Warum keine Antikörper gegen Tetanus?

22. Februar 2019

Guten Tag, bei meiner Tochter (4 Jahre alt) wurde festgestellt, dass gegen Tetanus kein bzw ungenügend Antikörper gebildet wurden, weshalb wir jetzt zu einem Immunologen sollen.

Sie hatte jetzt in den letzten 2 Jahren 3 schwere Pneumonie Verläufe und hat diverse andere Dinge in ihrer Geschichte.

Sie ist voll geimpft weshalb meine Frage lautet...Wie kann es sein, dass sie keinen Impfschutz hat?

Vielen Dank im voraus.

Werden gesunde Säuglinge beispielsweise mit Sechsfach-Impfstoff gegen Tetanus geimpft, weisen Studien zufolge nahezu alle nach Abschluss der Impfserie im zweiten Lebensjahr Antikörper auf, die als schützend angenommen werden (so genannter „Surrogatparameter“). Im Blut messbare Antikörper-Titer gelten als Korrelat für den Impfschutz gegen Tetanus. Die Immunität wird aber nicht nur durch Antikörper gewährleistet, sondern zusätzlich von einer zellulären Immunantwort vermittelt, für die es kein Routinemessverfahren gibt.

Der Impfschutz gegen Tetanus lässt im Laufe der Zeit nach, deshalb werden ab dem Alter von fünf Jahren regelmäßige Auffrischimpfungen empfohlen (siehe Impfkalender gesundes-kind.de/…/).

Keine bzw. eine ungenügende Bildung von Antikörpern nach kompletter Tetanus-Impfung könnte ein Anzeichen sein, dass die Fähigkeit des Immunsystems, eine ausreichende Immunantwort zu entwickeln, beeinträchtigt ist. Auch wiederholte schwere Pneumonien im Kleinkindalter können auf eine Immunschwäche hinweisen. Daher sollte die Immunfunktion, wie bei Ihrer Tochter geplant, von einem Kinder-Immunologen überprüft werden.

Der Kinder-Immunologe wird mögliche Störungen des Immunsystems abklären und Sie über das weitere Vorgehen, unter anderem auch zum Impfschutz, beraten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

prof.knuf.jpg

Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.