Kinder gegen Grippe impfen?

22. November 2018

Ich lasse mich seit Jahren gegen Grippe impfen und würde nun gerne auch meine Kinder (3,5 Jahre und 15 Monate alt) impfen lassen, da beide in die Kita gehen. Seltsamerweise habe ich aber bereits mehrfach in unserer Kinderarztpraxis gefragt, ob sie uns diese Impfung empfehlen würden, aber es kam nie eine wirkliche Antwort (“das müssen sie selbst entscheiden”).

Sollte ich die Kinder besser nicht impfen lassen, wenn sie nicht zu einer Risikogruppe gehören? Ist die Impfung für Kinder sicher? Sie erfolgt durch ein Nasenspray, oder? Danke

Die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission STIKO gelten in Deutschland als medizinischer Standard, an dem sich Kinderärztinnen und -ärzte bei ihrer Impfberatung in der Regel orientieren. Daher wird die Impfung gegen Grippe (Influenza) in der Regel nur für Kinder explizit empfohlen, die durch eine chronische Erkrankung oder eine Immunschwäche gesundheitlich besonders gefährdet sind bzw. die im Haushalt mit Risikopersonen leben, die sie durch eine Ansteckung gefährden könnten.

Die saisonale Influenza-Impfung wird von der STIKO für gesunde Kinder ohne Risikofaktoren nicht ausdrücklich empfohlen, da eine Grippe bei ihnen meist ohne schwerwiegende Komplikationen verläuft. Das bedeutet jedoch nicht, dass die STIKO von einer Influenza-Impfung für gesunde Kinder abrät. Die STIKO empfiehlt jedem, der sich oder seine Kinder impfen lassen möchte, dies mit seinem Arzt oder seiner Ärztin zu besprechen.

Antworten auf viele Fragen zur Grippe-Impfung finden Sie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI) unter rki.de/…/faq_ges.html.

Bei der Grippe-Impfung ist zu beachten, dass die Effektivitä geringer ist als bei vielen anderen von der STIKO empfohlenen Impfungen. Dennoch können zahlreiche Erkrankungsfälle bei Geimpften und somit auch eine Ansteckung anderer verhindert werden. Selbst wenn es zu einer Influenza kommt, verläuft diese bei Geimpften milder, das heißt mit weniger Komplikationen, als bei Ungeimpften.

Die Sicherheit von Impfstoffen wird für die Altersgruppen überprüft, in denen der Impfstoff zugelassen ist. Einige Totimpfstoffe, die durch eine Spritze verabreicht werden, sind ab dem Alter von sechs Monaten zugelassen. Der Lebensimpfstoff, der als Nasenspray gegeben wird, hat eine Zulassung für das Alter von zwei bis 17 Jahren. Es besteht keine Empfehlung der STIKO, bei Kindern im entsprechenden Alter einen der Impfstoffe zu bevorzugen.

Die Influenza-­Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich. Nach der Injektion von Totimpfstoff kann es als Zeichen der Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff zu Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle kommen. Lebendimpfstoff kann eine verstopfte oder laufende Nase hervorrufen. Unabhängig vom verwendeten Impfstoff treten nach der Grippe-Impfung gelegentlich Allgemeinsymptome wie Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen auf, die einer Erkältung ähneln. Diese Beschwerden klingen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen folgenlos wieder ab. Ausführliche Informationen zu den Impfstoffen und den Nebenwirkungen sowie Hinweise, welche Impfstoffe beim Hersteller abverkauft sind, finden Sie auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) unter pei.de/…/influenza-grippe-inhalt.html (rechte Tabellen-Spalte).

Bitte lassen Sie sich bei einem Kinderarzt / einer Kinderärztin Ihres Vertrauens beraten, ob eine Grippe-Impfung für Ihre Kinder in Frage kommt oder ob es individuelle Gründe gibt, die dagegen sprechen, und lassen Sie sich über Nutzen und mögliche Risiken aufklären, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.

Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.