Gelbfieber-Impfung

Krankheitsbild Gelbfieber ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein. Nach anfänglich hohem Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen kommt es bei einem Teil der Erkrankten unter anderem zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie zu Funktionsverlusten der Leber oder Nieren, die zum Tod führen können.

Übertragung und Vorkommen

Das Gelbfieber-Virus wird durch Stechmücken übertragen und ist in Afrika und Südamerika verbreitet.

Vorbeugung

Den bestmöglichen Schutz vor Gelbfieber bietet die Impfung.

Impfstoff

Lebendimpfstoff zur Injektion (in der Spritze)

Impfempfehlung

Reiseimpfung gegen Gelbfieber bei Reisen in Risikogebiete in tropischen Regionen Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas

 

Unser Rat für Sie:

Erkundigen Sie sich vor Fernreisen, ob eine Gelbfieber-Impfung erforderlich ist. Die Impfung gegen Gelbfieber darf nur in von den Gesundheitsbehörden zugelassenen Impfstellen erfolgen. Eine bundesweite Liste der Gelbfieber-Impfstellen bietet zum Beispiel die Ärztesuche der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft e.V. oder auch die Ärztesuche unter www.fit-for-travel.de.

Wenn Sie noch mehr hierzu wissen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an die Experten der Universitätsklinik Mainz.

>> Kostenerstattung für Impfungen außerhalb des Impfkalenders

Krankheitsbild Gelbfieber

Symptome und Verlauf

Etwa 3 bis 6 Tage nachdem man von einer Stechmücke mit dem Virus infiziert wurde, setzt meist schlagartig hohes Fieber mit Kopf- und Gliederschmerzen ein. Übelkeit und Erbrechen, Nasenbluten sowie verlangsamter Herzschlag können hinzukommen. Nach 3 bis 4 Tagen bessern sich in der Regel die Beschwerden. Die meisten Patienten werden dann gesund.

Bei etwa 15 Prozent der Erkrankten entwickelt sich jedoch ein schweres Krankheitsbild. Das Fieber steigt bei fallendem Puls erneut an. Blutungen im Rachenraum, im Magen-Darm-Trakt, an der Haut und in anderen Organen können auftreten. Es kommt zu Nasenbluten, Erbrechen von Blut und blutigen Durchfällen. Befällt das Virus die Leber, entwickelt sich eine Gelbsucht.

Das Virus kann auch die Nieren oder das zentrale Nervensystem befallen.

Insgesamt sterben etwa 10 bis 20 Prozent aller Gelbfieber-Patienten. Die Gelbfieber-Infektion kann aber auch mit nur leichten grippeähnlichen Beschwerden über 1 bis 2 Tage oder unbemerkt verlaufen. Ist die Erkrankung überstanden, besteht lebenslange Immunität.

 

Erkennung und Behandlung

Das Beschwerdebild zusammen mit der Vorgeschichte (Aufenthalt in Afrika oder Südamerika) sollte den Verdacht auf Gelbfieber lenken. Die Diagnose wird durch Laboruntersuchungen gesichert.

Eine unmittelbar gegen das Virus gerichtete Behandlung steht nicht zur Verfügung. Lediglich die Krankheitszeichen können mit unterstützenden Therapiemaßnahmen gelindert werden, beispielsweise um das Fieber zu senken und den Kreislauf sowie die Gerinnung und andere Organfunktionen zu stabilisieren. Eine intensivmedizinische Behandlung kann erforderlich sein.

 

Übertragung und Vorkommen

Das Gelbfieber-Virus wird durch den Stich einer Mückenart übertragen, die in den tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas vorkommt. Sie ist tagaktiv und sticht meist während der morgendlichen oder abendlichen Dämmerung.

Stechmücken können das Gelbfieber-Virus zwischen unterschiedlichen Wirten übertragen, vor allem zwischen Affen, von Affe zu Mensch und von Mensch zu Mensch. Beim so genannten Dschungel-Zyklus zirkuliert das Virus zwischen Mücken und Affen im Regenwald. Vereinzelt übertragen die Mücken das Virus auch auf Menschen, die sich dort aufhalten. In dicht besiedelten Gebieten kann es zu einer ausschließlichen Viruszirkulation zwischen Mensch und Stechmücken (urbaner Zyklus) und in der Folge zu großen Gelbfieber-Ausbrüchen kommen. In der afrikanischen Savanne gibt es auch eine Mischform, den sogenannten intermediären Übertragungszyklus, der zu kleineren Epidemien führen kann.

Gelbfieber tritt in tropischen Gebieten Afrikas und Mittel- und Südamerikas auf.

Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge werden weltweit pro Jahr bis zu 200.000 Erkrankungsfälle und 60.000 Sterbefälle an Gelbfieber geschätzt.

Erkrankungen bei Reisenden sind dank der verfügbaren und für die Gelbfieber-Verbreitungsgebiete vorgeschriebenen Impfungen selten.

 

Vorbeugung

Zum Schutz gegen Gelbfieber steht eine Impfung zur Verfügung.

Impfung gegen Gelbfieber

Impfstoff

Der Lebendimpfstoff enthält abgeschwächte (attenuierte), das heißt vermehrungsfähige Gelbfieber-Viren, die aber nicht mehr krank machen. Die Impfviren werden in Hühnerembryonen gezüchtet.

 

Anwendung des Impfstoffs

Der Impfstoff wird unter die Haut gespritzt, bei Bedarf kann auch in die Muskulatur geimpft werden. Der Impfstoff kann ab dem Alter von 9 Monaten verabreicht werden. Bei Säuglingen im Alter zwischen 6 und 9 Monaten wird die Impfung gegen Gelbfieber in der Regel nicht empfohlen, eine Impfung sollte nur unter besonderen Umständen, beispielsweise bei einem größeren Gelbfieberausbruch, erfolgen.

Die Impfung gegen Gelbfieber darf nur in von den Gesundheitsbehörden zugelassenen Impfstellen erfolgen.

Früher wurde bei fortbestehendem Risiko eine Auffrischimpfung nach 10 Jahren empfohlen. Nach neueren Erkenntnissen ist jedoch von einem lebenslangen Impfschutz auszugehen und eine Auffrischimpfung ist daher in der Regel nicht erforderlich. Nach Angaben der Ständigen Impfkommission STIKO können eventuell folgende Personengruppen von einer Auffrischimpfung profitieren, da bei ihnen nach einmaliger Impfung möglicherweise kein lebenslanger Schutz besteht: Kinder, die im Alter von unter 2 Jahren erstmals geimpft wurden, insbesondere solche, die gleichzeitig zur Gelbfieber-Impfung eine MMR-Impfung erhalten hatten, Frauen, die in der Schwangerschaft geimpft wurden sowie HIV-Infizierte.

 

Wirksamkeit des Impfstoffs

Bei mehr als 96 Prozent der Geimpften sind neutralisierende Antikörper nachweisbar. Ein Impfschutz ist ab ca. 10 Tage nach Impfung anzunehmen. Die Dauer des Impfschutzes beträgt nach neueren Erkenntnissen lebenslang.

Wer geimpft sein sollte

Die Gelbfieber-Impfung ist eine Reiseimpfung, die für Personen notwendig ist, die in Gelbfieber-Gebiete reisen (siehe Karte Afrika und Karte Südamerika). Zahlreiche Länder verlangen bei der Einreise eine internationale Impfbescheinigung über die Gelbfieber-Impfung (siehe Liste der Weltgesundheitsorganisation WHO). Diese Bescheinigung wird entweder generell oder bei Einreise aus einem Gelbfieber-Gebiet gefordert und wird nur anerkannt, wenn die Impfung mindestens 10 Tage vor der Einreise verabreicht wurde. Der einmalige Gelbfieber-Impfnachweis hat lebenslange Gültigkeit. Entsprechende internationale Gesundheitsvorschriften sind im Juli 2016 in Kraft getreten.

Auch bei Reisen in Länder, in denen ein Gelbfieber-Risiko besteht, jedoch keine Impfbescheinigung gefordert wird, kann eine Gelbfieber-Impfung sinnvoll sein (siehe Länderinformation der WHO).

Reisende sollten die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für ihr Zielland beachten und sich bei einem reisemedizinisch tätigen Arzt/einer Ärztin beraten lassen. 

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Bei akuten, fieberhaften Erkrankungen, Beeinträchtigungen des Immunsystems durch Erkrankungen oder medizinische Behandlungen sowie bei einer Entfernung oder Erkrankung der Thymusdrüse darf nicht gegen Gelbfieber geimpft werden.

Bei Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffs oder Allergie gegen Hühnereiweiß darf ebenfalls nicht gegen Gelbfieber geimpft werden.

Säuglinge unter 6 Monaten dürfen nicht gegen Gelbfieber geimpft werden.

Während der Schwangerschaft sollte nur nach sehr gründlicher Abwägung von Nutzen und Risiko geimpft werden. Während der Stillzeit sollte möglichst nicht gegen Gelbfieber geimpft werden. Personen über 60 Jahre sollten nur unter besonderen Umständen geimpft werden, da bei ihnen das Risiko für schwere Nebenwirkungen erhöht ist.

Kann die Impfung gegen Gelbfieber aus medizinischen Gründen nicht durchgeführt werden, ist eine Befreiung von der Impfpflicht möglich. Das in diesem Fall notwendige Impfbefreiungszeugnis (Exemption Certificate) wird ebenfalls von einer Gelbfieber-Impfstelle ausgestellt.

Weitere Informationen finden Sie unter "Besondere Situationen & Erkrankungen".


Nebenwirkungen des Impfstoffs

Zu den möglichen Nebenwirkungen der Impfung gegen Gelbfieber zählen folgende Impfreaktionen und seltene Komplikationen:

Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Häufig ist die Impfstelle rot, geschwollen und schmerzt, die Lymphknoten in der Nähe können mit anschwellen. Als Reaktion des Immunsystems kommt es in den ersten Tagen nach der Impfung auch häufig zu leichtem Fieber und grippeähnlichen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Kopf-, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit.

Alle diese Erscheinungen sind nur vorübergehend und klingen in der Regel rasch und folgenlos ab.

Mögliche Komplikationen

Abgesehen von der Hühnereiweißallergie sind schwere allergische Reaktionen auf andere Bestandteile des Impfstoffs selten.
In sehr seltenen Einzelfällen kommt es zu schweren neurologischen Komplikationen (Yellow fever vaccine-associated neurologic disease, YEL-AND), die mit einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) und einer Hirnhautentzündung einhergehen, oder zu lebensbedrohlichen gelbfieberähnlichen Erkrankungen anderer Organe (Yellow fever vaccine-associated viscerotropic disease, YEL-AVD).

Weitere Informationen finden Sie unter „Mögliche Nebenwirkungen“.

Der Arzt bzw. die Ärztin wird Sie individuell beraten, ob eine Impfung gegen Gelbfieber für Ihre Reise erforderlich ist, und Sie vor einer Impfung ausführlich über Nutzen und mögliche Risiken aufklären. Weitere Hinweise finden Sie unter „Information vor der Impfung".

29.08.2018 / Redaktion Gesundes-Kind.de
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