Können Impfabstände unterschritten werden?

2. Oktober 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

vlt können sie mir weiterhelfen. Kann der Mindestabstand von 4 Wochen zwischen G2 und G3 eines Kleinkindes unterschritten werden? Ebenso würde mich interessieren, ob ein Abstand von 4Monaten relevant für die Immunisierung wäre? Und könnte man bei der G2 6fach Impfung plus Rotavirus-Impfung zusätzlich Meningokokken B impfen lassen?

Vielen Dank für Ihre Mühen.

Zwischen der zweiten Sechsfach-Impfung zur Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B und Hib (im Impfkalender der Ständigen Impfkommission STIKO als G2 bezeichnet, gesundes-kind.de/…/) und der dritten Teilimpfung (G3) sollte ein Mindestabstand von einem Monat nicht unterschritten werden. Ein Abstand von vier Monaten zwischen G2 und G3 wäre möglich. Zwischen der dritten (G3) und der letzten Sechsfach-Impfung (G4) sollte der Abstand jedoch mindestens sechs Monate betragen, um den Aufbau eines langanhaltenden Immunschutzes zu gewährleisten.

Impfschemata sind Bestandteil der Zulassung eines Impfstoffes. Studiendaten über Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs bei Abweichungen vom festgelegten Impfschema liegen in der Regel nicht vor, so dass eine Veränderung des zugelassenen Impfschemas nicht anzuraten ist (rki.de/…/FAQ02.html?nn=2391120).

Während eine Unterschreitung der empfohlenen Impfabstände nicht erfolgen sollte, da sonst die Wirksamkeit des Impfstoffs nicht gewährleistet ist, ist eine Überschreitung der Abstände bei den meisten Impfungen nicht problematisch. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass sich bei größeren Abständen auch der Aufbau des Impfschutzes verzögert (rki.de/…/FAQ04.html?nn=2391120).

Bei der Impfung gegen Rotaviren ist eine Alterseinschränkung zu beachten: Die Impfserie sollte am besten bis zum Alter von 16 bzw. von 20 bis 22 Wochen (je nach Impfstoff) abgeschlossen sein; spätestens bis zum Alter von 24 Wochen bzw. 32 Wochen muss die Impfserie beendet sein. Denn mit zunehmendem Alter steigt das – insgesamt geringe - Risiko für eine Darmeinstülpung (Invagination) (rki.de/…/FAQ-Liste_Rotavirus_Impfen.html).

Der für Säuglinge zugelassene Impfstoff gegen Meningokokken B kann zwar laut Fachinformation des Herstellers gleichzeitig mit Sechsfach-Impfstoff verabreicht werden. Bei gleichzeitiger Verabreichung ist jedoch das Risiko unter anderem für Fieber, Druckschmerzen an der Injektionsstelle und Reizbarkeit erhöht. Daher empfiehlt der Hersteller, getrennte Impfungen in Erwägung zu ziehen. Die gleichzeitige Anwendung des Meningokokken-B-Impfstoffs mit der Rotavirus-Impfung wurde vom Hersteller nicht untersucht.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nur allgemeine Hinweise geben können und lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin individuell beraten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.