Zusatzimpfungen
Die Standardimpfungen geben Ihnen und Ihrem Kind Sicherheit, solange das Leben "seinen gewohnten Gang" nimmt. Leider oder zum Glück (je nach Ereignis) ist das jedoch nicht immer der Fall. Welche Impfungen für Kinder außerdem sinnvoll sein können, haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Impfungen zum Schutz anderer
Impfungen zum eigenen Schutz
Ich will mehr Sicherheit!
Impfungen zum Schutz anderer
Stellen Sie sich vor, Ihre Schwiegereltern besuchen Sie und Ihr Neugeborenes für einige Tage. Oma lässt sich natürlich nicht nehmen, ihren Enkel auch zu wickeln und zu füttern. Sie leidet zwar nachts seit einiger Zeit an Husten, das erklärt Sie sich aber mit einer Hausstaub−Allergie, deren Symptome ab und zu stärker werden. Wenige Tage nach dem Besuch ruft Ihre Schwiegermutter an, dass der Großvater an Keuchhusten leide und sich wohl bei ihr angesteckt habe. Sowohl Sie als auch Ihr Baby erhalten deshalb vorsorglich Antibiotika, denn für Ihr Kind kann eine Ansteckung lebensgefährlich sein. Im frühen Säuglingsalter äußert sich Keuchhusten oft als plötzlicher Atemstillstand ("Apnoe") ohne Hustenattacken. Bei einem Teil der Fälle von plötzlichem Kindstod konnte Keuchhusten als Ursache nachgewiesen werden.
Um solche Fälle zu vermeiden, wird Frauen mit Kinderwunsch, Ihren Partnern und engen
Kontaktpersonen des Babys die Keuchhustenimpfung empfohlen. Seit Sommer 2009 soll zudem
jeder Erwachsene ein Mal eine Impfdosis gegen Keuchhusten erhalten, wenn andere
Auffrischimpfungen anstehen. ![]()
Impfungen zum eigenen Schutz
Wenn Sie in einem Gebiet leben, in dem das FSME−Virus verbreitet ist (siehe FSME) oder wenn Sie dort einen „Natur−Urlaub“ machen, wird Ihrer ganzen Familie (einschließlich Kinder ab 12 Monaten) eine FSME−Impfung empfohlen.
Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren, die noch nicht an Windpocken (siehe Windpocken) erkrankt waren und auch nicht geimpft sind, wird die Windpocken−Impfung empfohlen, da die Komplikationsrate von Windpocken mit dem Alter zunimmt. Darüber hinaus kann eine Ansteckung mit Windpocken im bevorstehenden sexuell aktiven Alter im Fall einer unbeabsichtigten Schwangerschaft zu schweren Komplikationen führen.
Jugendliche, die für längere Zeit − z.B. zum Schüleraustausch − in ein Land reisen, in dem ihre Altersgruppe generell gegen Meningokokken geimpft wird, beispielsweise England, sollten sich ebenfalls vor der Einreise impfen lassen.
Wenn Ihr Kind an einer schweren bzw. chronischen Krankheit leidet, ist es um so wichtiger, ihm weitere Krankheiten zu ersparen. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Impfungen Ihr Kind vor weiteren Schäden bewahren können, wenn es unter folgenden Krankheiten leidet:
- Diabetes
- Neurodermitis
- Störungen des Immunsystems
- gestörter Nierenfunktion (Dialyse)
- Hämophilie (Bluterkrankheit), die behandelt werden muss
- Krankheiten des Nervensystems
- chronische Leberkrankheiten
- Krankheiten der Atmungsorgane
- Herz−Kreislauf−Krankheiten
- Gedeihstörungen (insbes. bei Säuglingen)
- Leukämie oder anderen Tumorkrankheiten
Auch in folgenden Situationen werden zusätzliche Impfungen empfohlen:
- Nach Verlust der Milz oder wenn die Milz nicht arbeitet
- vor einer großen Operation
- für Frühgeborene
- wenn ein Familienmitglied akut oder chronisch an Hepatitis B erkrankt ist
- für homosexuell aktive junge Männer
- vor Organtransplantationen
- für Drogenabhängige, die sich die Droge spritzen
- für Prostituierte
Ich will mehr Sicherheit!
Darüber hinaus kann sich jeder Mensch in Deutschland impfen lassen, wenn er ein bestimmtes Krankheitsrisiko für sich (oder seine Kinder) ausschließen möchte. Dies betrifft z.B. die Impfung gegen Rotaviren − sie ist etwa in Österreich, Belgien, Luxemburg sowie im Bundesland Sachsen generell empfohlen − oder gegen die Leberinfektion Hepatitis A. Diese Impfungen muss jedoch der Einzelne in der Regel selbst bezahlen, wenn sie nicht "öffentlich empfohlen" sind. Jedoch haben jetzt immer mehr Krankenkassen die Erstattung dieser nicht "öffentlich empfohlen" Impfungen in ihrem Leistungskatalog.


