Schutz gegen Röteln in der Schwangerschaft

18. Februar 2017

Ich wurde im alter von einem Jahr und im alter von 6 Jahren jeweils einmal gegen Röteln geimpft. Jetzt bin ich 21, schwanger und es ist laut Bluttest keine Immunität anzunehmen.
Wie kann ich das jetzt verstehen?
Überall wo ich lese heißt es, dass nur die Impfungen schützen.
Bin ich nun trotzdem geschützt oder nicht?

Wenn Sie mindestens zwei dokumentierte, also in den Impfpass eingetragene Impfungen gegen Röteln erhalten haben, ist davon auszugehen, dass Sie vor Röteln geschützt sind. Dies gilt auch bei negativem oder grenzwertigen Rötelntiter.
Dies entspricht der Einschätzung des Robert Koch-Instituts: Zum einen wird der Schutz vor Röteln nicht nur durch die in der Diagnostik gemessenen Antikörper vermittelt, sondern auch durch bestimmte Immunzellen („zelluläre Immunität“), die nicht nachgewiesen werden können. Zum anderen treten in Deutschland Fehlbildungen bei Kindern durch Röteln in der Schwangerschaft nur sehr selten und nur bei ungeimpften Frauen auf.
Ist eine Schwangere dagegen nicht oder nur einmal geimpft, besteht bei einem geringen Rötelntiter die Gefahr, dass sie sich mit Röteln infizieren kann. Die Infektion kann dann auf das ungeborene Kind übergehen und möglicherweise zu Schäden führen.
Schwangere sollten nicht mehr gegen Röteln geimpft werden. In einem solchen Fall sollte das persönliche Umfeld vor einer möglichen Rötelnerkrankung geschützt werden. D.h. der Vater des Kindes, evtl. bereits vorhandene Geschwister des Ungeborenen und weitere Familienangehörige sollten einen ausreichenden Impfschutz laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut besitzen. Zum anderen sollte die Schwangere Veranstaltungen, besonders solche mit Kindern (z.B. Schulfeste, Kindergarten) vermeiden, da dort eine besonders hohe Ansteckungsgefahr besteht.
Weitere Informationen finden Sie beim Robert Koch-Institut: rki.de/…/Liste_Roeteln.html
Wir wünschen alles Gute für die Schwangerschaft.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne, ohne alle relevanten Befunde im Einzelnen zu kennen, nur allgemeine Empfehlungen geben können. Bitte besprechen Sie die Frage noch einmal mit dem Frauenarzt/der Frauenärztin.
Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.