Versehentlich in der Schwangerschaft gegen Röteln geimpft

9. Januar 2016

Hallo habe eine Rötelimpfung bekommen da ich nicht genug abwehrstoffe hatte, danach setzte meine Periode aus und bin dann zur Schwangerschaftsuntersuchung die ergab das ich in der ersten Woche Schwanger bin. Jetzt mache mir sorgen. Ist das für mein Kind gefährlich. Danke

Sehr geehrte werdende Mutter,

Impfungen mit einem Lebendimpfstoff, wie der Rötelnimpfstoff, werden in der Schwangerschaft aus theoretischen Überlegungen heraus grundsätzlich nicht gegeben. Nach der Impfung sollte zudem eine Schwangerschaft für einen Monat vermieden werden.

Eine versehentliche Impfung in oder kurz vor einer Schwangerschaft stellt jedoch nach nationalen und internationalen Empfehlungen keine Indikation zum Schwanger­schafts­abbruch dar, wie das Robert Koch-Institut auf seinen Internetseiten erläutert.

Das Paul-Ehrlich-Institut beschreibt im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 4/2014 die aktuelle Datenlage: In verschiedenen Schwangerschaftsregistern in den USA, England und Deutschland sowie in epidemiologischen Studien, die im Rahmen von Massenimpfkampagnen in Südamerika und dem Iran durchgeführt worden waren, wurden mehr als 3.500 nicht immune Schwangere, die kurz vor der Schwangerschaft oder in der Frühschwangerschaft versehentlich eine monovalente Röteln- bzw. eine
Masern-Röteln- oder MMR-Impfung erhalten hatten, in Studien einbezogen.
Es wurde kein Fall einer Rötelnembryopathie (eine charakteristische Fehlbildung ) durch das Impfvirus festgestellt. Diese umfangreichen Studien weisen darauf hin, dass das abgeschwächte Rötelnimpfvirus anders als das Wildtypvirus offenbar nicht mit einem Risiko für das Ungeborene verbunden ist.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind Team

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Unser Expertenrat um Prof. Dr. med. Markus Knuf vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.