Baby durch Gesichtsrose des Großvaters gefährdet?

25. Juni 2019

Guten Tag liebes Gesundes-Kind-Team,

Mein Vater hat am Do./Fr. (20., 21.06.) eine Gesichtrose entwickelt. Richtig zum Vorschein kam diese erst am Samstag / Sonntag. Er hat selbst noch ein Antivirustatikum zuhause gehabt und sich seit Sa. selbst therapiert (3 x 400 mg Aciclivor-Tabletten). Am Sonntag habe ich mir Ihn dann geschnappt und bin mit ihm zum ärztlichen Notdienst, da es sich verschlechtert hatte. Er ist seit Sonntag mittag mit (5 x täglich) 800er Tabletten versorgt. + Creme + Augencreme. Heute (Dienstag) sieht es schon besser aus. Es bilden sich Krusten, die Schwellung lässt schon etwas nach. Meine Schwester hat ein 3 Monate altes Baby und kommt auf Besuch. Was können wir tun, wenn Sie morgen, also Mittwoch (26.06.) kommen möchte? Lieber absagen? Alles desinfizieren? Dürfen sich Opa und Baby in einem Raum aufhalten? Welche Maßnahmen können wir treffen? Vielen Dank für Ihre Rückmelung im Voraus.

Bei der Gesichtsrose handelt es sich um eine Form der Gürtelrose (Herpes zoster). Die Gürtelrose wird durch Varizella-zoster-Viren verursacht, die nach einer Erkrankung an Windpocken im Körper verblieben sind und erneut aktiv wurden. An Gürtelrose Erkrankte können das Virus über die Flüssigkeit der Bläschen weiterverbreiten. Eine Übertragung erfolgt, anders als bei den Windpocken, nicht über die Luft. Hauptübertragungsweg ist eine Schmierinfektion, vor allem über die Hände. Wer noch keine Windpocken-Erkrankung durchgemacht hat und nicht dagegen geimpft ist, kann sich durch den Kontakt zu den infektiösen Gürtelrose-Bläschen mit dem Varizella-zoster-Virus anstecken und zunächst an Windpocken erkranken. Ansteckungsgefahr besteht, bis die letzten Bläschen verkrustet sind.

Um eine Übertragung der Viren zu vermeiden, sollten an Gürtelrose Erkrankte zu Menschen, die keinen Schutz gegen Windpocken haben, Abstand halten und insbesondere vermeiden, dass diese in Kontakt zu den Bläschen kommen. An Gürtelrose Erkrankte sollten insbesondere eine gründliche Händehygiene einhalten und auch im Umfeld sollte auf Hygiene geachtet werden.

Weitere Informationen zur Gürtelrose finden Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter infektionsschutz.de/…/ sowie beim Robert Koch-Institut unter rki.de/…/Ratgeber_Varizellen.html.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne keine individuellen Empfehlungen geben können. Ihre Schwester sollte sich am besten bei einem Kinderarzt / einer Kinderärztin vor Ort über Schutzmöglichkeiten und geeignete Desinfektionsmittel beraten lassen. Da man an einer Gürtelrose wiederholt erkranken kann, sollte sich Ihr Vater nach Abklingen der akuten Erkrankung bei seinem Arzt / seiner Ärztin über die Impfung gegen Herpes zoster beraten lassen, die für Menschen ab 60 Jahren, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung ab 50 Jahren empfohlen wird (weitere Infos unter rki.de/…/FAQ-Liste.html)

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.