Beeinträchtigen Schmerzmittel den Erfolg der Impfung gegen Meningokokken B?

23. August 2019

Sehr geehrtes Expertenteam,

ich habe schon vor über zwei Jahren meine damals fast drei Jahre Tochter mit Bexsero impfen lassen. Nun bin ich zufällig auf das Thema Ibuprofen und Impfstoff gestossen und zerbreche mir den Kopf, wann ich ihr Ibuflam gegeben habe. Sie wird nach der ersten Impfung Ibuflam wegen starker Schmerzen an der Einstichstelle am Beim bekommen haben und prophylaktisch vor der zweiten Impfung.

Laut Anwenderhinweisen ist Paracetamol sicher, Ibuprofen aber nicht erprobt. Nun mache ich mir Sorgen, dass die Impfung gar nicht (ausreichend) wirkt. Am liebsten würde ich die Impfung wiederholen. Wäre dies sinnvoll?

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüße

Während die Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder ab dem Alter von 12 Monaten empfohlen wird, zählt die Impfung gegen Meningokokken B nicht zu den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfohlenen Standardimpfungen. Die Impfung gegen Meningokokken B wird zusätzlich zur Meningokokken-ACWY-Impfung für gesundheitlich besonders gefährdete Personen mit bestimmten Beeinträchtigungen des Immunsystems empfohlen und kann auch auf Reisen sinnvoll sein. Eine fehlende STIKO-Empfehlung hindert den Arzt / die Ärztin aber nicht an einer begründeten Impfung gegen Meningokokken B, auch wenn keine der genannten Risikofaktoren vorliegen. Eltern, die ihr Kind gegen Meningokokken B impfen lassen möchten, empfiehlt die STIKO, die Impfung möglichst früh durchführen zu lassen, da die Krankheitslast durch Meningokokken B in den ersten beiden Lebensjahren am höchsten ist.

Generell wird die Einnahme von Schmerzmitteln vor oder während einer Impfung vom RKI nicht empfohlen (rki.de/…/Schmerzreduktion.html). In Bezug auf die Impfung gegen Meningokokken B weist das RKI aber darauf hin, dass das Fieberrisiko durch die prophylaktische Gabe von Paracetamol gesenkt werden kann, ohne dass die Bildung von Antikörpern beeinträchtigt wird (rki.de/…/faq_ges.html).

Entsprechend ist in den Fachinformationen zum von Ihnen genannten Impfstoff gegen Meningokokken B nachzulesen, dass die prophylaktische Anwendung von Paracetamol die Häufigkeit und Schwere von Fieber vermindert, ohne die Immunogenität zu beeinträchtigen. Die Wirkung anderer Antipyretika als Paracetamol auf die Immunantwort wurde laut Fachinformation nicht untersucht. Dass solche Untersuchungen fehlen, bedeutet keine Bestätigung oder Widerlegung, dass es zu einer Beeinträchtigung der Immunantwort kommt, sondern dass die Frage, ob die Wirksamkeit der Impfung reduziert wird, nicht auf der Basis gesicherter Daten beantwortet werden kann.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir über allgemeine Hinweise hinaus keine individuelle Empfehlung geben können, ob die Impfung gegen Meningokokken B bei Ihrer Tochter wiederholt werden sollte. Besprechen Sie Ihr Anliegen am besten mit Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin, der / die bei Bedarf auch beim Hersteller des Impfstoffs nachfragen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.