Impfung in der Schwangerschaft?

3. Februar 2021

Hallo,

ich war letzte Woche bei der tdap Auffrischung impfen. Und nun habe ich festgestellt, dass ich schwanger bin (ist eine Überraschung). Ich mache mir Sorgen, ob sich das nun negativ auf das Kind auswirkt. Die Schwangerschaft besteht erst seit 4 Wochen. Sprich Frühschwangerschaft. Theoretisch weiß ich, dass eine Impfung in der Schwangerschaft nicht so ratsam ist. Ich finde allerdings nur ausführliche Berichte zu MMR Impfungen. Wie steht es mit Tdap? Soll auch hier eine Schwangerschaft für ca. 1 Monat vermieden werden?

Danke für Ihre Einschätzung.

Ob Impfungen in der Schwangerschaft möglich oder sogar empfehlenswert sind oder besser gemieden werden sollten, ist von Impfstoff zu Impfstoff unterschiedlich.

Bei den Impfstoffen gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) handelt es sich um Lebendimpfstoffe, ebenso wie auch bei den Impfstoffen gegen Windpocken (Varizellen). Diese dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Aufgrund theoretischer Überlegungen wird empfohlen, nach einer Impfung mit Lebendimpfstoff für einen Monat eine Schwangerschaft zu vermeiden. Eine versehentliche Impfung mit Lebendimpfstoffen kurz vor oder in der Schwangerschaft ist nach internationalen und nationalen Empfehlungen jedoch kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Bei vielen hundert dokumentierten Lebendimpfungen während bzw. kurz vor einer Schwangerschaft wurde kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen des Ungeborenen festgestellt.

Eine Schwangerschaftsverhütung nach einer Impfung mit Totimpfstoffen, zu denen auch die Tdap-Impfstoffe gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis) zählen, ist nicht erforderlich. Totimpfstoffe dürfen auch in der Schwangerschaft verabreicht werden, ohne dass negative Auswirkungen auf das Ungeborene zu befürchten sind. Impfungen z. B. gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis sowie gegen Grippe (Influenza) und Hepatitis können der Ständigen Impfkommission STIKO zufolge grundsätzlich und ohne höheres Risiko auch in der Schwangerschaft verabreicht werden. Andere Totimpfstoffe können gemäß STIKO nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung geimpft werden. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten nur dringend notwendige Impfungen durchgeführt werden, um zu vermeiden, dass eine Fehlgeburt, die in der Frühschwangerschaft häufiger auftritt, fälschlicherweise mit der Impfung in Zusammenhang gebracht wird.

Die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) wird Schwangeren von der STIKO ausdrücklich empfohlen, ebenso die Impfung gegen Grippe (Influenza). Die Impfung gegen Keuchhusten wird im dritten Schwangerschaftsdrittel, bei bekanntem Risiko für eine Frühgeburt im zweiten Drittel empfohlen.

Weitere Infos finden Sie unter gesundes-kind.de/…/ sowie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts unter rki.de/…/FAQ08.html und rki.de/…/Schwangerschaft.pdf.

Für eine individuelle Impfberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin und besprechen Sie auch eine eventuelle Meldung über die Impfung in der Frühschwangerschaft an den Hersteller.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

*Die in den Antworten gegebenen Informationen entsprechen dem wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung.
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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.