Lang anhaltende Symptome bei Erkältung

7. Dezember 2015

Liebes Expertenteam!
Ich mache mir große Sorgen um meine Tochter (3 Jahre und 4 Monate).
Kurz vorweg: Ich bin der Vater und meine Tochter lebt bei ihrer Mutter in einer anderen Stadt. Am Wochenende ist sie aber immer bei mir. So habe ich leider keinen direkten Kontakt zum Kinderarzt und war bei den Untersuchungen auch nicht dabei.
Nun zu ihrer Krankheit.
Angefangen hat es vorletzten Sonntag. Da hatte sie nur gefühstückt, Mittag oder Abendbrot wollte sie nicht mehr. Tagsüber war sonst nichts ungewühnliches. Gegen Abend wurde sie dann ruhiger und hatte Fieber bekommen (39°C). Damit sie überhaupt schlafen konnte musste sie ein Zäpfchen bekommen (Paracetamol). Das Fieber ging bis Montag oder Dienstag, so genau konnte ihre Mutter mir das nicht mehr sagen :-( Seit dem kein Fieber mehr aber immer wieder Phasen mit Hustenanfällen und Schnupfen, d. h. also ihre Nase läuft, richtig ausschnauben kann sie noch nicht. Aber was mich am meisten beunruhigt ist das sie seit dem (also vorletzten Sonntag!) kaum noch etwas isst. Tagüber spielt sie, aber am Nachmittag wird sie dann ruhiger und sie legt sich auf die Couch und das ist auch vollkommen untypisch für sie, eigentlich ist sie permanent ein richtiger Wirbelwind. Aber wenn man überlegt das sie nicht richtig isst, ist das auch nicht verwunderlich. Letztes Wochenende war sie ja wieder bei mir und es war wieder das gleiche. Kaum essen, wenn ich sie frage ob sie etwas zu Essen haben möchte sagt sie zunächst ja, dann isst sie ein oder zwei Happen und dann will sie nicht mehr. Tagsüber spielt sie und am Nachmittag legt sie sich zum ausruhen hin. Die Nase läuft immer wieder mal und zwischen durch Phasen mit husten. Was mir noch aufgefallen ist: Eigentlich ist sie trocken. Nur Nachts bekommt sie aus "Sicherheit" noch eine Windel um, die ist morgens normalerweise aber auch immer trocken und sie geht dann morgens auf die Toilette. Das ist jetzt auch anders. Gestern war sie z. B. nur einmal auf der Toilette um ihr großes Geschäft zu machen. Farbe und Konsistenz vom Kot war normal. Ansonsten musste sie kein weiteres mal mehr auf die Toilette!!! Dafür hat sie dann in der Nacht viel Pipi gemacht, und zwar war die Windel voll bis oben, voller ging es nicht mehr.
Ihre Mutter war letzte Woche 2 x beim Kinderarzt. So wie ich informiert wurde sind die Bronchien frei und es ist lediglich eine Erkältung. Sie hat Hustensaft bekommen (ein homöopatisches Mittel, ich halte von so etwas übrigens nichts) und Nasentropfen.
Ich mache mir jetzt natürlich schon große Sorgen. Wenn sie wenigstens normal essen würde, aber fast nichts essen???? Ich habe sie am Samstag mal gewogen, ich meine sehr viel Gewicht hat sie zum Glück nicht verloren.

Ich bin ein sehr beunruhigter Vater und warte gespannt auf Ihre Meinung!!!

Vielen Dank im Voraus!

Sehr geehrter Vater,

bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne, ohne Ihre Tochter selbst untersucht zu haben, keine Diagnose stellen können. Bester Ansprechparter für Sie ist der behandelnde Kinderarzt.

Das Sprichwort, dass Erkältungen ohne Arzt eine Woche dauern und mit Arzt 7 Tage, ist nicht weit von der Wirklichkeit entfernt. Aber bis zur vollständigen Genesung können durchaus auch 2 bis 3 Wochen vergehen - je nach Erreger und Symptomen.
Meist handelt es sich bei Erkältungen um Virusinfektionen. Erkältungserreger können auch Magen-Darm-Symptome auslösen, manche können auch eine länger anhaltende Erschöpfung hinterlassen.

Auch wenn keine starken Symptome mehr vorhanden sind, kann es sein, dass das Immunsystem noch arbeiten muss - oder schon wieder. Es ist keine Seltenheit, dass im Winter mehrere Infektionen kurz hintereinander auftreten oder sich sogar überlappen. Darauf ist unser Immunsystem eingerichtet. Kleinkinder lernen die häufigsten zirkulierenden Erreger erst kennen und erkranken daher häufiger sichtbar.

Es ist grundsätzlich sinnvoll, den allgemeinen Gesundheitszustand eines Kindes im Auge zu behalten. Wenn der Kinderarzt 2x in der vergangenen Woche aufgesucht wurde, spricht das dafür. Sollten Sie sich in der nächsten Zeit weiterhin Sorgen machen, bleibt letztendlich nur eine ärztliche Beratung - durch den behandelnden Kinderarzt oder einen Kinderarzt/eine Kinderärztin Ihres Vertrauens. Als Sorgeberechtigter haben auch Sie Zugang zu den medizinischen Unterlagen.

Eventuell spielt noch ein weiterer Aspekt mit hinein: Nach einer Trennung ist es oft nicht einfach, mit dem Partner/der Partnerin für die Kinder ein "Arbeitsteam" zu bilden und alte Partnerschaftskonflikte aus Abstimmunsgprozessen rund um die Kinder heraus zu halten. Sofern dies nicht befriedigend funktionieren sollte, könnten Familien- bzw. Konfliktberatungsstellen als Moderatoren Hilfestellung leisten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.