Impfschema bei Impfung gegen Japanische Enzephalitis

10. April 2021

Wir reisen nach Sri Lanka und haben uns deshalb gegen Japanische Enzephalitis impfen lassen. Die Ärztin hat bei unserer knapp 6jährigen Tochter ein verkürztes Impfschema von 7 Tagen angewandt. Nun habe ich gelesen (RKI und auch auf Ihrer Seite), dass das nur für Erwachsene zugelassen ist. Ich mache mir große Sorgen, dass bei unserer Tochter dadurch ein Schaden entsteht. Können Sie mir diese Sorge nehmen? Was kann im schlimmsten Fall passieren? Warum darf das verkürzte Impfschema bei Erwachsenen, nicht aber bei Kindern angewendet werden?

Herzlichen Dank!

Die Grundimmunisierung gegen Japanische Enzephalitis umfasst zwei Impfstoffdosen, die nach dem konventionellen Impfschema im Abstand von 28 Tagen verabreicht werden. Bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 65 Jahren ist auch ein Schnellschema mit einem Abstand von 7 Tagen zugelassen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass das Schnellschema für Kinder gefährlich ist. Vielmehr wurde dieses Schnellschema in den Zulassungsstudien nur bei Erwachsenen untersucht, bei Kindern wurden zu Wirksamkeit und Sicherheit des Schnellschemas in diesem Rahmen keine Daten erhoben (ema.europa.eu/…/ixiaro).

Das Robert Koch-Institut hebt generell hervor, dass Impfschemata Bestandteil der Zulassung eines Impfstoffes sind. Da klinische Studien zu Wirksamkeit und Sicherheit bei Abweichungen vom festgelegten Impfschema in der Regel nicht vorliegen, ist eine Modifikation des zugelassenen Impfschemas nicht anzuraten. Eine Unterschreitung empfohlener Impfabstände sollte nicht erfolgen, da sonst die Wirksamkeit des Impfstoffs nicht gewährleistet ist. Unter Umständen kann nach Abschluss der Impfreihe die Wirksamkeit durch eine Antikörperbestimmung kontrolliert werden (rki.de/…/FAQ02.html?nn=2391120, rki.de/…/FAQ04.html).

Falls nach einer Impfung Beschwerden auftreten, die über übliche Impfreaktionen hinausgehen, sollten diese ärztlich abgeklärt und ggf. behandelt werden. Besteht der Verdacht auf eine Nebenwirkung einer Impfung, muss der Arzt / die Ärztin eine Meldung an das Gesundheitsamt oder das Paul-Ehrlich-Institut vornehmen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nur allgemeine Hinweise geben, aber keine individuelle Beratung leisten können und wenden Sie sich am besten an die Ärztin, die Ihre Tochter geimpft hat. Bezüglich der Abweichung vom Impfschema kann diese den Impfstoffhersteller kontaktieren und das weitere Vorgehen abstimmen.


Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

*Die in den Antworten gegebenen Informationen entsprechen dem wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung.
prof.knuf.jpg

Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.