Bei Immundefekt gegen Windpocken impfen?

6. Juni 2018

Hallo, mein Sohn (4,5 Jahre Alt) hat angeborene die George Syndrom und nur 25% t- zellen. Meine Frage ist, sollte er gegen Windpocken geimpft werden?

Menschen mit Immundefizienz bzw. Immunsuppression leiden häufig an Infektionskrankheiten, die schwerer verlaufen als bei Immungesunden. Daher sollte grundsätzlich auf einen möglichst weitreichenden Impfschutz geachtet werden. Wichtig ist zudem, dass Familienmitglieder und andere Kontaktpersonen im Umfeld des Patienten ausreichend geimpft sind.

Bei Kindern mit DiGeorge-Syndrom sollte vor Verabreichung von Lebendimpfstoffen, zu denen auch die Impfstoffe gegen Windpocken (Varizellen) zählen, eine immunologische Basisuntersuchung durchgeführt werden (www.immundefekt.de/digeorge.shtml).

Anwendungshinweisen zufolge, die von Experten unter Federführung der Ständigen Impfkommission STIKO erarbeitet wurden, können bei ausgewählten Patienten mit Immundefizienz bei Nachweis von ausreichenden Titern gegen Totimpfstoff sowie ausreichender zellulärer Immunität (mehr als 200 T-Zellen/ml bei Patienten mit DiGeorge-Syndrom) Impfungen mit Lebendimpfstoff erwogen werden (link.springer.com/…/s00103-017-2555-4).

Laut Fachinformationen der Hersteller dürfen Varizellen-Kombinations- sowie Varizellen-Einzelimpfstoffe nicht angewendet werden bei einem altersspezifischen CD4+-T-Lymphozyten-Anteil von unter 25 Prozent bei Säuglingen bis 12 Monaten, von unter 20 Prozent bei Kindern im Alter von 12 bis 35 Monaten bzw. von unter 15 Prozent bei Kindern im Alter von 36 bis 59 Monaten.

Bitte lassen Sie sich beim Arzt/bei der Ärztin Ihres Sohnes ausführlich aufklären und individuell beraten.

Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.