Weitere Impfungen bei Granulom?

1. April 2021

Liebes Gesundes Kind Team,

unser Sohn (8 Monate) wurde vor 2 Monaten mit Bexsero gegen Meningokokken Typ B geimpft.

Der Knubbel an der Einstichstelle hat sich bisher nicht zurückgebildet. Da diese Impfung ja (noch) nicht von der STIKO empfohlen ist und Studien darauf hinweisen, dass Kinder mit solchen Impfgranulomen sehr häufig Aluminiumkontaktalergien haben, fragen wir uns ob wir die geplanten 2 Folgeimpfungen wahrnehmen sollen, oder ob es in unserem Falle sinnvoller wäre, diese ausfallen zu lassen und auf einen vollständigen Impfschutz gegen Meningokokken Typ B zu verzichten.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Verhärtungen an der Impfstelle zählen zu den bekannten Nebenwirkungen nach der Verabreichung des Meningokokken-B-Impfstoffs. Ob es sich bei der von Ihnen beschriebenen Veränderung an der Einstichstelle um ein Impfgranulom handelt, sollten Sie bei Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin abklären lassen. Der Arzt bzw. die Ärztin muss den Verdacht auf Impfnebenwirkungen wie Granulome, die über übliche Impfreaktionen hinausgehen, an das Gesundheitsamt bzw. das Paul-Ehrlich-Institut melden.

Impfgranulome sind Gewebeneubildungen, die gelegentlich als Fremdkörperreaktion nach der Gabe von sogenannten Adsorbatimpfstoffen beobachtet werden, die wie der Meningokokken-B-Impfstoff als Wirkverstärker Aluminiumsalze enthalten (pei.de/…/3-2015.pdf). Studiendaten zufolge treten Impfgranulome bei etwa einem Prozent der Impfungen mit verschieden Impfstoffen auf. Bei 85 Prozent der Betroffenen wurde eine Kontaktallergie gegen Aluminium nachgewiesen.

Es wird diskutiert, ob eine zu oberflächliche Injektion des Impfstoffs die Entstehung von Granulomen begünstigt. Impfgranulome könnten möglicherweise auch dann entstehen, wenn Impfstoff äußerlich an der Kanüle haftet.

In der Regel sind Impfgranulome harmlos, bleiben ohne gesundheitliche Folgen und bilden sich in einem Zeitraum von bis zu zwei Jahren von selbst wieder zurück.

Ein Impfgranulom nach einer vorangegangenen Impfung zählt nicht zu den Kontraindikationen, bei denen nachfolgende Impfungen nicht gegeben werden dürften.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine individuelle Impfempfehlung geben können. Lassen Sie sich bezüglich weiterer Impfungen am besten von Ihrer Kinderärztin / Ihrem Kinderarzt individuell beraten, die / der im Zweifelsfall auch beim Impfstoffhersteller nachfragen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.