Ist die Impfung gegen Hepatitis B zuverlässig?

16. Dezember 2018

Guten Tag,

schützt eine Hepatitis B Impfung sicher vor einer Hepatitis B Infektion?

Meine Tochter lässt sich "für" ihren Freund (chron. Hepatitis B, asymptomatischer Träger) impfen. Muss man sich hinsichtlich einer Hepatitis B Infektion im Anschluss an die Impfung bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr Sorgen machen?

Herzlichen Dank für Ihre Antwort

Bei Hepatitis B besteht Ansteckungsfähigkeit unabhängig von den Symptomen der Erkrankung, solange Marker der Virusvermehrung (HBV-DNA, HBsAg, HBeAg) nachweisbar sind. Die Ansteckungsgefahr hängt dabei von der Menge der Viren im Blut und der Art des Kontaktes ab. Die Infektiosität kann durch eine wirksame antivirale Therapie erheblich reduziert werden.

Hepatitis B wird vor allem bei ungeschützten Sexualkontakten übertragen. Kondome bieten jedoch nur einen begrenzten Schutz. Denn Hepatitis-B-Viren können generell weitergegeben werden, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten wie Blut oder auch Speichel, Sperma und Vaginalsekret an verletzte Haut oder an die Schleimhäute gelangen. Eine Ansteckung ist auch über Gegenstände denkbar, beispielsweise durch gemeinsam benutzte Zahnbürsten oder Nagelscheren (weitere Infos zu Hepatitis B und zur Impfung unter gesundes-kind.de/…/).

Deshalb zählen Partnerinnen bzw. Partner sowie Familienangehörige und andere Mitbewohner in einer Wohngemeinschaft von HBsAg-Trägern zu den besonders gefährdeten Personengruppen, die auch im Erwachsenenalter unbedingt gegen Hepatitis B geimpft werden sollten.

Nach der dritten Impfdosis gegen Hepatitis B lassen sich bei einem hohen Anteil, jedoch nicht bei allen Geimpften schützende Antikörper nachweisen. Um einen sicheren Impfschutz zu gewährleisten, wird empfohlen, vier bis acht Wochen nach Abschluss der Impfserie durch eine Bestimmung der Antikörper im Blut den Impferfolg (Anti-HBs-Konzentration von mindestens 100 IE/L) überprüfen und ggf. nachimpfen zu lassen. Wenn bereits im Säuglingsalter die Standardimpfung gegen Hepatitis B erfolgte, sollte bei erhöhtem Risiko und unbekanntem Antikörper-Titer bzw. einer Anti-HBs-Konzentration unter 100 IE/l ebenfalls eine Auffrischimpfung und Kontrolle des serologischen Impftiters erfolgen. Sexualpartner von HBsAg-Trägern sollten alle zehn Jahren eine weitere Kontrolle der Antikörper-Titer und falls erforderlich eine Auffrischimpfung durchführen lassen (weitere Infos unter rki.de/…/FAQ-Liste_HepB_Impfen.html).

Ihre Tochter sollte sich bei ihrem Arzt / ihrer Ärztin individuell beraten und aufklären lassen, um einen sicheren Schutz vor Ansteckung zu gewährleisten.

Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind-Team

prof.knuf.jpg

Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.