„Überimpfung“ gegen MMR?

23. November 2020

Liebe Experten,

ich bin zwar kein Elternteil, habe aber dennoch eine Frage, mit welcher ich mich an Sie wenden möchte. Ich habe fälschlicherweise die MMR Impfung dreimal verabreicht bekommen. Die erste Impfung wurde gemacht als ich ein Jahr alt war. Die zweite mit 17 Jahren. Da die erste Impfung im Ausland (damaliger Wohnort) gemacht wurde stand Sie in einem anderen Impfpass. Mein Hausarzt hat also nur die Impfung im deutschen Impfpass gesehen und deswegen wurde nun (mit 20 Jahren) nochmal eine Impfung verabreicht.

Erst danach habe ich durch Recherche herausgefunden, dass die erste Impfung bereits als Baby gemacht wird, woraufhin ich in meinen Unterlagen nachgeschaut und mich bei meinen Eltern erkundigt habe. Es war in dem Sinne mein Fehler, der Arzt hat allerdings die fehlende Impfung auch nicht hinterfragt.

Nun bin ich in Sorge, das eine Überdosierung vorliegt bzw. negative Folgen nach sich ziehen könnte.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen! Vielen Dank!

Grundsätzlich gelten nur dokumentierte Impfungen als durchgeführt. Liegt für eine Impfung kein Impfdokument vor, empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO, diese nachzuholen (rki.de/…/FAQ01.html?nn=2391120). Bei lückenhaften oder fehlenden Impfdokumenten ist zwar nicht ausgeschlossen, dass eine Impfung dennoch schon früher durchgeführt wurde. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) geht jedoch von zusätzlich verabreichten Impfstoffdosen in der Regel kein erhöhtes Risiko aus (rki.de/…/Tabelle.html).

Wenn nach einer Impfung gesundheitliche Beschwerden auftreten, sollten diese von einem Arzt / einer Ärztin abgeklärt werden. Besteht der Verdacht, dass es sich um eine Nebenwirkung der Impfung handelt, ist der Arzt / die Ärztin verpflichtet, dies an das Gesundheitsamt oder das Paul-Ehrlich-Institut (pei.de/…/pharmakovigilanz-node.html) zu melden. Dabei ist auch darauf hinzuweisen, wenn eine zusätzliche Impfdosis verabreicht wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.