Mumps trotz Impfung

15. November 2018

Junger Mann, Jg.1979, mumpsimpfung 1980 1-malig, Auffrischung erst 2006.
Jetzt Mumps. Ist durch die Versäumnis der 2.Impfung im Babyalter oder im Erwachsenenalter die ietzige Erkrankung möglich und erklärt, oder liegt eine andere Immunschwäche zugrunde?

Grundsätzlich gibt es keine unzulässig großen Abstände zwischen Impfungen gegen Mumps. Auch bei einer Unterbrechung für viele Jahre muss die Impfserie nicht neu begonnen werden (rki.de/…/FAQ11.html?nn=2391120). Somit liegt in dem von Ihnen geschilderten Fall eine zweimalige Mumps-Impfung vor.

Warum es trotz der empfohlenen zweimaligen Impfung zu einer Erkrankung an Mumps kommen kann, hat verschiedene Gründe. Eine MMR-Impfung schützt nicht zu 100 Prozent vor Erkrankung. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kann mit einer einmaligen MMR-Impfung eine Mumps-Erkrankung bei 64 bis 66 Prozent der Geimpften verhindert werden und nach zweimaliger Impfung bei 83 bis 88 Prozent. Zu einem Impfversagen kann es kommen, weil die Immunantwort beim Geimpften ausbleibt oder unzureichend ist. Zudem wurde in Studien beobachtet, dass der Impfschutz gegen Mumps nicht lebenslang anhält, sondern über die Zeit abnimmt (waning immunity). Abweichungen (Mismatch) zwischen Impfstammvirus und zirkulierendem Wildvirus sind ein weiterer Grund für einen unzureichenden Impfschutz (weitere Infos unter rki.de/…/FAQ-Liste_Mumps_Impfung.html).

Es ist zu beobachten, dass die Zahl der Mumps-Infektionen trotz Impfung langsam zunimmt. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Experten diskutieren daher derzeit, ob eine dritte Mumps-Impfung empfohlen werden sollte.

Ob in Ihrem Fall wie von Ihnen vermutet eine Immunschwäche oder andere Faktoren Grund für ein Impfversagen sind, können wir aus der Ferne nicht beurteilen. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin.

Bei Mumps handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird bei einer Mumps-Erkrankung oder wenn der Verdacht darauf besteht eine Meldung an das Gesundheitsamt vornehmen.

Einen Verdacht auf Mumps wird der Arzt/die Ärztin durch Laboruntersuchungen abklären, außerdem werden Beschwerden behandelt.

Bei einer Mumps-Erkrankung oder Verdacht darauf dürfen Betroffene und auch deren enge Kontaktpersonen keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen und dort auch nicht arbeiten, wenn sie Kontakt zu Betreuten hätten. Der Arzt/die Ärztin bzw. das Gesundheitsamt wird auch über Schutzmaßnahmen wie eine postexpositionelle Impfung für Kontaktpersonen beraten.

Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.