Kein Rötelntiter in der Schwangerschaft - was tun?

30. September 2016

Meine Tochter (31 Jahre) hattte bislang drei Impfungen gegen Röteln und ist jetzt schwanger. Die Titerbestimmung ergab jetzt einen Titer von 7 IE, gem. Labor: damit kein Impfschutz. Was ist zu tun?

Wenn Ihre Tochter zwei oder drei dokumentierte, also in den Impfpass eingetragene Impfungen gegen Röteln erhalten hat, ist davon auszugehen, dass sie vor Röteln geschützt ist. Dies gilt auch bei negativem oder grenzwertigen Rötelntiter.
Dies entspricht der Einschätzung des Robert Koch-Instituts: Zum einen wird der Schutz vor Röteln nicht nur durch die in der Diagnostik gemessenen Antikörper vermittelt, sondern auch durch bestimmte Immunzellen (zelluläre Immunität), die nicht nachgewiesen werden können. Zum anderen treten in Deutschland Fehlbildungen bei Kindern durch Röteln in der Schwangerschaft nur sehr selten und nur bei ungeimpften Frauen auf.

Ist eine Schwangere dagegen nicht oder nur einmal geimpft, besteht bei einem geringen Rötelntiter die Gefahr, dass sie sich mit Röteln infizieren kann. Die Infektion kann dann auf das ungeborene Kind übergehen und möglicherweise zu Schäden führen.

Schwangere sollten nicht gegen Röteln geimpft werden. In einem solchen Fall sollte das persönliche Umfeld vor einer möglichen Rötelnerkrankung geschützt werden. D.h. der Vater des Kindes, evtl. bereits vorhandene Geschwister des Ungeborenen und weitere Familienangehörige sollten einen ausreichenden Impfschutz laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut besitzen (zweifache Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln für alle nach 1970 Geborene). Zum anderen sollte die Schwangere Veranstaltungen, besonders solche mit Kindern (z.B. Schulfeste, Kindergarten) vermeiden, da dort eine besonders hohe Ansteckungsgefahr besteht.

Weitere Informationen finden Sie beim Robert Koch-Institut: rki.de/…/Liste_Roeteln.html
Wir wünschen alles Gute für die Schwangerschaft.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne, ohne alle relevanten Befunde im Einzelnen zu kennen, nur allgemeine Empfehlungen geben können. Bitte besprechen Sie die Frage auch mit dem Frauenarzt/der Frauenärztin.

Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.