Was ist zum Schutz gegen Grippe ratsam?

7. Februar 2018

Ich habe eine 3 1/2 jährige Tochter im Kindergarten, in dem auch die Grippe kursiert. Problem ist, dass ich einen 14 Tage alten Säugling habe und mir das etwas Angst macht ... was kann ich tun und worauf muss ich achten?

Die echte Grippe (Influenza), deren Auslöser Influenza-Viren sind, wird ebenso wie eine Erkältung (grippaler Infekt), die jedoch durch andere Viren hervorgerufen wird, vor allem über Tröpfcheninfektion übertragen. Wenn ein Erkrankter niest, hustet oder spricht, gelangen kleinste, Virus-haltige Tröpfchen in die Luft, die von anderen eingeatmet werden und eine Infektion auslösen können. Die Krankheitserreger können auch durch direkten Kontakt mit Nasensekret und Speichel beispielsweise beim Küssen oder über gemeinsam benutzte Trinkgefäße übertragen werden. Zudem werden die Erreger über verunreinigte Hände und Gegenstände weiterverbreitet und können bei einer Berührung von Mund, Augen oder Nase über die Schleimhäute in den Körper gelangen.

Einige Hygieneregeln können das Risiko einer Ansteckung verringern:
· Erkrankte sollten möglichst Abstand zu anderen halten, vor allem zu Säuglingen, Schwangeren, älteren oder abwehrgeschwächten Menschen. Auf enge körperliche Kontakte sowie Händeschütteln sollte möglichst verzichtet werden.
· Erkrankte sollten sich beim Niesen oder Husten von anderen abwenden. Am besten wird ein Einmaltaschentuch benutzt, das anschließend entsorgt wird. Ist kein Taschentuch griffbereit, sollte nicht in die Hand gehustet oder geniest, sondern die Armbeuge vorgehalten werden.
· Die Hände sollten regelmäßig gründlich mit Seife gewaschen werden, vor allem beim Nachhausekommen, nach dem Naseputzen und vor dem Essen.
· Auch Kinder sollten dazu angehalten werden, sich mit ungewaschenen Händen nicht ins Gesicht zu fassen.
· Geschlossene Räume sollten mehrmals täglich gelüftet werden, um die Anzahl von Krankheitserregern in der Luft zu verringern.
· Leben besonders gefährdete Familienmitglieder im Haushalt eines Erkrankten, können weitere Maßnahmen wie der Einsatz geeigneter Desinfektionsmittel sowie das Tragen spezieller Mund-Nasen-Schutzmasken sinnvoll sein. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin individuell beraten.

Weitere Hinweise zum Infektionsschutz finden Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter „Hygienetipps“ (www.infektionsschutz.de/hygienetipps/) sowie im Erregersteckbrief „Grippe“ (infektionsschutz.de/…/). Für Kindergärten, aber auch für Eltern und das häusliche Umfeld bietet die BZgA außerdem vielfältige Broschüren und Materialien, die helfen, frühzeitig und spielerisch einfache Hygienemaßnahmen einzuüben (www.infektionsschutz.de/mediathek/).

Bestimmten Zielgruppen empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO bereits in den Monaten Oktober oder November eine Impfung gegen Influenza. Unter anderem zählen dazu auch Schwangere, von deren Grippeimpfung auch das Neugeborene profitiert. Gesunden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 60 Jahren wird die saisonale Impfung gegen Grippe zwar von der STIKO nicht ausdrücklich empfohlen (außer in der Schwangerschaft sowie bei erhöhten beruflichen Risiken). Dass die Impfung nur bestimmten Personengruppen empfohlen wird, bedeutet jedoch nicht, dass die STIKO von einer Influenzaimpfung anderer Personen ausdrücklich abrät. Vielmehr empfiehlt die STIKO jedem, der sich impfen lassen möchte, dies mit seinem Arzt bzw. seiner Ärztin zu besprechen. Unter Umständen kann eine Influenza-Impfung auch noch im Verlauf einer Grippewelle sinnvoll sein (weitere Infos zur saisonalen Influenzaimpfung unter rki.de/…/faq_ges.html).

Entwickelt ein Familienmitglied Symptome wie Husten, Schnupfen oder erhöhte Temperatur, Kopf- oder Gliederschmerzen, sollten Sie einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen. Bei Krankheitszeichen eines jungen Säuglings ist es besonders wichtig, dass frühzeitig ein Kinderarzt/eine Kinderärztin hinzugezogen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.