Kleinkind gegen FSME impfen?

6. April 2021

Sehr geehrtes Expertenteam,

Ich möchte meine Kinder bereits mit 24 Monaten gegen FSME impfen lassen. Wegen der Nebenwirkungen wird von vielen Kinderärzten geraten später impfen zu lassen.

Mit welchen Nebenwirkungen muss denn bei der Impfung in einem so jungen Alter gerechnet werden?

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Impfung gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) für Kinder bzw. Erwachsene, die in FSME-Risikogebieten (rki.de/…/Karte_Tab.html) mit Zecken in Kontakt kommen, außerdem für Personen, die durch FSME beruflich gefährdet sind sowie bei Reisen in FSME-Risikogebiete bei möglichem Kontakt zu Zecken.

Die Empfehlung für die Zeckenimpfung gilt auch für Kinder. Es sind FSME-Impfstoffe verfügbar, die ab dem Alter von einem Jahr zugelassen sind.

Bei Kindern verlaufen Erkrankungen an FSME im Allgemeinen leichter als bei Erwachsenen. Schwere Verläufe kommen jedoch auch bei Kindern vor und im Einzelfall lässt sich der Verlauf nicht vorhersagen. Zudem ist bei Kindern die Gefahr besonders groß, von einer Zecke gestochen zu werden, da sie sich viel im Freien aufhalten. Bei einer Erkrankung an FSME gibt es keine spezifische Behandlung. Die Impfung ist die effektivste vorbeugende Maßnahme gegen FSME. Gegenüber dem Risiko von Nebenwirkungen der Impfung wie Fieber sind die möglichen Folgen einer FSME-Infektion abzuwägen. Daher sollte sich der STIKO zufolge die Entscheidung für oder gegen eine Impfung bei Kindern – ähnlich wie bei Erwachsenen – nach dem Risiko einer FSME-Infektion richten.

Da bei Kindern unter drei Jahren das Risiko für Fieber mit 15 Prozent etwas höher ist als bei älteren Geimpften mit 5 bis 6 Prozent, empfiehlt die STIKO, dass die Impfentscheidung in dieser Altersgruppe zusammen mit den Eltern besonders sorgfältig getroffen werden sollte.

Weitere mögliche Nebenwirkungen und ihre Häufigkeit sind den Fachinformationen zu den Impfstoffen zu entnehmen (abrufbar unter pei.de/…/fsme-node.html, Link in der rechten Spalte anklicken).

In allen Altersgruppen treten am häufigsten (bei bis zu 45 Prozent) Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle auf. Neben Temperaturerhöhung sind Allgemeinsymptome wie Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein oder Magen-Darm-Beschwerden häufig. In der Regel sind diese Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab. Es wurden keine schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Nebenwirkungen in verschiedenen Zulassungsstudien oder in der Beobachtung nach der Markteinführung beschrieben.

Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Impfkomplikation muss der impfende Arzt / die Ärztin diese dem Gesundheitsamt, dem Paul-Ehrlich-Institut oder dem jeweiligen Impfstoffhersteller melden.

Weitere Infos finden Sie beim Robert Koch-Institut unter rki.de/…/FSME-Impfung.html sowie auf unseren Internetseiten unter gesundes-kind.de/impfungen/fsme-impfung/.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine individuelle Impfempfehlung geben können und lassen Sie sich von Ihrer Kinderärztin / Ihrem Kinderarzt beraten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

*Die in den Antworten gegebenen Informationen entsprechen dem wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung.
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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.