Knoten an der Impfstelle

1. Januar 2020

Hallo,

wir haben vor 6 Wochen die Impfung gegen Meningokokken B mit Bexsero machen lassen. Meine Tochter ist 22 Monate ist. Es war die zweite Impfung. Bei der ersten hatten wir keine Impfreaktionen. Bei der zweiten hatte sie einen Tag lang Fieber gehabt und einen großen Knubbel am Arm, der bis heute nicht weg geht. Was kann man da machen? Würde massieren helfen? Wodurch entsteht so ein Knubbel nach der Impfung (ich habe in Foren gelesen, dass es davon kommen kann, dass der Arzt zu schnell gespritzt hat, stimmt das?)

Der Knubbel ist ansonsten nicht rot und wenn ich mit meiner Hand drüber fahre, scheint es meiner Tochter nicht weh zu tun. Es fühlt sich an wie eine erbsengroße Kapsel unter der Haut. Wie lange hält sich so etwas und was kann man dagegen tun? Ist es schlimm?

Sie hatte das bei keiner anderen Impfung gehabt und wir haben mittlerweile alle empfohlenen Impfungen machen lassen.

Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus.

Verhärtungen an der Impfstelle zählen zu den sehr häufigen Nebenwirkungen nach der Verabreichung des Meningokokken-B-Impfstoffs. Bei dem von Ihnen beschriebenen Knoten unter der Haut könnte es sich um ein Impfgranulom handeln. Solche Gewebeneubildungen werden gelegentlich nach der Gabe von sogenannten Adsorbatimpfstoffen beobachtet, die wie der Meningokokken-B-Impfstoff als Wirkverstärker Aluminiumsalze enthalten (pei.de/…/3-2015.pdf).

Studiendaten zufolge treten solche Impfgranulome bei etwa einem Prozent der Impfungen mit verschieden Impfstoffen auf. Bei 85 Prozent der Betroffenen wurde eine Kontaktallergie gegen Aluminium nachgewiesen. Es wird diskutiert, ob eine zu oberflächliche Injektion des Impfstoffs die Entstehung von Granulomen begünstigt. Impfgranulome könnten möglicherweise auch dann entstehen, wenn Impfstoff äußerlich an der Kanüle haftet.

In der Regel sind Impfgranulome harmlos, bleiben ohne gesundheitliche Folgen und bilden sich in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren von selbst wieder zurück. Maßnahmen, um die Rückbildung zu beschleunigen, sind uns nicht bekannt. Im Verlauf kann sich aus einem Impfgranulom ein steriler Abszess oder eine Zyste entwickeln, die meist von selbst abheilen, in seltenen Fällen aber chirurgisch entfernt werden.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne keine Diagnose stellen können, ob es sich tatsächlich um ein Impfgranulom handelt. Lassen Sie den Knoten bei Ihrer Tochter am besten bei Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin abklären. Der Arzt bzw. die Ärztin muss Impfnebenwirkungen wie Granulome, die über übliche Impfreaktionen hinausgehen, an das Gesundheitsamt bzw. das Paul-Ehrlich-Institut melden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.