Gegen Grippe impfen?

5. August 2020

Hallo,

eine Frage zur Grippeimpfung: meine Tochter ist 2,5 Jahre alt: ist da die Picks-Impfung oder das Nasenspray gegen Grippe sinnvoller? Und wäre es empfehlenswert, dass mein Mann und ich uns auch impfen lassen (gerade jetzt zu Coronazeit), auch wenn wir nicht zur Risikogruppe gehören (hierzu anzumerken: ich bin Gymnasiallehrerin).

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Die jährliche Impfung gegen Grippe (Influenza) wird von der Ständigen Impfkommission STIKO empfohlen für alle Menschen ab 60, für Schwangere, ab dem Alter von sechs Monaten bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge bestimmter Grunderkrankungen, für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie bei erhöhter beruflicher Gefährdung, beispielsweise für medizinisches Personal und Beschäftigte in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr. Ebenfalls empfohlen wird die Grippeimpfung für Personen, die im selben Haushalt wie Risikopersonen leben oder diese betreuen und anstecken könnten; als Risikopersonen gelten hier Menschen mit Grunderkrankungen, bei denen die Wirksamkeit der Grippeimpfung reduziert sein kann, z.B. aufgrund einer Immunschwäche. Als Zeitpunkt für die Impfung wird Oktober oder November empfohlen.

Dass die STIKO die Influenza-impfung nur für bestimmte Personengruppen empfiehlt, bedeutet nicht, dass die STIKO von einer Influenzaimpfung anderer Personen abrät. Grundsätzlich können sich auch Personen gegen Grippe impfen lassen, die nicht zu den genannten Personengruppen zählen. Bei Bedarf sollte geklärt werden, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Auch viele Arbeitgeber bieten ihren Angestellten die Influenzaimpfung an, um Grippeerkrankungen und dem damit verbundenen Arbeitsausfall vorzubeugen.

Die Impfung gegen Grippe schützt nicht vor Erkrankungen an dem Coronavirus SARS-CoV-2. Allerdings wird durch die Impfung das Risiko verringert, zusätzlich an einer Grippe zu erkranken.

Einige Totimpfstoffe gegen Grippe, die durch eine Spritze verabreicht werden, sind ab dem Alter von sechs Monaten zugelassen. Der Influenza-Lebendimpfstoff, der als Nasenspray gegeben wird, hat eine Zulassung für das Alter von zwei bis 17 Jahren. Es gibt keine Empfehlung der STIKO, bei Kindern im entsprechenden Alter einen der Impfstoffe zu bevorzugen. Lediglich in Situationen, in denen die Injektion des Totimpfstoffs problematisch ist, z.B. bei Spritzenphobie oder Gerinnungsstörungen, sollte der Lebendimpfstoff präferiert werden. Es sind jedoch jeweils Gegenanzeigen (Kontraindikationen) der Impfstoffe zu beachten, bei denen diese nicht verabreicht werden dürfen. So darf der Lebendimpfstoff beispielsweis nicht bei Immunschwäche angewendet werden.

Die Grippe­Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich. Bei der Impfung mit Totimpfstoff kann es vorübergehend zu Reaktionen wie leichten Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle kommen. Der Lebendimpfstoff kann eine verstopfte oder laufende Nase auslösen. Unabhängig vom Impfstoff treten gelegentlich vorübergehend Allgemeinsymptome wie bei einer Erkältung auf, unter anderem Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen. In der Regel klingen diese Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Tagen folgenlos wieder ab. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie hierzu ausführlich beraten.

Weitere Informationen zur Grippe-Impfung finden Sie unter gesundes-kind.de/…/ sowie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts unter rki.de/…/faq_ges.html.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine individuellen Impfempfehlungen geben können und lassen Sie sich von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin beraten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.