Nebenwirkungen nach Sechsfach- und Pneumokokken-Impfung

8. Mai 2016

Sehr geehrter Herr Univ.-Prof. Dr. med. Knuf,

meine Tochter, geb. am 21.02.16, erhielt am 28.04.16 ihre erste Impfung. Es wurden ihr Infanrix hexa und Prevenar 13 verabreicht.

Im ersten Moment schien alles gut zu sein. Abends wurde sie unruhig und ihr Schreien klang heiser. Die Nacht schlief sie dann durch, doch am nächsten Morgen, als ich die Windel öffnete, war der Urin stark orange bzw. rot gefärbt.

Die nächsten 3 Windeln waren normal, die vierte jedoch war wieder etwas gefärbt.

Der Kinderarzt konnte mir auch nicht weiterhelfen. Können Sie mir hierzu eine Auskunft geben? Wie sieht es mit der zweiten Impfung in 4 Wochen aus? Ich habe große Bedenken meine Tochter nochmals impfen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Fam. K.

Sehr geehrte Eltern,
es ist verständlich, dass Sie Bedenken haben. Verfärbter Urin kann ein wichtiges Warnsignal sein. Die von Ihnen beschriebene Verfärbung des Urins ist allerdings nicht als typische unerwünschte Reaktion auf die genannten Impfungen bekannt. Eine andere Ursache ist daher grundsätzlich als wahrscheinlicher anzunehmen. Geben Sie Karottensaft oder andere gefärbte Getränke, wäre dies eine sehr wahrscheinliche Ursache. Sofern Sie stillen, könnte sich auch Ihre eigene Nahrung (z.B. Karotten oder Rote Beete) auf die Farbe des Urins Ihrer Tochter auswirken.
Dennoch ist es wichtig, ein solches Anzeichen im Auge zu behalten bis die Ursache geklärt ist.

Diesem Phänomen gegenüber stehen die Krankheiten, die durch die Impfungen verhütet werden. Unter Impfschutz A-Z finden Sie diese und die damit teilweise verbundenen schweren Komplikationen bis hin zu bleibenden Schäden und sehr selten auch Todesfällen.

Bester Ansprechpartner in einer solchen Situation ist Ihr Kinderarzt, bezüglich der verfärbten Windel könnte eventuell auch noch Ihre Hebamme in der Nachbetreuung beraten.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne keine individuelle Beratung durchführen können.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.