten oder
evtl. sogar stehen bleiben. Für Säuglinge und Kleinkinder
ist Austrocknung besonders gefährlich.
Eine Erkrankung bei der grob
gesagt, Innen- und Außenwelt eines Menschen nicht wie
üblich im Einklang stehen. Im Verhalten äußert sich
dass z. B. darin, dass autistische Kinder bzw. Erwachsene auch den
eigenen Eltern oder anderen nahestehenden Personen nicht in die Augen
sehen. Sie ziehen sich zurück oder verschließen sich ganz
wenn sie angesprochen werden oder ihnen auf andere Art Kontakt
angeboten wird. Sie bevorzugen gleichförmige und sich
wiederholende Tätigkeiten ebenso wie sie Riechen, Schmecken und
Tasten dem Hören und Sehen vorziehen. Verändert sich etwas
in ihrer gewohnten Umgebung reagieren die Betroffenen panisch.
Im Gegensatz zu älteren
Keuchhusten-Impfstoffen enthalten die heute eingesetzten nicht ganze
abgetötete Keuchhusten-Bakterien, sondern nur ausgesuchte Teile
davon.
Bakterien können
kurzzeitig, wiederholt oder ständig im Blut vorhanden sein
("Blutvergiftung"). Sie gelangen dahin durch kleine Wunden
z. B. nach dem Ziehen eines Zahns, durch einen Entzündungsherd,
oder wenn eine von Bakterien ausgelöste Infektion sich im ganzen
Körper ausbreitet und dabei auch das Blut befällt.
Dieses Gesetz regelt, welche
Bundesbürger, die sich für den Staat aufgeopfert haben, vom
Staat eine Rente erhalten. Das sind z. B. Kriegsgeschädigte,
Kriegswitwen, Häftlinge, die zu DDR-Zeiten in politischer Haft
saßen und körperlichen Schaden erlitten, sowie Soldaten und
Zivildienstleistende, die während ihres Dienstes einen Schaden
erlitten haben. Außerdem Geimpfte, die wahrscheinlich von einer
öffentlich empfohlenen Impfung einen Schaden davongetragen haben.
Die Web-Site befindet sich noch im Aufbau:
http://www.bundesversorgungsgesetz.de/Titel.htm.
Neu entwickelte Antibiotika,
die eingesetzt werden, wenn ein Bakterium gegen ältere
Antibiotika unempfindlich (resistent) ist. Im Wettlauf mit den
resistent werdenden Bakterien werden auch die Cephalosporine
weiterentwickelt, es wird von neuen "Generationen" dieser
Medikamente gesprochen.
Bei jeder Impfung schreibt der
Arzt in das Impfbuch, mit welcher Charge Ihr Kind geimpft wurde. Von
der ersten "Saatkultur" aus Impfkeimen bis zu mehreren
Litern in Spritzen oder Ampullen abgefülltem Impfstoff, sind die
Impfkeime bzw. Bestandteile der Impfkeime in einer Charge (einem
"Topf") identisch.
Eine von mehreren
Mückengattungen, die verschiedene Infektionskrankheiten
übertragen.
Viren benötigen lebende
Zellen, um sich zu vermehren. Eine Zellkultur besteht aus
unzusammenhängenden einzelnen Zellen, die auf oder in einer
Nährflüssigkeit schwimmen. Seit vielen Jahren werden genau
beschriebene Zellen, die ursprünglich einmal aus einer Maus
entnommen wurden, immer weiter vermehrt. Ihre Eigenschaften sind den
Wissenschaftlern genauso gut bekannt wie etwa die Eigenschaften der
Hefe den Bäckern.
Flächenhafte,
entzündliche Hautveränderung mit Juckreiz.
Tritt eine Infektionskrankheit
innerhalb eines bestimmten Zeitraumes und an einem bestimmten Ort
gehäuft auf, wird von einer "Epidemie" gesprochen.
Beispiele: 1) In Russland und der Ukraine wurden Kinder und Erwachsene
nicht ausreichend gegen Diphtherie geimpft. In der Folge erkrankten
über mehrere Jahre hinweg Hunderttausende an dieser
Infektionskrankheit. 2) Wenn in einer Stadt die Kinder mehrerer
Kindertagestätten eine Woche lang schwer erkranken, weil eine
bestimmte Speise Krankheitskeime enthielt.
Bezeichnung für mit
Wasser verdünntes Formaldehyd, ein Mittel zur Konservierung und
Desinfektion. Formaldehyd entsteht bei unvollständigen
Verbrennungsprozessen z. B. auch im Muskel. Es wird benötigt, um
Viren und Bakterien während der Herstellung eines Impfstoffes
zuverlässig abzutöten und wird heutigen Impfstoffen danach
soweit wieder entzogen, dass nicht mehr darin enthalten ist, als
natürlicher Weise in menschlichem Körpergewebe vorhanden.
Kinder, die vor der 38.
Schwangerschaftswoche (weniger als 259 Tage Schwangerschaft) geboren
werden, gelten als "Frühgeburten". Je nach
Geburtstermin und -gewicht sind verschiedene Impfungen möglich
bzw. sogar dringend empfehlenswert.
Abkürzung für
"Good Manufacturing Practice", auch "Internationale
Pharmacopoe" genannt. Regeln der Weltgesundheitsorganisation zur
Herstellung von Impfstoffen, in der z. B. Prüfmethoden
beschrieben sind.
Volkstümliche Bezeichnung
für einen Hautausschlages mit Schuppen- und Krustenbildung, der
vornehmlich in der behaarten Kopfhaut auftritt.
Ist der Körper bereits
durch eine andere Erkrankung geschwächt, haben es Viren und
Bakterien leichter, in den Körper einzudringen und/oder sich
darin auszubreiten. Sei es, weil beispielsweise das Immunsystem nicht
mehr so schlagkräftig ist oder weil die Haut bzw. Schleimhaut
beschädigt ist. Außerdem kann eine Infektionskrankheit mehr
Risiken in sich bergen, wenn ein Organ bereits vorgeschädigt ist.
Eine echte Virusgrippe (Influenza) belastet z. B. stark den Kreislauf.
Wenn Herzpatienten an ihr erkranken, kann das für sie den
sicheren Tod bedeuten. Deshalb wird ihnen vorbeugend die
Influenza-Impfung empfohlen. Typische "Grunderkrankungen"
sind Herz-Kreislauf-, Nieren- und Lebererkrankungen,
Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes) und angeborene oder
erworbene Schäden des Immunsystems.
Hirn und Rückenmark sind
von zwei Hüllen umgeben, den Hirnhäuten. Außen, direkt
unter dem Knochen, sitzt die harte Hirnhaut (Pachymenix), die aus
straffem Bindegewebe besteht. Innen, das Nervengewebe umgebend, sitzt
die weiche Hirnhaut (Leptomenix), die aus lockerem Bindegewebe
besteht. Beide Hirnhäute können sich entzünden. Dadurch
werden sie dicker und drücken auf das Nervengewebe. Alle weiteren
Krankheitszeichen wie Kopfschmerzen, Erbrechen, ein steifer Nacken und
Rücken bis hin zu Bewusstseinstrübungen und Koma sind Folgen
dieses Drucks.
In den ersten Lebenswochen
zeigt ein Säugling in Reflexen praktisch alle Bewegungsmuster eines
Kleinkindes, wie z.B. Gehen oder Treppensteigen. Diese verschwinden
jedoch wieder und werden erst später richtig erlernt.
Antikörper, die von einem
anderen Menschen oder Tier gegen einen bestimmten Keim gebildet
wurden, können aus dem Blut isoliert werden und dann in
konzentrierter Form einem Menschen ohne Schutz gegeben werden. Bis
diese geliehenen Antikörper abgebaut werden (etwa drei Monate),
hält dieser Schutz an. Die Ärzte sprechen dann von einer
passiven Immunisierung mit spezifischem Immunglobulin (z. B. nach
Kontakt zu einem tollwutverdächtigen Tier).
Wenn die Abwehrkräfte des
Körpers dazu gebracht werden, einen Schutz aufzubauen, sprechen
Ärzte von Immunisierung. Geschieht das, ohne dass das Immunsystem
aktiv wird, durch die Gabe von fremdem Immunglobulin, heißt es
"passive" Immunisierung, Geschieht es mit Hilfe einer
Schutzimpfung, die das Immunsystem anregt, selber Antikörper zu
bilden, heißt es "aktive" Immunisierung.
Eine andere Bezeichnung für Immunglobulin
Virus oder Bakterium, das in
einem Lebendimpfstoff enthalten ist.
Ein anderes Wort für
"abgetötet", siehe Totimpfstoff.
Impfungen, die nicht allen
Bundesbürgern irgendwann einmal in ihrem Leben empfohlen werden
(z. B gegen Tetanus oder Diphtherie), sondern nur den Personen, die
einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt sind. Beispiele:
Hepatitis-A-Impfung für Fernreisende oder für
Klärwerksarbeiter, Pneumokokken-Impfung für Kinder ohne
Milz.
Dieses "Gesetz zur
Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim
Menschen" dient dazu, übertragbare Krankheiten beim Menschen
vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu
verhindern, dass sie sich weiterverbreiten. Dazu müssen
zahlreiche Behörden auf Ebene des Bundes, des Landes und der
Kommunen zusammenarbeiten sowie alle Berufsgruppen (z.B. Ärzte,
Laborangestellte, Leiter von Lebensmittelbetrieben), die mit
Infektionskrankheiten direkt oder indirekt befasst sind."
http://www.bmgesundheit.de/rechts/k-bek/infekt/ifsg.htm
Gegen die verschiednen Typen
A, B und C der Influenza-Viren muss jeweils mit einem eigenen
Impfstoff geimpft werden, Der Typ C hat aber praktisch keine
Bedeutung, die Ausbrüche werden hauptsächlich vom Typ A und
B ausgelöst.
Die echte Virusgrippe
(Influenza) hat nichts mit der im Volksmund als "Grippe"
bezeichneten, schlimmen Erkältung zu tun. Es werden die
Influenza-Viren A, B, und C unterschieden, die vornehmlich Infektionen
beim Menschen auslösen. Influenza-Viren können auch Tiere z.
B. Vögel oder Schweine befallen und sind sehr veränderlich.
Zeit, die vergeht, bis ein in
den Körper eingedrungener Keim Krankheitszeichen auslöst.
eindringend
Manche Bakterien umgeben sich
zusätzlich mit einer Schleimsubstanz. Mit diesen
"Tarnkappen" verstecken sie sich vor Fresszellen, den
"lebenden Mülleimern" des Immunsystems.
Bakterien-Kapseln können aus Zuckern, aber auch
Eiweiß-Bausteinen (Peptiden) oder aus Hyaluronsäure
bestehen.
Wenn sich mehrere Atome
miteinander verbinden, sprechen Chemiker von einem
"Molekül". Kapselmoleküle sind Bausteine der
Kapsel eines Bakteriums.
Gelangen Pneumokokken ins
Blut, können sie auch in das Knochenmark eindringen. Sie
verursachen dort eine Knochenentzündung. Der Eiter dringt aus der
Markhöhle über kleine Kanäle bis unter die Knochenhaut
auf der Außenseite des Knochens. Später können Teile
des Knochens absterben und um den entzündeten Bereich herum
bildet sich wie eine Schale neuer Knochen. Bei Kindern und
Jugendlichen werden bevorzugt die Wachstumsfugen an den langen
Röhrenknochen befallen, im Säuglingsalter sind es vor allem
das Hüft- und das Kniegelenk. Erhebliche Wachstumsstörungen
sind die Folge.
Griechisch für
"tiefer, fester Schlaf". Die Patienten können nicht
mehr geweckt werden.
Werden mit einer einzigen
Spritze mehrere Impfstoffe gleichzeitig verabreicht, wird von einem
"Kombinationsimpfstoff" gesprochen. Inzwischen können
sechs Impfungen im Kindesalter mit einer einzigen Injektion
verabreicht werden. Aber auch für Jugendliche und Erwachsenen
sowie bei den Reiseimpfungen gibt es Kombinationen.
Das Immunsystem von Kindern
unter zwei Jahren ist nicht in der Lage, Bakterien wirksam zu
bekämpfen, die sich mit Kapseln tarnen. Deshalb wurde in den
Impfstoffen gegen Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b an
einen Kapselbaustein ein Eiweiß gebunden
("konjugiert"). Durch diese "Kopplung" werden die
Bakterienkapseln auch schon im frühen Kindesalter als
"fremd" erkannt und ein Immunschutz kann aufgebaut werden.
In der Nebennierenrinde
gebildetes Hormon, dass zur Klasse der Glukokortikoide gehört und
auch als Medikament eingesetzt wird.
Die Krankheitserreger (Viren
oder Bakterien) in einem Lebendimpfstoff wurden mit verschiedenen
Methoden so abgeschwächt, dass sie sich zwar noch begrenzt im
Körper vermehren können, aber nicht mehr krank machen.
Bösartige Erkrankung der
weißen Blutkörperchen, im Volksmund "Blutkrebs".
Abkürzung für "Morbus Crohn"
Alle Medikamente, die gegen
Malaria-Erreger eingesetzt werden: Chloroquin, Proguanil, Mefloquin,
Atovaquon, Doxycyclin Artemisinderivate gehören zu den
wichtigsten.
Griechischer Ausdruck für
"Hirnhautentzündung"
Eine akute
Mittelohrentzündung geht meist von einer Infektion der Atemwege
aus. Ihre wichtigsten Komplikationen sind ein zurückbleibender
Erguss im Ohr sowie eine wiederholte oder chronische
Mittelohrentzündung. Es besteht auch die Gefahr, dass sich die
Entzündung auf benachbarte Regionen ausdehnt. Folgen sind dann z.
B. eine Hirnhautentzündung, ein Hirnabszess oder Lähmungen
im Gesicht. In schweren Fällen droht Schwerhörigkeit bis hin
zur Taubheit.
Morbus Crohn ist eine
chronische Darmentzündung, die erstmals von Dr. Burril Crohn
beschrieben wurde. Neben Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall
können später auch Arthritis, Eiterherde auf der Haut, Risse
in der Mundschleimhaut, eine Fettleber oder Augenentzündungen
hinzukommen. Die Ursachen eines Morbus Crohn sind bis heute nicht
eindeutig geklärt.
Abkürzung für "Multiple Sklerose"
Eine der häufigsten
organischen Nervenleiden in Europa. Im Gehirn und Rückenmark
bildet sich an vielen Stellen die Isolierschicht um die Nervenbahnen
zurück, sie liegen dann bloß wie ein Stromkabel ohne
Gummihülle. Sehstörungen, Inkontinenz und Lähmungen
größerer oder kleinerer Körperbereiche sind einige der
Folgen. Die Krankheit schreitet in Schüben fort, ihre Ursachen
sind noch nicht endgültig geklärt.
Neugeborenen bauen in den
ersten Lebenstagen vermehrt Blutfarbstoff ab. Gleichzeitig kann das
dabei entstehende Bilirubin noch nicht so schnell in
ausscheidungsfähiges Bilirubin umgewandelt werden. Daher kommt es
zur typischen Neugeborenen-Gelbsucht. Gewöhnlich hat sich die
Situation nach wenigen Tagen normalisiert.
Medikamente, die gegen
Influenza-A- und -B-Viren wirken. Sie beeinträchtigen den
Lebenszyklus dieser Viren. Sie werden vorbeugend oder zur Behandlung
eingesetzt.
Griechisch-lateinischer
Ausdruck für "Knochenentzündung"
Eine weltweite Epidemie wird
als "Pandemie" bezeichnet. Weltweit erkranken dann in allen
Ländern und Erdteilen viele Menschen an einer
Infektionskrankheit. Meist wandert eine Erkrankungswelle um die Erde.
Eine Pandemie ist immer dann möglich, wenn ein Erreger sehr
ansteckend ist und die meisten Menschen weder immun sind, noch sich in
irgend einer Weise schützen können.
Innerhalb Europas verbindliche Regeln wie Arzneimittel zubereitet werden.
Schwammiges oder schwammartiges Gebilde
Kombinationsimpfstoff, der
Bestandteile aus den Kapseln von 23 verschiedenen Pneumokken-Typen
enthält
Konjugatimpfstoff, bei dem die
Bestandteile der Kapseln von sieben verschiedenen Pneumokken-Typen an
Proteinen konjugiert wurden.
Entzündung an mehreren
Gelenken (s. a. "Arthritis")
Manche Impfungen können
bzw. sollten sogar gegeben werden, wenn eine Person bereits mit dem
entsprechenden Erreger in Kontakt gekommen ist.
Gewöhnlich fixiert das Auge
weiterhin einen Gegenstand, auch wenn der Kopf plötzlich gedreht wird.
Während der ersten Tage nach der Geburt bewegen sich die Augen aber
noch mit dem Kopf mit, wenn er schnell von jemand anderem bewegt wird.
Das sieht aus wie die starren Augen einer Puppe. Verschwindet dieses
Phänomen nach etwa 10 Lebenstagen nicht, sollte das Kind genauer
untersucht werden, da diese Phänomen auf eine Gehirnerkrankung
hinweisen kann.
Der Arzt entnimmt mit einem
Wattestäbchen durch Tupfen oder leichtes Reiben aus dem Rachen
eine Probe der dort vorhandenen Keime.
Wenn verhindert werden soll,
dass sich eine Infektionskrankheit weiter ausbreitet, kann "ein
Riegel vorgeschoben werden", indem alle Personen im näheren
Umfeld des oder der ersten erkrankten geimpft werden. Dann findet der
Krankheitskeim keinen Körper mehr, in dem er sich vermehren kann.
Bösartige Tumore, die
früh Metastasen ("Ableger") bilden.
Griechische Abkürzung
für Septikämie ("Blutvergiftung"), siehe
"Bakteriämie".
Ihren Sitz hat die STIKO am
Robert Koch-Institut in Berlin. 17 Experten treffen zweimal
jährlich zusammen, um über Empfehlungen für Impfungen
in Deutschland zu beraten. Siehe "Wer empfiehlt öffentlich
Schutzimpfungen?"
Abkürzung für:
Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin
Sammelbezeichnung von
vielseitig eingesetzten Medikamenten, die einen Schwefelanteil
enthalten, sie werden z. B. gegen Bakterien oder Malaria-Erreger
eingesetzt.
Totimpfstoffe enthalten
abgetötete Krankheitserreger entweder ganz oder in Teilen oder
nur deren abgeschwächtes Gift.
Fast jedes Jahr haben sich
Influenza-Viren soweit verändert, dass ein neuer Subtyp
entstanden ist, eine erneute Impfung ist notwendig, um dagegen
geschützt zu sein. Alle 10 bis 20 Jahre ist eine neue Variante
des Influenza-Virus entstanden, dann droht eine Pandemie.
Viren gehören zu den
einfachsten Lebewesen, die wir kennen. Sie sind sehr klein und
bestehen fast nur aus Erbmaterial. Um sich vermehren zu können,
müssen sie den Stoffwechsel einer anderen Zelle
"umprogrammieren". Diese baut dann wieder viele neue Viren.
Die Laute, die ein Baby vor
sich hin brabbelt, werden mit etwa 5 Monaten immer differenzierter und
es fügt sie zu rhythmischen Silbenketten (z.B.: ga-ga-ga, be-be-ba)
zusammen.