Impfung gegen Meningokokken

22. April 2018

Mein Enkelkind ist 15 Monate alt und man rät zur Impfung gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y , usw, außer der Serogruppe B . Empfohlen von der Stiko ist nur die Impfung gegen die Serogruppe C, die auch gut verträglich sein soll. Warum ist dies so, es wäre doch besser, gleich alle Serogruppen, durch die Impfung abzudecken. Sind evt. Nebenwirkungen bei dieser Mehrfachimpfung größer als bei der alleinigen Impfung gegen die Serogruppe C?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Meningokokkenimpfung gegen die Serogruppe C für alle Kinder ab dem 2. Lebensjahr.
Nur bei einem erhöhten Risiko für Meningokokkeninfektionen wird die Impfung gegen die Serogruppen A, C, W und Y sowie gegen B empfohlen. Dies betrifft vor allem Personen mit einem beeinträchtigten Immunsystem.
Die STIKO berücksichtigt bei ihren Impfempfehlungen verschiedene Aspekte: Hierzu gehören beispielsweise die Höhe der Krankheitslast bestimmter Infektionen, wie auch Wirksamkeit und Sicherheit vorhandener Impfstoffe. Auch die Finanzierung spielt eine Rolle, denn die Krankenversicherungen zahlen die von der STIKO empfohlenen Impfungen.
Die Impfung gegen Meningokokken B wird von der STIKO bisher nicht allgemein empfohlen. Als Begründung gibt sie u. a. fehlende Daten zur Impfung und eine rückläufige Anzahl der Erkrankungen mit Meningokokken B an.
2016 wurden 338 Fälle von invasiven Meningokokkenerkrankungen in Deutschland gemeldet, also beispielsweise Hirnhautentzündungen oder Sepsis (Blutvergiftung). Für 280 dieser Fälle lagen Angaben zum Serotyp vor: Serogruppe B verursachte 58 % und Serogruppe C 21 % der invasiven Meningokokkenerkrankungen. Die Serogruppen Y (11 %), W (9,3 %) und A haben einen eher geringen Anteil an dieser Krankheitslast.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die 2006 eingeführte Impfung gegen Meningokokken Serotyp C zu einem deutlichen Rückgang dieser Infektion führte. Bei den 1- bis 9-Jährigen ging die Anzahl der Fälle mit Serotyp C bis 2016 um 90 % zurück.

Die Art der Nebenwirkungen der verschiedenen Meningokokken-Impfstoffe sind recht ähnlich (siehe gesundes-kind.de/…/). Zu den Unterschieden in den Häufigkeiten von Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Weitere Informationen zur Impfung gegen Meningokokken erhalten Sie beim Robert Koch-Institut:
rki.de/…/faq_ges.html#FAQId2407314

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne keine individuelle Beratung geben können, bester Ansprechpartner für Ihre Frage ist die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.