Impfung gegen Tollwut

12. Mai 2022

Guten Tag,

mein Sohn, 4 Jahre, hat nach Katzenbiss im Ausland eine Tollwut PEP ohne Immunglobolin bekommen. Die ersten 3 hat er extrem gut vertragen und man hätte meinen können er wurde gar nicht geimpft, nach der 4. war es am Arm rot und er hatte Fieber und Kopfschmerzen (bedeutet noch lange nicht starke Antikörper Bildung). Im Krankenhaus waren es immer andere Ärzte. Der letze Pikser wurde subkutan gegeben. Dies ist mir erst im Nachhinein aufgefallen. Rabipur soll aber auf keinen Fall subkutan gegeben werden!!

Es geht hier nicht um irgendeine Impfung sondern um Tollwut nach Biss als PEP. Ich mache mir Gedanken und vor Ort interessiert es niemanden. Ich kann jetzt ja auch schlecht 6 statt 5 Mal impfen. Der Tag der vierten Impfung war am 7.5. Die 5. folgt am 21. und dann wäre er durch

Was soll ich bloß tun. Niemand nimmt Tollwut in Deutschland ernst bzw kennt sich aus. Was, wenn die Tollwut Impfung nun nicht wirkt. Es geht nicht um zukünftigen Schutz hierbei!

A propos zukünftigen Schutz: wann sollte ich für langfristigen Schutz die Tollwut Impfung auffrischen nach der PEP 0 3 7 14 28? Dies kann mir auch kein Arzt bentworten hier da sich niemand mit Tollwut auskennt.

Vielen Dank!!!

Gemäß Fachinformation darf der von Ihnen genannte Impfstoff gegen Tollwut nicht subkutan injiziert werden, da hierdurch möglicherweise nicht zuverlässig eine ausreichende Immunantwort erzielt werden kann (portal.dimdi.de/…/searchresult.xhtml). Besprechen Sie am besten mit dem Arzt / der Ärztin, bei der Ihr Sohn die nächste Tollwut-Impfung erhält, ob eine Antikörperbestimmung sinnvoll sein könnte. Der Arzt oder die Ärztin kann sich auch für weitere Informationen an den Impfstoffhersteller wenden.

Treten nach einer Impfung gesundheitliche Beschwerden auf, die über übliche Impfreaktionen hinausgehen, ist der behandelnde Arzt oder die Ärztin verpflichtet, den Verdacht auf eine Impfnebenwirkung an das Gesundheitsamt oder das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zu melden. Dabei ist auch auf eine fehlerhafte Anwendung hinzuweisen. Betroffene bzw. die Eltern können auch selbst eine Meldung vornehmen unter nebenwirkungen.bund.de/…/home_node.html.

Nach einer vorbeugenden Impfung gegen Tollwut werden in der Regel alle zwei bis 5 Jahre Auffrischimpfungen empfohlen. Besondere Empfehlungen gelten für Personen, die beruflich Kontakt mit Fledermäusen oder im Labor Kontakt mit Tollwutviren haben (rki.de/…/FAQ_Liste.html). Für andere Personengruppen in Deutschland wird keine vorbeugende Tollwut-Impfung empfohlen, da Deutschland als frei von terrestrischer, das heißt durch am Boden lebende Tiere übertragener Tollwut gilt. Die vorbeugende Impfung gegen Tollwut ist jedoch als Reiseimpfung von Bedeutung.

Zu Auffrischimpfungen nach PEP finden sich in den Fachinformationen keine Angaben.

Vor einer Reise in Regionen mit Tollwutgefahr sollten Sie sich von einem reisemedizinisch tätigen Arzt oder einer Ärztin individuell beraten lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

*Die in den Antworten gegebenen Informationen entsprechen dem wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung.
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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.