Gegen welche Meningokokken-Typen impfen?

4. August 2022

Hallo, mein Kind ist 14 Monate alt und Nun steht die Meningokokkenimpfung an. Nun meine Frage, welche der Unterarten wird empfohlen?

Die Untergruppe B, welche in Deutschland am häfigsten auftritt wird nicht von der Stiko empfohlen? Wieso?

Vielen Dank für Ihren Ratschlag

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Impfung gegen den Meningokokken Typ (Serogruppe) C als Standardimpfung für alle Kinder ab dem Alter von 12 Monaten.

Die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B zählt nicht zu den Routineimpfungen, wird jedoch von der STIKO bei erhöhtem Risiko empfohlen. Insbesondere gesundheitlich gefährdete Personen mit einer angeborenen oder erworbenen Beeinträchtigung des Immunsystems sollten gegen Meningokokken B sowie mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y geimpft werden. Nach engem Kontakt mit Personen, die an einer Meningokokken-Infektion erkrankt sind, sollte eine postexpositionelle Impfung gegen die ursächliche Serogruppe erfolgen. Auch eine Reiseimpfung gegen Meningokokken B und/oder Meningokokken ACWY kann sinnvoll sein. Zudem gibt es besondere Impfempfehlungen für das berufliche Umfeld.

Meningokokken können schwere, lebensbedrohliche Infektionskrankheiten wie eine bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen (weitere Infos unter gesundes-kind.de/…/). Meningokokken B sind in Deutschland am häufigsten für solche invasiven Meningokokken-Erkrankungen verantwortlich (im Jahr 2020 für 54,6 Prozent von 97 gemeldeten Fällen, bei denen Angaben zur Serogruppe vorlagen), gefolgt von Meningokokken Y (19,6 Prozent) und W (11,3 Prozent). Meningokokken C verursachen dank der allgemeinen Impfempfehlung nur noch einen kleineren Teil der invasiven Meningokokken-Erkrankungen (im Jahr 2020 8,2 Prozent).

Invasive Infektionen mit Meningokokken C gingen in Deutschland seit Einführung der allgemeinen Impfempfehlung im Jahr 2006 bis zum Jahr 2019 in der Altersgruppe der ein- bis 13jährigen Kinder um 96 Prozent zurück, invasive Meningokokken-B-Infektionen um 63 Prozent. Im Jahr 2020 haben die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 auch zu einem Schutz vor Meningokokken und zu einem weiteren Rückgang an invasiven Meningokokken-Erkrankungen beigetragen, nach Aufhebung der Corona-Maßnahmen ist jedoch mit einem Wiederanstieg zu rechnen (rki.de/…/Jahrbuch_2020.html).

Nach Angaben der STIKO ist grundsätzlich anzunehmen, dass eine Meningokokken-B-Impfung vor invasiven Erkrankungen durch einen Großteil der in Deutschland zirkulierenden Meningokokken-B-Stämme schützen kann. Für eine Empfehlung als Standardimpfung fehlen der STIKO zufolge jedoch noch wichtige Daten, insbesondere zur klinischen Impfeffektivität nach vollständiger Grundimmunisierung und zur längerfristigen Impfwirksamkeit. Außerdem ist noch nicht bekannt, ob die Impfung auch vor einer Besiedlung mit Meningokokken B schützt; dies wäre für den Gemeinschaftsschutz wichtig. Angesichts der niedrigen und rückläufigen Erkrankungszahlen an invasiven Meningokokken-B-Infektionen in Deutschland wird die STIKO die Entscheidung, ob eine Meningokokken-B-Impfung nicht nur Risikogruppen, sondern darüber hinaus als Routineimpfung empfohlen werden sollte, erst fällen, wenn weitere robuste Daten zu diesen Aspekten vorliegen.

Die ausführliche Stellungnahme der STIKO zur Impfung gegen Meningokokken B können Sie nachlesen unter rki.de/…/Art_01.html. Antworten auf häufige Fragen zur Schutzimpfung gegen Meningokokken finden Sie unter rki.de/…/faq_ges.html.

Eine fehlende STIKO-Empfehlung hindert den Arzt oder die Ärztin im individuellen Fall jedoch nicht an einer begründeten Impfung gegen Meningokokken B auch von Personen, die nicht zu den oben genannten Risikogruppen zählen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine individuelle Impfempfehlung geben können und lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin beraten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

*Die in den Antworten gegebenen Informationen entsprechen dem wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung.
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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.