Welche Impfungen für Baby vor Reise nach Südostasien?

22. November 2019

Liebes Team der gesundes-Kind.de,

darf mein 3 Monate altes Baby, vor einer Reise in Südostasien, gegen japanische Enzephalitis geimpft werden? Das Teopenistitut in Hamburg sagt „nein“ nicht vor dem vollenden des ersten Jahres empfehlenswert, Kinderarzt sagt „ja“, es ist möglich. Was wäre Ihre Meinung/Ihr Rat dazu? Was sollten wir zusätzlich zu den in Deutschland empfehlen Impfungen (6-Fach Impfung und Rota Viren) beachten?

Für eine Antwort bedanke ich mich herzlich im Voraus.

Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis ist ab dem Alter von zwei Monaten zugelassen. Kinder im Alter von zwei Monaten bis drei Jahren erhalten zwei Impfungen mit jeweils einer halben Dosis, die im Abstand von 28 Tagen verabreicht werden. Im Einzelfall kann es Gründe geben, die gegen eine Impfung sprechen; fragen Sie am besten beim Tropeninstitut nach, warum Ihnen die Impfung gegen Japanische Enzephalitis erst ab einem Jahr empfohlen wird.

Generell sollte vor Reisen darauf geachtet werden, dass die Standardimpfungen gemäß Impfkalender der Ständigen Impfkommission STIKO auf dem aktuellen Stand sind. Den Impfkalender der STIKO können Sie einsehen unter gesundes-kind.de/…/. Bitte beachten Sie, dass im Alter von drei Monaten die Impfserien der Sechsfach-Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung (Poliomyelitis), Keuchhusten (Pertussis), Hib, Hepatitis B sowie der Pneumokokken-Impfung noch nicht abgeschlossen sind und somit der Impfschutz noch nicht komplett ist. Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung sowie die Windpocken-Impfung dürfen in diesem Alter noch gar nicht gegeben werden und die Impfung gegen Meningokokken C wird von der STIKO erst im Alter von 12 Monaten empfohlen.

Neben den Standardimpfungen empfiehlt das Auswärtige Amt für Südostasien verschiedene Reiseimpfungen, die je nach Reiseland variieren können. Dazu zählt insbesondere die Impfung gegen Hepatitis A, die allerdings erst ab dem Alter von einem Jahr möglich ist. Je nach Aufenthaltsbedingungen werden außer Impfungen gegen Japanische Enzephalitis unter anderem auch Impfungen gegen Hepatitis B, Typhus (erst ab dem Alter von zwei Jahren möglich) und Tollwut empfohlen. Bitte beachten Sie die detaillierten Reiseimpfempfehlungen und auch die Regelungen bezüglich Gelbfieber sowie die weiteren Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für die von Ihnen geplanten Reiseländer unter auswaertiges-amt.de/…/uebersicht-navi. Für einige Länder gelten besondere Empfehlungen für den Impfschutz gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis). Das Auswärtige Amt weist zudem ausdrücklich auf die Bedeutung des Masern-Impfschutzes hin.

Wie Sie in den einzelnen Länderinformationen nachlesen können, ist auch ein guter Schutz gegen Mücken unerlässlich, die außer Japanische Enzephalitis auch verschiedene andere Infektionskrankheiten übertragen können. Nicht alle Insektenabwehrmittel (Repellents) sind jedoch für Säuglinge geeignet. Wichtig ist auch eine konsequente Lebensmittel- und Händehygiene, um Magen-Darm-Infektionen vorzubeugen. Gerade im Säuglingsalter können Durchfallerkrankungen rasch zu einer lebensgefährlichen Austrocknung führen.

Bitte bedenken Sie, dass zu den Risiken durch altersbedingte Impflücken sowie Infektionskrankheiten, gegen die es keine Impfung gibt, bei einer Fernreise nach Südostasien auch der lange Flug und das ungewohnte Klima, Sonne und Hitze vor Ort hinzukommen, die eine besondere gesundheitliche Belastung für Säuglinge darstellen. Je nach Art der Reise können auch die Möglichkeiten der ärztlichen Versorgung vor Ort eingeschränkt sein.

Bitte wägen Sie bei Ihrer Reiseplanung die gesundheitlichen Risiken einer Fernreise für Ihr Kind sorgfältig ab und lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin ausführlich beraten. Eine individuelle reisemedizinische Beratung erhalten Sie auch bei einem reisemedizinisch tätigen Arzt / einer Ärztin bzw. beim Gesundheitsamt (Arztsuche z.B. fit-for-travel.de/…/).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.