Einzelimpfstoff gegen Tetanus?

26. Juni 2021

Warum gibt es in Deutschland keinen Einzelimpfstoff gegen Tetanus? Meine 88-jährige Mutter bräuchte eine Tetanus-Auffrischung, verträgt aber diese Kombiimpfstoffe sehr schlecht. Gibt es hier keine Alternativen?

Gegen Tetanus sind zwar Einzelimpfstoffe zugelassen, diese werden derzeit jedoch in Deutschland nicht vermarktet ( pei.de/…/tetanus-node.html ). Welche Gründe die Impfstoffhersteller haben, die zugelassenen Einzelimpfstoffe nicht zu vermarkten, ist uns nicht bekannt.

Einer der Gründe ist möglicherweise, dass der Bedarf an Tetanus-Einzelimpfstoffen nicht sehr hoch ist. Denn im Erwachsenenalter empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO nicht nur alle 10 Jahre eine routinemäßige Auffrischimpfung gegen Tetanus, sondern auch gegen Diphtherie. Hierfür stehen entsprechende Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Die STIKO empfiehlt außerdem, bei der nächsten fälligen Impfung gegen Diphtherie und Tetanus einmalig mit einem Kombinationsimpfstoff auch gegen Pertussis (Keuchhusten) und ggf. gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) zu impfen (siehe Impfkalender gesundes-kind.de/…/).

Durch Kombinationsimpfstoffe lässt sich gegenüber Einzelimpfstoffen die Zahl der erforderlichen Spritzen zum Aufbau des Impfschutzes senken. In der Regel sind auch Kombinationsimpfstoffe gut verträglich. In Deutschland werden nur Impfstoffe zugelassen, deren Nutzen bei weitem mögliche Risiken überwiegt.

Doch bei allen Impfstoffen sind Nebenwirkungen möglich. Nur in wenigen Fällen – beispielsweise bei einer Allergie gegen Impfstoffbestandteile – sollten keine weiteren Impfungen mit dem Impfstoff erfolgen, bei dem Nebenwirkungen aufgetreten sind. Bei gesundheitlichen Beschwerden nach Impfungen, die über übliche Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder erhöhte Temperatur hinausgehen, sollte stets Rücksprache mit dem impfenden Arzt / der Ärztin gehalten werden. Besteht der Verdacht, dass es sich um Nebenwirkungen der Impfung handelt, erfolgt eine Meldung an das Gesundheitsamt oder das Paul-Ehrlich-Institut.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne keine individuellen Impfempfehlungen geben können. Lassen Sie bzw. Ihre Mutter sich am besten bei Ihrem Hausarzt / der Hausärztin beraten, wie vorzugehen ist, wenn Impfstoffe in der Vergangenheit nicht gut vertragen wurden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

*Die in den Antworten gegebenen Informationen entsprechen dem wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung.
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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.