Was tun bei nicht dokumentierter Sechsfach-Impfung?

25. Juli 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Sohn ist im Juni 2 Jahre alt geworden. Bei der in diesem Rahmen statt findenden U7 und der auch erfolgten Impfung stellte mein Kinderarzt fest, dass im impfausweis meines Sohnes die letzte 6-Fach Impfung fehlt. Auch in seiner Kartei beim Arzt konnten wir sie nicht finden. Mich irritiert das sehr, weil ich bisher keine Impfung bei meinen drei Kindern versäumt habe. Die 6-Fach Impfung soll nun kommende Woche nachgeholt werden- also ja fast ein Jahr zu spät. Meine Frage ist nun folgende: sollte mein Sohn letztes Jahr doch schon geimpft worden sein und es wurde an dem Tag nur vergessen einzutragen, wäre dann eine erneut erfolgende Impfung schädlich, bzw müsste ich mit Impfschäden rechnen? Davor habe ich in dieser Situation tatsächlich Angst.

Danke für Ihre Antwort!

Durch eine geeignete Organisation in der Arztpraxis sollte gewährleistet sein, dass durchgeführte Impfungen mit Datum, Bezeichnung und Chargennummer des Impfstoffes sowie Name, Anschrift und Unterschrift des impfenden Arztes bzw. der Ärztin im Impfpass dokumentiert sind. Dies dient einerseits einer zuverlässigen Information über den Impfstatus und ist andererseits auch aus juristischer Sicht insbesondere bei Auftreten von Nebenwirkungen bedeutsam.

Dem Robert Koch-Institut zufolge gelten grundsätzlich nur dokumentierte Impfungen als durchgeführt. Bei fehlenden oder lückenhaften Impfdokumenten empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO, nicht dokumentierte Impfungen nachholen zu lassen, um einen möglichst sicheren Impfschutz zu erzielen. Nach Einschätzung der STIKO kann eine nicht auszuschließende mögliche „Überimpfung“ mit einem eventuell etwas erhöhten Risiko für lokale Nebenwirkungen in Kauf genommen werden, um einen zuverlässigen Impfschutz zu gewährleisten (rki.de/…/FAQ01.html?nn=2391120. In der Regel würde auch von einer zusätzlich verabreichten Impfstoffdosis kein erhöhtes Risiko ausgehen. Nur in Ausnahmefällen kann es beispielsweise bei sehr häufigen Impfungen gegen Tetanus oder Diphtherie zu einer ausgeprägten lokalen Unverträglichkeitsreaktion kommen (rki.de/…/Art_01.html).

Wie bei allen Impfungen gilt: Falls es zu Beschwerden kommt, sollte ein Kinderarzt / eine Kinderärztin aufgesucht werden. Besteht der Verdacht, dass es sich um eine Nebenwirkung der Impfung handelt, die über das übliche Ausmaß von Impfreaktionen hinausgeht, muss der Arzt / die Ärztin eine Meldung an das Gesundheitsamt bzw. das Paul-Ehrlich-Institut vornehmen. Dann würde geprüft, ob es sich um einen Impfschaden handeln könnte.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nur allgemeine Hinweise geben, aber keine individuelle medizinische Beratung leisten können. Besprechen Sie Ihre Sorge am besten nochmals mit Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.