Wespengiftallergie vererbt?

27. Juli 2016

Sehr geehrte Damen und Herren, der Vater meiner Tochter hat eine Wespenallergie wann kann ich testen lassen ob meine Tochter die Allergie geerbt hat? Mfg

Liebe Mutter,
wenn ein oder beide Elternteile eine Allergie haben, kann sich die Veranlagung eine Allergie zu entwickeln, tatsächlich auf das Kind vererben. Ist ein Elternteil betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit hierfür zwischen 20 und 40 Prozent. Es wird aber nicht die Allergie an sich vererbt, sondern nur die Veranlagung, dass das Immunsystem allergisch reagiert.
Das Kind wird daher auch nicht mit einer Allergie auf die Welt kommen, sondern eventuell im Laufe des Lebens eine Allergie entwickeln. Diese muss nicht zwangsläufig die gleiche sein, wie die der Eltern.
Eine Allergie kann sich erst entwickeln, wenn überhaupt ein Kontakt mit dem Allergen, also z.B. bestimmten Blütenpollen oder eben Wespengift stattgefunden hat. Das Immunsystem reagiert dann auf das Allergen, als wäre es ein Krankheitserreger, und bildet so genannte Antikörper. Bei einem zweiten Kontakt, also beispielsweise einem zweiten Stich, kommt es dann zu einer überschießenden, eben allergischen Reaktion.
Besonders gefährdet für eine Wespen- oder Bienenstichallergie sind Menschen, die häufig mit Wespen oder Bienen in Kontakt kommen; also z.B. Imker, Gärtner oder Bäckereiverkäufer.
Hilfreich für ein allergiegefährdetes Kind ist eine allergenarme Ernährung in den ersten Monaten des Lebens. D.h. in den ersten 4-6 Monaten sollte es am besten gestillt werden oder HA-Milchnahrung erhalten. Informationen zur Ernährung erhalten Sie z.B. beim AID (aid.de/…/praevention-von-allergien-und-asthma-2014.html).
Besteht der Verdacht auf eine Allergie, kann dies auch schon bei jungen Kindern beispielsweise mittels Bluttest untersucht werden.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne keine individuelle Beratung geben können, bester Ansprechpartner für Ihre Frage ist die behandelnde Kinderärztin oder der behandelnde Kinderarzt.

Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind Team

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Unser Expertenrat um Prof. Dr. med. Markus Knuf vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.