Zweite MMR-Impfung sinnvoll?

26. Januar 2016

SgExpertenrat,
ich habe eine Frage zur (unvollständigen) MMR-Impfung.
Mein Sohn ist gerade 10 Jahre alt geworden. Er hat im Alter von 18 Monaten eine MMR-Impfung erhalten, aber keine Wiederholungsimpfung. Auf die 1. MMR hat er keinerlei Reaktion gezeigt, während er damals auf alle anderen Impfungen mit den üblichen Beschwerden reagierte (Schwellung an der Einstichstelle, Fieber, Unruhe). Damals wurde mir gesagt, ich soll vor der Pubertät Antikörper (?) bestimmen lassen und danach entscheiden, ob die 2. Impfung notwendig sei. Unser jetziger Kinderarzt will nun ohne weitere Bestimmung impfen.
1. Erhöht man dadurch nicht das Risiko von Nebenwirkungen?
2. Welche Kosten entstehen für die Antikörperbestimmung?
MfG
E.B.

Sehr geehrte Mutter, sehr geehrter Vater,

Ihr Kinderarzt folgt ganz korrekt einer Empfehlung, die bereits seit vielen Jahren besteht. Bei der zweiten Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln handelt es sich nicht um eine Auffrischimpfung. Vielmehr erhalten damit die ca. 5 bis 10%, bei denen die erste Impfung nicht angeschlagen hat, eine zweite Chance, immun zu werden.

Die Ergebnisse der verfügbaren Antikörper-Tests sind unter Umständen nicht eindeutig. Heutzutage gilt die zweifach erhaltene Impfung als bester Anzeiger für Immunität. Ein Antikörpertest wird normalerweise nicht durchgeführt. Sollten Sie dies dennoch wünschen, erhalten Sie Informationen über die eventuell privat zu tragenden Kosten bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.

Die MMR-Impfung enthält lebende stark abgeschwächte Viren. Ist Immunität bereits vorhanden, reagiert das Immunsystem auf diese Impfviren wie auf Wildviren: Sie werden abgewehrt. Bei den abgeschwächten Impfviren ist das zudem wesentlich leichter als bei Wildviren. Langjährige Erfahrungen zeigen, dass den Geimpften keinerlei Nachteile entstehen, wenn vor der zweiten Impfung bereits eine (Teil-)Immmunität gegen Masern, Mumps oder Röteln besteht.

Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.