Sollten die Impftermine gemäß Impfkalender eingehalten werden?

3. Februar 2015

Guten Tag Herr Dr. Knuf, die Stiko empfiehlt Rotaviren ab der 6. Woche impfen zu lassen. Meine Kinderärztin macht das bei der ersten Impfserie mit. Die erste Impfserie sollte laut Stiko ab dem vollendetem zweiten Lebensmonates stattfinden. Sie macht es aber erst zum Ende des dritten Monates. Auch von anderen Müttern wurde mir berichtet, dass die Rotaviren nur auf Nachfrage geimpft und generell eher später geimpft wird als zum korrekten Zeitpunkt.

1. Steht im Impfkalender immer der frühstmögliche Zeitpunkt und man sollte es nicht so eng sehen ?
2. Sollte mein Sohn vorm Babyschwimmen die ersten Impfungen bekommen haben?
3. Brauche ich die Rotaviren auch wenn ich stille und bei Stillkindern der Schutz vermindert ist?
4. Sollte ich auf die Zeiteinhaltung des Impfkalenders bestehen?

Sehr geehrte Eltern,

die Zeitpunkte bzw. Zeitbereiche, die die STIKO für Impfungen empfiehlt, dienen im Grundsatz dazu, den größtmöglichen Schutz für die gesamte Bevölkerung zu erreichen. Individuell kann es jedoch Gründe geben, davon abzuweichen, zumal Menschen keine Maschinen sind. Auch äußere Umstände wie Berufstätigkeit der Eltern etc. sind zu berücksichtigen.
Die Rotavirus-Impfserie sollte möglichst bis zum Alter von 12 Wochen begonnen werden. Und sie sollte bis zum Alter von 16 Wochen (bei Impfstoff mit zwei-Dosen-Schema) bzw. 22. Lebenswoche (bei Impfstoff mit drei-Dosen-Schema) beendet werden. Es gibt also tatsächlich Spielraum.

Alle Kinder in Deutschland, die geimpft werden können, sollten die Rotavirusimpfung auch erhalten. Bei dieser Impfung gilt nicht nur, dass vor allem die Jüngsten am stärksten durch die Krankheit gefährdet sind, es kommt hinzu, dass das Risiko für sehr seltene Impfkomplikationen mit dem Impfalter ansteigt. Die ist ein zusätzlicher Grund, warum die Impfserie möglichst früh abgeschlossen werden sollte.

Jeder Kontakt mit der Umwelt - auch Babyschwimmen - erhöht grundsätzlich das Infektionsrisiko. Dise ist ein weiterer Grund, warum die Säuglingsimpfungen insgesamt so früh im Leben liegen.

Um Wechselwirkungen zwischen der Muttermilch und der Impfung möglichst zu vermeiden, wird von der STIKO empfohlen, eine Stunde vor und nach der Impfung nicht zu stillen, sofern das der Stillrhythmus erlaubt (siehe
rki.de/…/39_13.pdf)

Arzt/Ärztin und Patient bzw. dessen Eltern besprechen gemeinsam, was individuell das beste Vorgehen ist. Wenn Sie bezüglich des Impfkalenders Fragen bzw. den Wunsch haben, dass möglichst nah an den STIKO-Empfehlungen geimpft wird, ist es sinnvoll das Gespräch zu suchen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind Team

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Unser Expertenrat um Prof. Dr. med. Markus Knuf vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.