Ansteckung mit MRSA?

2. Januar 2020

Hallo, ich habe eine 12 jährige Tochter und ich arbeite im ambulanten Pflegedienst. Jetzt kam raus, das ein Pat. Von uns MRSA hat. Der Status wurde noch nicht ermittelt. Bei den Pat. Habe ich die Wunde behandelt, Körperpflege mit Intimpflege gemacht. Natürlich mit Handschuhe und Desinfektion. Auch habe ich bei ihn mal einen Kaffee getrunken.

Ist die Warscheinlichkeit gegeben, das ich mich angesteckt habe, und vorallem meine Tochter. Meine Tochter hat Zöliakie

Meist siedeln MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) auf dem Menschen, ohne ihn krank zu machen. Eine Besiedlung mit MRSA kann von selbst wieder verschwinden. In manchen Fällen kann aber auch eine Dekolonisierung durch spezielle Waschlotionen oder örtlich aufgetragene Medikamente sinnvoll sein. Wenn die Bakterien zum Beispiel über Wunden oder Schleimhäute in den Körper eindringen, können sie eine Infektionskrankheit hervorrufen. Diese ist dann aufgrund einer Unempfindlichkeit von MRSA gegen verschiedene Antibiotika (Multiresistenz) oft schwierig zu behandeln.

Sowohl Menschen, die an MRSA erkrankt sind, als auch gesunde MRSA-Träger, die lediglich besiedelt sind, können ansteckend sein. Am häufigsten werden die Erreger durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch weitergegeben. Der Hauptübertragungsweg sind dabei die Hände. Eine Ansteckung ist auch durch Gegenstände möglich, die beispielsweise in der Familie gemeinsam benutzt werden, insbesondere durch Badutensilien wie Waschlappen oder Handtücher.

Im Krankenhaus oder auch im ambulanten Pflegebereich sind besonders strenge Hygienemaßnahmen zu ergreifen, um eine Weiterverbreitung von MRSA zu vermeiden. Die Empfehlungen der jeweiligen Einrichtung sollten unbedingt eingehalten werden.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt zur Prävention einer Übertragung von MRSA im ambulanten Pflegebereich eine hygienische Händedesinfektion vor und nach jeder Tätigkeit am Patienten mit Körperkontakt. Bei der Versorgung beispielsweise von Wunden oder bei möglichem Kontakt mit Körpersekreten oder Ausscheidungen sind zusätzlich zur Händedesinfektion Einmalhandschuhe und Schutzkittel zu tragen. Auch ein Mund-Nasen-Schutz kann sinnvoll sein. Pflegehilfsmittel sollten nur für einen Patienten verwendet bzw. nach Gebrauch desinfiziert werden, um eine Übertragung von MRSA auf andere Patienten zu vermeiden. Auch Wäsche sollte desinfiziert werden.

Für Angehörige im Haushalt eines MRSA-Trägers ist das Risiko nach Einschätzung des RKI in der Regel nicht sehr hoch. Es kann zwar zu einer vorübergehenden Besiedlung von Familienmitgliedern kommen. Nach Angaben des RKI und auch der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) stellt eine Übertragung auf ansonsten Gesunde in der Regel aber keine Bedrohung dar und hat keine negativen Konsequenzen. Gefährdet sind allerdings Personen mit offenen Wunden oder anderen Risikofaktoren, z.B. Diabetiker oder Dialysepflichtige. Diesen und auch Menschen mit beeinträchtigtem Immunsystem empfiehlt das RKI, zu MRSA-Trägern bis zur erfolgreichen Dekolonisierung Abstand zu halten. Ob Maßnahmen wie der Einsatz von Desinfektionsmitteln im privaten Haushalt sinnvoll sind, sollte im individuellen Fall mit einem Arzt / einer Ärztin abgestimmt werden.

Weitere Informationen zu MRSA und den Schutzmöglichkeiten finden Sie auf den Internetseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter infektionsschutz.de/…/. Fachinformationen bietet das RKI unter rki.de/…/Ratgeber_Staphylokokken_MRSA.html. Empfehlungen der DGPI sind nachzulesen unter dgpi.de/…/.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne das konkrete Risiko, dass Sie sich bei Ihrem Patienten angesteckt haben, nicht beurteilen können. Besprechen Sie Ihre Sorge am besten mit einem Arzt / einer Ärztin vor Ort.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.