Impfung gegen Pneumokokken vor Cochlea-Implantat

22. November 2017

Hallo. Unser Sohn bekommt am 12. Dezember ein Cochlea Implantat. Er soll vorher noch gegen Pneumokokken geimpft werden. Zuletzt hat er die Impfung im Juni 2008 erhalten. Ist der Zeitraum bis zur OP noch ausreichend zum Impfen?

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt bei geplanten Operationen, zwischen der Gabe von Totimpfstoffen, zu denen auch die Pneumokokken-Impfstoffe zählen, und dem Eingriff einen Zeitabstand von mindestens drei Tagen einzuhalten. Mögliche Impfreaktionen treten in der Regel innerhalb dieses Zeitraums auf. Zwischen der Verabreichung von Lebendimpfstoffen und der Operation sollten wenn möglich mindestens 14 Tage liegen (rki.de/…/34_17.pdf).

Bei erhöhtem Risiko für eine Pneumokokken-Meningitis wie bei einem Cochlea-Implantat wird eine sequenzielle Impfung mit PCV13-Impfstoff gefolgt von PPSV23-Impfstoff in einem Abstand von sechs bis zwölf Monaten empfohlen, wobei PPVS23 erst ab dem Alter von zwei Jahren gegeben werden soll. Die Impfserie kann ggf. nach erfolgter Implantation vervollständigt werden. Falls bereits mit PCV13 geimpft wurde, wird nur mit PPSV23 geimpft. Wurde mit PPSV23 geimpft, sollte eine Impfung mit PCV13 im Abstand von mindestens einem Jahr erfolgen.

Bitte lassen Sie sich bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin individuell beraten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.