Pocken oder Windpocken

10. September 2018

Mein Hausarzt hat mich (32J, weiblich) gegen Pocken impfen lassen. Titer hatte ich dazu auch keine, laut der Blutuntersuchung. Als ich dies im Freundeskreis erzähle, meinten alle, dass das nicht notwendig sei und die Pocken ausgestorben seine. Auf der Homepage habe ich zudem gelesen, dass der Impfstoff nicht mehr erhältlich sei. Jetzt bin ich ehrlich gesagt, etwas verwirrt. Sind Pocken denn wirklich ausgestorben?

Ihr Hausarzt hat Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen Windpocken (Varizellen) geimpft. Diese rufen zwar auch Pusteln hervor, sind aber eine ganz andere Krankheit als die echten Pocken. Die echten Pocken sind tatsächlich dank weltweiter umfangreicher Impfung ausgestorben.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung gegen Windpocken nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für alle Frauen im gebärfähigen Alter, die keinen Schutz dagegen haben.
Der Grund für diese Empfehlung: Erkrankt eine Schwangere an Windpocken, kann das Virus auf das ungeborene Kind übergehen und ähnlich wie bei Röteln zu Missbildungen oder zum Tod des Kindes führen. Eine Ansteckung kurz vor der Geburt kann lebensbedrohliche Krankheitsverläufe beim Neugeborenen hervorrufen.

Weitere Informationen zu Windpocken erhalten Sie auf unserer Seite unter:

gesundes-kind.de/…/

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne keine individuelle Beratung geben können, bester Ansprechpartner für Ihre Frage ist Ihr behandelnder Hausarzt.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.