Beeinträchtigt Paracetamol vor einer Meningokokken-B-Impfung den Impferfolg?

7. Februar 2018

Liebes Expertenrat-Team,

meine Frage dreht sich um das Thema Paracetamol und Impferfolg.

Mein Sohn hat mit der zweiten Sechsfachimpfung (Hexyon) eine Meningokokken-B-Impfung erhalten. Ich habe ihm wegen letzterer prophylaktisch ein Paracetamol-Zäpfchen kurz vorher gegeben. Was ich damals nicht wusste, ist dass es Hinweise darauf geben soll, dass der Impferfolg durch das Paracetamol beeinträchtigt werden kann.

Die anderen drei Sechsfachimpfungen - er ist nun mehr als ein Jahr alt - hat er ohne Paracetamol erhalten. Jetzt mache ich mir Sorgen, dass die zweite Impfung nicht richtig gewirkt haben könnte und er nicht den Impfschutz hat, den er haben könnte. Mein Kinderarzt hat lediglich gemeint, es gebe seines Wissens keine Studie, die belegt dass der Impferfolg tatsächlich vermindert ist.

Ich möchte als Mutter natürlich bereits den Verdacht ausschließlich, dass er nicht ausreichend geschützt ist, und würde am Liebsten eine Impfung nachholen, mit entsprechendem Abstand zur letzten Impfung.

Was würden Sie mir raten?

Außerdem würde ich mich über Ihre Meinung zu einer Verhärtung der Impfstelle freuen. Vor mehr als drei Wochen hat mein Sohn seine Meningokokken-B-Auffrischung erhalten. Er hat noch immer eine Verhärtung. Die Kinderärztin meinte, ich solle noch ein paar Wochen abwarten. Dann müsse man mal Ultraschall machen, ob sich etwas abgekapselt habe, wegen Bakterien in der Wunde (So in etwa. Genau weiß ich es nicht mehr).

Vielen herzlichen Dank im Voraus.

Beste Grüße

S. L.

Sehr geehrte Frau L.,

bei Verabreichung der Meningokokken-B-Impfung zusammen mit Sechsfach- und Pneumokokken-Impfstoff können häufiger Nebenwirkungen, insbesondere Fieber, auftreten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) kann das Fieberrisiko durch die prophylaktische Gabe von Paracetamol gesenkt werden, ohne dass die Bildung von Antikörpern beeinträchtigt wird (rki.de/…/faq_ges.html. Das RKI weist auf Studiendaten hin, die zeigen, dass die Immunogenität durch die prophylaktische Gabe von Paracetamol nicht beeinträchtigt wird rki.de/…/03_18.pdf ). Ein entsprechender Hinweis findet sich auch in der Fachinformation des Impfstoff-Herstellers.

Verhärtungen an der Injektionsstelle zählen zu den sehr häufigen Nebenwirkungen nach der Verabreichung des Meningokokken-B-Impfstoffs. Außerdem kann es sich um ein sogenanntes Impfgranulom handeln, welches als Reaktion nach Impfungen auftreten kann. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne keine Diagnose stellen können. Falls erforderlich, wird Ihre Kinderärztin abklären, ob es sich um eine bakterielle Infektion handeln könnte, die akut behandlungsbedürftig wäre, oder möglicherweise um eine Zyste oder um ein Granulom infolge der Impfung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.