Gefährdung von Kindern durch MRSA?

17. November 2020

Liebes Experten- Team,

mein Mann befindet sich aktuell im Krankenhaus und nun wurde bei
Aufnahme festgestellt das er MRSA hat.

Wir haben 3 Kinder im Alter von 5,3 und 6 Monaten. Da wir alle engen Körperkontakt haben mache ich mir nun grosse sorgen ob sich meine Kinder bei meinem Mann auch mit MRSA infiziert haben könnten. Ist dies gefährlich gerade in der Jahreszeit wo das Immunsystem auch nicht so gut ist? Oder sie ständig irgendwo Kratzer haben und der Keim somit leichtes Spiel hat?

Ich habe Angst das sie schwer erkranken oder gar sterben könnten falls
sie diesen keim haben. Oder ihn in der Kita an andere Kinder übertragen.

Danke für ihre Rückmeldung

MRSA bedeutet "Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus". Bakterien der Art Staphylococcus aureus kommen auf der Haut und den Schleimhäuten von vielen gesunden Menschen vor. Diese Bakterien können gegen das Antibiotikum Methicillin und auch gegen andere Antibiotika resistent, also unempfindlich werden, und werden dann als MRSA bezeichnet.

Meist siedeln MRSA auf dem Menschen, ohne ihn krank zu machen. Eine Besiedlung mit MRSA kann von selbst wieder verschwinden. In manchen Fällen kann aber auch eine sogenannte Dekolonisierung sinnvoll sein. Dabei wird der Erreger durch spezielle Waschlotionen oder örtlich aufgetragene Medikamente bekämpft. Wenn MRSA zum Beispiel über Wunden oder Schleimhäute in den Körper eindringen, können sie eine Infektionskrankheit hervorrufen, die behandelt werden muss. Dies ist dann aufgrund der Unempfindlichkeit von MRSA gegen verschiedene Antibiotika jedoch oft schwierig.

Sowohl Menschen, die an MRSA erkrankt sind, als auch gesunde MRSA-Träger, die lediglich besiedelt sind, können ansteckend sein. Am häufigsten werden die Erreger durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch weitergegeben. Der Hauptübertragungsweg sind dabei die Hände. Daher sollte stets auf gründliches Händewaschen geachtet werden. Eine Ansteckung ist auch durch Gegenstände möglich, deshalb sollten beispielsweise Badutensilien wie Waschlappen oder Handtücher nicht gemeinsam benutzt werden.

Für Angehörige im Haushalt eines MRSA-Trägers ist das Risiko nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in der Regel nicht sehr hoch (rki.de/…/Ratgeber_Staphylokokken_MRSA.html). Durch enge Körperkontakte kann es zwar zu einer vorübergehenden Besiedlung von Familienmitgliedern kommen. Nach Angaben des RKI stellt eine Übertragung auf ansonsten Gesunde in der Regel aber keine Bedrohung dar. Das gilt der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) zufolge auch für ansonsten gesunde Kinder (dgpi.de/…/). Gefährdet sind allerdings Personen mit offenen Wunden oder anderen Risikofaktoren, z.B. Diabetiker oder Dialysepflichtige. Diesen und auch Menschen mit Störungen des Immunsystems empfiehlt das RKI, zu MRSA-Trägern bis zur erfolgreichen Dekolonisierung Abstand zu halten. Ob Maßnahmen wie der Einsatz von Desinfektionsmitteln im privaten Haushalt sinnvoll sind, sollte im individuellen Fall mit einem Arzt / einer Ärztin abgestimmt werden.

Weitere Informationen zu MRSA und den Schutzmöglichkeiten finden Sie auf den Internetseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter infektionsschutz.de/…/.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne das konkrete Risiko für Ihre Familie nicht beurteilen können. Besprechen Sie Ihre Sorge am besten mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin vor Ort.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

prof.knuf.jpg

Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.