Fieber nach Impfungen

25. September 2018

Hallo, gibt es bei den Impfungen im Kindesalter, welche, die überdurchschnittlich oft zu Fieberreaktionen führen? Insgesamt sind diese Impfreaktionen ja eher seltener geworden und ich wüsste gerne ob es Unterschiede zwischen den Impfungen und der Auftrittswahrscheinlichkeit gibt.

Fieber unter 39,5°C zählt zu den typischen Reaktionen nach einer Impfung und ist Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff (rki.de/…/nebenwirkungen_node.html). Angaben zur Häufigkeit von Fieber nach Impfungen sind in den jeweiligen Fachinformationen zu den Impfstoffen zu finden (siehe Impfstoff-Übersicht des Paul-Ehrlich-Instituts unter pei.de/…/informationen-zu-impfstoffen-impfungen-impfen.html – Link in der rechten Spalte unter „Weitere Informationen“). Dort wird auch auf das Auftreten von Fieberkrämpfen hingewiesen.

Fieberkrämpfe bei Kleinkindern treten häufig unabhängig von Impfungen auf. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erleiden 2 bis 5 Prozent der Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 4 Jahren mindestens einen Fieberkrampf. Diese unterscheiden sich nicht von Fieberkrämpfen nach Impfungen. Sie sind nicht lebensbedrohlich und verlaufen in der Regel unkompliziert. Kinder, die nach Impfungen einen Fieberkrampf entwickeln, tragen auch kein erhöhtes Risiko, im späteren Leben ein Krampfleiden oder eine neurologische Entwicklungsstörung zu bekommen.

Bei einigen Impfungen, zum Beispiel mit dem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMRV-Lebendimpfstoff), ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Fieber etwas höher als bei den meisten Totimpfstoffen. Fieber nach MMRV-Impfung tritt allerdings nicht unmittelbar nach der Impfung auf, sondern wegen der Replikation des Impfvirus 5 bis 7 Tage später.

Obwohl Fieber nach Impfungen meist nur kurze Zeit andauert, kann es zu einem Fieberkrampf kommen. Insgesamt sind Fieberkrämpfe nach Impfungen selten. Nach der Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfung erleiden 25 bis 35 von 100.000 geimpften Kindern einen Fieberkrampf.

Das Robert Koch-Institut hebt hervor: Bei der Bewertung des zeitlich begrenzten Risikos durch Fieber nach Impfungen muss berücksichtigt werden, dass insbesondere Impfungen gegen Masern, Keuchhusten, Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b die infektionsbedingte Häufigkeit von Fieber sowie von neurologischen Störungen, die mit den Erkrankungen einhergehen, signifikant gesenkt haben (rki.de/…/FAQ-Liste_Fieberkrampf.html;jsessionid=9AE00AE6A9A4319334B458E30F50D746.1_cid390).

Nach der Erstimpfung mit MMRV-Impfstoff ist für 5 bis 12 Tage das Risiko von Fieberkrämpfen gegenüber der gleichzeitigen Gabe von Windpocken-Impfstoff und MMR-Impfstoff erhöht. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO, für die erste Impfung die gleichzeitige Gabe von Varizellen-Impfstoff und MMR-Impfstoff an verschiedenen Körperstellen zu bevorzugen. Die zweite Impfung kann der STIKO zufolge mit MMRV-Kombinationsimpfstoff erfolgen.

Für eine individuelle Beratung zum Thema Impfen und Nebenwirkungen wie Fieber wenden Sie sich am besten an Ihren Kinderarzt/Ihre Kinderärztin.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.