Bronchitis nach MMRV-Impfung?

12. September 2016

Hallo,

wir haben mit unserem Sohn (akutell 18 Monate)im Februar die 1. MMR-Impfung plus Windpocken mit Priorix-Tetra gemacht.
Ca. 7 Tage später hatte er eine schwere Bronchitis, die einen Krankenhaushaltaufenthalt auf der Intensivstation mit Sauerstoffbehandlung notwendig machte.

Seitdem hat er auch eine Dauerbehandlung mit Cortsin(Flutide).

Wir müssten noch nach der Stiko-Empfehlung die 2. MMR durchführen.

Daher unsere Fragen:
1. Im Beipackzettel von Priorix steht als Nebenwirkung Bronchitis.
Kann diese schwere Bronchitis durch die Impfung aufgetreten sein (7 Tage nach Impfung) oder war das ein zeitlicher Zufall
2. Sollten wir nach dem geschilderten Verlauf überhaupt die 2. Auffrischimpfung durchführen ?
3. Könnte man anhand einer Blutuntersuchung mit Antikörperbestimmung die Wirksamkeit der 1. Impfung untersuchen und damit eine Auffrischimpfung vermeiden ?

Vielen Dank für Ihre Antwort und viele Grüße
M.K.

Sehr geehrte Eltern,

eine Bronchitis zählt zu den seltenen Nebenwirkungen nach einer MMRV-Imfpung (1 Fall von 10.000 bis 1 Fall von 1000 Geimpften). Es ist daher grundsätzlich möglich, dass die Bronchitis bei Ihrem Sohn eine Woche nach der Impfung mit dieser in Zusammenhang steht. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch nicht sehr hoch. Wichtig ist es, herauszubekommen, ob nicht eine viel häufigere virale Bronchitis vorgelegen hat. Gab es einen Erregernachweis?

Da die Bronchitis bei Ihrem Kind sehr schwer verlief, ist Ihre Sorge verständlich. Bitte besprechen Sie dies auch mit Ihrem Kinderarzt/Ihrer Kinderärztin. Falls noch nicht erfolgt, sollte Ihr Kinderarzt/Ihre Kinderärztin den Verdacht auf eine Nebenwirkung an das Gesundheitsamt oder das Paul Ehrlich-Institut melden. Sie können die Meldung an das Paul Ehrlich-Institut auch selbst vornehmen (verbraucher-uaw.pei.de/…/cgi).

Bei der zweiten MMRV-Impfung, die gemäß den Empfehlungen der STIKO möglichst noch vor dem zweiten Geburtstag durchgeführt werden sollte, handelt es sich nicht um eine Auffrischimpfung, sondern um die zweite Teilimpfung der Grundimmunisierung, die erforderlich ist, um einen sicheren und langanhaltenden Immunschutz gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken aufzubauen. Eine nach einer vorausgegangenen Impfung aufgetretene Bronchitis oder eine Kortison-Behandlung zählen nicht zu den in der Fachinformation zum Impfstoff aufgeführten Gründen, auf eine Impfung zu verzichten.


Etwa 5 bis 10 Prozent der Geimpften erlangen nach der ersten MMRV-Teilimpfung keinen ausreichenden Schutz. Es gibt keinen Test, der darauf ausgelegt wäre, den Impfschutz zuverlässig zu überprüfen. Der vorhandene Test, bei dem das Blut auf Masern-Antikörper untersucht wird, dient dazu, festzustellen, ob jemand schon einmal an Masern erkrankt war (oder ist).

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne keine individuelle Impfberatung durchführen können. Bester Ansprechpartner ist der behandelnde Kinderarzt/die Kinderärztin.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.