Für Aufenthalt in Großbritannien gegen Meningokokken B impfen?

26. März 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin am überlegen ob ich meinen 14-jährigen Sohn gegen Meningokokken B impfen lassen soll. Er geht im Juni für 1 Woche mit der Schule nach England ,wo er sich in einer Gastfamilie aufhält. Er ist ansonsten gesund außer dass er von Geburt an nur 1 Niere hat , was aber bisher noch nie zu irgendwelchen Problemen geführt hat. Bin hin und her gerissen , zumal es ja auch ziemlich Nebenwirkungen geben soll. Unser Arzt meint man kann es machen wenn wir es wollen, generell mache er diese Impfung eher weniger..

Vor Reisen sollte generell darauf geachtet werden, dass der Impfschutz gemäß Impfkalender der Ständigen Impfkommission STIKO (gesundes-kind.de/…/) komplett ist.

Für Großbritannien empfiehlt das Auswärtige Amt darüber hinaus eine Reiseimpfung gegen Hepatitis A. Außerdem wird die Impfung gegen Kinderlähmung (Polio) empfohlen, die in Deutschland im Standard-Impfprogramm für Kinder enthalten ist. Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition werden auch Impfungen gegen Hepatitis B (in Deutschland ebenfalls eine Standardimpfung im Kindesalter), Typhus, Tollwut und Meningokokken-Krankheit (Serogruppen A, C, W und Y) empfohlen.

Das Centrum für Reisemedizin (CRM) rät, bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung in Großbritannien – unabhängig von der Aufenthaltsdauer – die Impfung gegen Meningokokken ACWY sowie insbesondere für Reisende unter 25 Jahren die Impfung gegen Meningokokken B zu erwägen.

Bitte beachten Sie auch die weiteren Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für Großbritannien unter auswaertiges-amt.de/…/206408#content_6. Die reisemedizinischen Länderinformationen des CRM finden Sie unter crm.de/transform.asp. Weitere Infos zur Meningokokken-Impfung bieten unsere Internetseiten unter gesundes-kind.de/…/.

Wie Ihr Arzt angemerkt hat, ist die Impfung gegen Meningokokken B in Deutschland nicht so üblich wie andere Impfungen, da sie nicht zum Standard-Impfprogramm zählt, sondern eine Impfempfehlung der STIKO lediglich für bestimmte Risikogruppen gilt (siehe auch rki.de/…/faq_ges.html). In Großbritannien dagegen sind Meningokokken der Serogruppe B häufiger als in Deutschland und die Impfung gehört zum Impfprogramm für Säuglinge. Ob es in Deutschland im Einzelfall – beispielsweise aufgrund einer bestimmten Grunderkrankung oder einer anstehenden Reise - sinnvoll ist, gegen Meningokokken B zu impfen, sollten Patienten bzw. Eltern gemeinsam mit dem Arzt entscheiden. Vor einer Impfung ist der Arzt verpflichtet, Sie über den Nutzen und mögliche Nebenwirkungen aufzuklären. Zu den häufigsten Nebenwirkungen nach der Impfung gegen Meningokokken B zählen Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Impfstelle sowie Allgemeinsymptome wie Fieber, Kopf- oder Muskelschmerzen, die anzeigen, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Diese Impfreaktionen gehen in der Regel nach wenigen Tagen vorüber. Sehr selten können – wie bei allen Impfungen - allergische Reaktionen auftreten. Eine Stellungnahme zur Meningokokken-B-Impfung und eine ausführliche Sicherheitsbewertung der STIKO können Sie nachlesen unter rki.de/…/03_18.html.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nur allgemeine Hinweise, aber keine individuelle Impfempfehlung für Ihren Sohn geben können. Lassen Sie sich am besten spätestens sechs Wochen vor der Abreise bei einem reisemedizinisch tätigen Arzt / einer Ärztin bzw. beim Gesundheitsamt persönlich beraten (Arztsuche zum Beispiel unter fit-for-travel.de/…/).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

prof.knuf.jpg

Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.