Was tun bei fehlender Impfdokumentation?

4. November 2019

Wir haben unser kind im Ausland adoptiert. Sie ist 14 Jahre alt. Es ist nicht nachweisbar, ob Impfungengen bereits durchgeführt worden sind. Kann man die vorgegebenen Impfungen einfach durchführen?

Der Ständigen Impfkommission STIKO zufolge gelten nur dokumentierte Impfungen als durchgeführt. Bei fehlenden oder lückenhaften Impfdokumenten oder wenn Impfungen nicht im Impfausweis dokumentiert sind, sollten Nachholimpfungen entsprechend der Empfehlungen der STIKO vorgenommen werden.

Falls die eine oder andere Impfung schon früher durchgeführt worden wäre, würde nach Einschätzung der STIKO von unnötigerweise zusätzlich verabreichten Impfstoffdosen in der Regel kein erhöhtes Risiko ausgehen. Nur in Ausnahmefällen kann es nach zu häufiger wiederholter Impfstoffgabe zu ausgeprägten Unverträglichkeitsreaktionen an der Einstichstelle mit schmerzhafter Schwellung und Rötung kommen. Eine nicht auszuschließende mögliche „Überimpfung“ mit einem ggf. etwas erhöhten Risiko für lokale Nebenwirkungen sollte der STIKO zufolge in Kauf genommen werden, um einen zuverlässigen Impfschutz für Personen ohne Impfdokumentation zu gewährleisten.

Weitere Informationen zur Impfung bei fehlender Impfdokumentation können Sie nachlesen unter rki.de/…/FAQ01.html?nn=2391120.
Den Impfkalender der STIKO mit den für verschiedene Altersgruppen empfohlenen Standardimpfungen finden Sie unter gesundes-kind.de/…/. Darüber hinaus können im Einzelfall, zum Beispiel bei bestimmten chronischen Erkrankungen, weitere Impfungen sinnvoll sein.

Lassen Sie sich am besten von Ihrem Kinder- und Jugendarzt bzw. Ihrer -ärztin individuell beraten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.