FSME-Impfung bei schwerer Hühnereiweißallergie

2. Juli 2020

Gibt es einen Impfstoff für FSME (junior) der bei hochgradiger Hühnereiweißallergie geimpft werden kann?

Beide auf dem deutschen Markt erhältliche Impfstoffe gegen FSME können sehr geringe Spuren von Hühnereiweiß enthalten. Für beide gilt die Aussage des Robert Koch-Instituts (RKI), dass bei sehr schwerer Hühnereiweißallergie (beispielsweise mit bereits vorgekommener Anaphylaxie) eine Impfung nur unter besonderen Schutzmaßnahmen verabreicht werden darf.
„Nur wenige Impfstoffe werden unter Verwendung von Hühnerembryonen produziert (z.B. solche gegen Influenza, Gelbfieber). Grundsätzlich enthalten Impfstoffe, bei denen die Viren auf Hühnerfibroblasten gezüchtet wurden (Masern-Mumps-Röteln, Tollwut, FSME), allenfalls kaum nachweisbare Spuren von Hühnereiweiß ohne allergisierende Potenz. Internationale Studien belegen, dass auch Kinder mit anamnestisch bekannter Hühnereiweißallergie problemlos und gefahrlos gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden können. Die Hühnereiweißallergie wird in internationalen und nationalen Leitlinien nicht mehr als Kontraindikation genannt. Ausschließlich Kinder mit klinisch sehr schwerer Hühnereiweißallergie (z.B. anaphylaktischer Schock nach Genuss von geringsten Mengen von Hühnereiweiß) sollten unter besonderen Schutzmaßnahmen und anschließender Beobachtung (ggf. im Krankenhaus) geimpft werden.“ (rki.de/…/FAQ-Liste_Impfen_und_Grunderkrankungen.html)
Die entsprechenden Fachinformationen zu den FSME-Impfstoffen lassen sich beim Paul-Ehrlich-Institut bei den einzelnen Impfstoffen unter „weitere Informationen“ (PharmNet.Bund) abrufen.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne keine individuelle Beratung geben können, bester Ansprechpartner für Ihre Frage ist Ihr Kinderarzt / Ihre Kinderärztin.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.