Auffrischimpfung gegen FSME - wie vorgehen?

6. März 2021

Meine 9jährige Tochter wurde bei der 4ten FSME Impfung, 2 Jahre nach der 3ten Impfung wieder geimpft. Was passiert jetzt?

Zur Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) stehen für das Kindesalter zwei Impfstoffe zur Verfügung, für die unterschiedliche Impfschemata zugelassen sind. Die Grundimmunisierung umfasst stets drei Impfungen. Je nachdem, mit welchem der Impfstoffe nach welchem Impfschema diese drei Impfungen verabreicht wurden, unterscheiden sich die Zeitpunkte, zu denen weitere Impfungen zur Auffrischung empfohlen werden.

Für beide Kinderimpfstoffe sind zur Grundimmunisierung gegen FSME ein konventionelles Impfschema sowie ein beschleunigtes Impfschema mit einer vorgezogenen zweiten Impfung zugelassen. Bei einer Impfung nach diesen Schemata wird die erste Auffrischimpfung – also die vierte Impfung gegen FSME – drei Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung empfohlen, da in der Regel so lange ein Impfschutz besteht.

Für einen der Kinderimpfstoffe ist zudem ein Schnellschema zur Grundimmunisierung mit je einer FSME-Impfung an den Tagen 0, 7 und 21 zugelassen. Bei einer Impfung nach diesem Schema sollte die erste Auffrischimpfung bereits nach 12 bis 18 Monaten erfolgen. Ein längerer Abstand zwischen Abschluss der Grundimmunisierung und erster Auffrischimpfung ist möglich, verzögert aber die Auffrischung des Impfschutzes.

Bei fortbestehendem Risiko, in einem FSME-Risikogebiet mit Zecken in Kontakt zu kommen, werden weitere Auffrischimpfungen dann bei allen Impfschemata alle fünf Jahre empfohlen.

Weitere Infos finden Sie auf unseren Internetseiten unter gesundes-kind.de/impfungen/fsme-impfung/ sowie beim Robert Koch-Institut unter rki.de/…/FSME-Impfung.html.

Wenn Ihre Tochter nach dem Schnellschema grundimmunisiert wurde und nun die vorgesehene erste Auffrischimpfung erhalten hat, ist die nächste Auffrischimpfung in fünf Jahren fällig.

Wenn über das Impfschema Unsicherheit besteht, fragen Sie am besten in Ihrer Kinderarztpraxis nach. Falls Ihre Tochter nach einem anderen Impfschema grundimmunisiert worden wäre, hätte sie die Auffrischimpfung zu früh erhalten. Dann sollte eine Meldung an den Impfstoffhersteller erfolgen, der Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin auch Auskunft zum weiteren Vorgehen geben kann.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

*Die in den Antworten gegebenen Informationen entsprechen dem wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung.
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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.