Impfung gegen Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht)

Krankheitsbild

Die Hepatitis A ist eine Entzündung der Leber, die durch Hepatitis-A-Viren hervorgerufen wird. Diese kann zu Magen-Darm-Beschwerden und Gelbsucht führen. Eine Krankheitsdauer über Wochen bis Monate ist möglich.

Übertragung und Vorkommen

Hepatitis-A-Viren werden mit dem Stuhl ausgeschieden und durch Schmierinfektion sowie durch verunreinigtes Trinkwasser oder Speisen übertragen.

Hepatitis A kommt weltweit vor. Die Infektionskrankheit ist vor allem in den meisten tropischen Ländern, aber auch in Osteuropa und im gesamten Mittelmeerraum verbreitet.

Vorbeugung

Zuverlässigen Schutz vor Hepatitis A bietet die Impfung.

Reisenden wird außerdem empfohlen, auf eine konsequente Nahrungsmittel- und Sanitärhygiene zu achten.

Impfstoff

Es stehen verschiedene Impfstoffe mit abgetöteten (inaktivierten) Erregern zur Injektion (in der Spritze) zur Verfügung.

Impfempfehlung

für Personen mit erhöhtem Risiko;
für Reisende in Regionen mit hohem Hepatitis-A-Vorkommen

 

Unser Rat für Sie:

Vor Fernreisen, aber auch vor Reisen in den Mittelmeerraum oder innerhalb Europas, erkundigen Sie sich, ob eine Hepatitis-A-Impfung ratsam ist. Ihr Arzt/Ihre Ärztin oder das Gesundheitsamt berät Sie, ob Ihr Kind oder Sie zu einer Risikogruppe gehören, die auch in Deutschland geimpft sein sollte.

Wenn Sie noch mehr hierzu wissen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an die Experten der Universitätsklinik Mainz.

>> Kostenerstattung für Impfungen außerhalb des Impfkalenders

Krankheitsbild Hepatitis-A-Infektion

Symptome und Verlauf

Nach der Ansteckung mit Hepatitis A vergehen zwischen zwei und sieben Wochen (meist vier Wochen), bis die Krankheit ausbricht.

Im Vorläuferstadium kommt es zu Abgeschlagenheit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl mit Fieber, Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Im weiteren Verlauf kann die Entzündung der Leber zu einer Gelbsucht führen, die sich in einer hell- bis dunkelgelben Hautfarbe äußert. Der Harn färbt sich dunkelbraun, der Stuhl ist hell, die Haut juckt.

Die Hepatitis A heilt meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen folgenlos aus. Bei etwa jedem zehnten Patienten zieht sich die Krankheit jedoch über Monate hin. In Extremfällen kann die Krankheit bis zu einem halben Jahr andauern.

Eine Hepatitis A kann auch unbemerkt bleiben. Bei Kindern unter fünf Jahren treten bei mehr als 90 Prozent, bei Jugendlichen und Erwachsenen in etwa einem Viertel der Infektionen keine Krankheitszeichen auf.

In seltenen Fällen können sich Komplikationen entwickeln. Zu sehr schweren Verläufen mit oft tödlichem Ausgang kommt es in weniger als 0,1 Prozent der Fälle. Die Häufigkeit nimmt jedoch mit dem Alter und auch bei Vorschädigung der Leber zu.

Nach überstandener Hepatitis-A-Infektion besteht lebenslange Immunität.

 

Erkennung und Behandlung

Aufgrund des Krankheitsbildes wird der Arzt/die Ärztin eine Lebererkrankung vermuten und eine Blutprobe zur Untersuchung ins Labor schicken.

Eine ursächliche Behandlung der Hepatitis A steht nicht zur Verfügung, es können nur die Symptome gelindert werden. Die Patienten müssen Alkohol in jeder Form unbedingt vermeiden. Fettarme Nahrung empfinden die meisten Patienten als hilfreich.

Übertragung und Vorkommen

Die Übertragung von Hepatitis A erfolgt über eine Kontakt- oder Schmierinfektion von Mensch zu Mensch (fäkal-oral) oder durch Verzehr von verunreinigten Speisen wie z.B. mit Fäkalien gedüngtem Salat, Muscheln aus verunreinigten Meeresgebieten oder durch verunreinigtes Trinkwasser.

Die Hepatitis A kommt weltweit vor. Gehäuft tritt sie unter schlechten hygienischen Verhältnissen auf. In solchen Ländern infizieren sich die meisten schon im Kindesalter. Weit verbreitet ist Hepatitis A in Afrika, im Vorderen Orient, in Indien sowie in weiten Teilen Südostasiens und Südamerikas. Auch im Mittelmeerraum und in Osteuropa ist das Risiko erhöht (siehe Karte).

In Deutschland werden zwischen 500 und 1.000 Erkrankungsfälle pro Jahr gemeldet. In einem Drittel bis der Hälfte der Fälle handelt es sich dabei um eine Reisegelbsucht, mit der sich die Erkrankten im Ausland angesteckt haben.

Vorbeugung

Gegen Hepatitis A stehen Impfungen zur Verfügung.

Daneben sollten persönliche und allgemeine Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Auf Reisen in Risikogebiete sollte Trinkwasser vor der Verwendung abgekocht werden. Lebensmittel sollten gut durchgegart sein, Gemüse sowie roh verzehrtes Obst sollten frisch geschält werden. Auf rohe Salate sollte verzichtet werden ("Boil it, cook it, peel it or forget it").

Impfung gegen Hepatitis A

Impfstoff

Hepatitis-A-Impfstoff enthält abgetötete (inaktivierte) Hepatitis-A-Viren.

Kombinierter Hepatitis-A/B-Impfstoff enthält zusätzlich eine Komponente mit Teilen des Hepatitis-B-Virus, dem Hepatitis-B-Oberflächenantigen (HBsAg).

Kombinierter Hepatitis-A/Typhus-Impfstoff enthält neben inaktivierten Hepatitis-A-Viren eine Komponente mit Teilen (Vi-Polysacchariden) der Kapsel des Bakteriums Salmonella typhi.

 

Anwendung des Impfstoffs

Die Impfstoffe werden in den Muskel gespritzt. Falls notwendig, kann ausnahmsweise unter die Haut gespritzt werden.

Kinder können in der Regel ab dem ersten Geburtstag gegen Hepatitis A geimpft werden.

Für einen langfristigen Schutz gegen Hepatitis A sind zwei Impfungen mit Einzelimpfstoff im Abstand von sechs bis zwölf Monaten bzw. sechs bis 18 Monaten (je nach Impfstoff) erforderlich.

Wenn vor einer Reise nötig, kann auch eine kurzfristige einmalige Impfung - für begrenzte Zeit - zuverlässig gegen Hepatitis A schützen. Der Impfschutz ist nach höchstens 14 Tagen aufgebaut und damit bevor es nach einem Kontakt mit Hepatitis-A-Viren zum Ausbruch der Erkrankung kommen würde. Bei Impfstoffen für Kinder mit reduzierter Dosis ist allerdings erst nach bis zu vier Wochen von einem Immunschutz auszugehen.

Mit dem Hepatitis A/B-Kombinationsimpfstoff, der außer gegen Hepatitis A gleichzeitg gegen Hepatitis B schützt, wird zur Grundimmunisierung drei Mal geimpft (die zweite Impfung erfolgt nach einem Monat, die dritte sechs Monate nach der ersten Dosis). In besonderen Fällen kann bei Erwachsenen auch innerhalb von drei Wochen (an Tag 0, 7, und 21 Tag) mit dem Hepatitis-A/B-Impfstoff geimpft werden. Bei diesem Schema wird eine weitere Dosis nach 12 Monaten empfohlen.

Ist neben einem Schutz vor Hepatitis A auch eine Impfung gegen Typhus erforderlich, kann ab einem Alter von 15 bzw. 16 Jahren (je nach Impfstoff) Hepatitis A/Typhus-Kombinationsimpfstoff verwendet werden. Für einen langfristigen Schutz gegen Hepatitis A wird nach einer kombinierten Hepatitis-A/Typhus-Impfung sechs bis zwölf Monate später eine Impfung mit Einzelimpfstoff gegen Hepatitis A empfohlen. Personen, die weiter einem Typhusrisiko ausgesetzt sind, sollten nach drei Jahren eine Auffrischung mit einem Einzelimpfstoff erhalten.

 

Wirksamkeit des Impfstoffs

Nach Abschluss der jeweiligen Impfserie bilden bei allen Einzel- und Kombinationsimpfstoffen nahezu alle Geimpfte schützende Antikörper gegen Hepatitis A.

Sind die Impfungen vollständig durchgeführt, hält der Impfschutz gegen Hepatitis A mindestens zehn Jahre an, bei 95 Prozent der Geimpften sogar mehr als 25 Jahre.

 

Wer geimpft sein sollte

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Hepatitis-A-Impfung für Personen mit erhöhtem Risiko. Dazu zählen:

  • Patienten mit Krankheiten der Leber bzw. Leberbeteiligung,

  • Patienten, die häufig Blutbestandteile übertragen bekommen (z.B. Hämophile/Bluter),

  • Personen, deren Sexualverhalten das Ansteckungsrisiko erhöht,

  • Bewohner von psychiatrischen oder ähnlichen Fürsorgeeinrichtungen,

  • Personen mit erhöhtem beruflichen Ansteckungsrisiko (einschließlich Auszubildende, Praktikanten, Studierende) sowie ehrenamtlich Tätige mit vergleichbarem Ansteckungsrisiko, insbesondere im Gesundheitsdienst, bei Tätigkeit in Kindertagesstätten oder Kinderheimen, Behindertenwerkstätten, Asylbewerberheimen u.ä. (einschließlich Personal in der Küche und im Reinigungsdienst) sowie bei Abwasserkontakt (z.B. Kanalisations- und Klärwerksarbeiter),

  • Reisende in Gebiete mit weiter Verbreitung der Hepatitis A (bitte beachten Sie die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für Ihr Reiseziel und lassen Sie sich bei einem reisemedzinisch tätigen Arzt/einer Ärztin beraten).

Bei Personen, die vor 1950 geboren wurden, die sich länger in Gebieten mit hohem Hepatitis-A-Vorkommen aufgehalten haben oder in Familien aus solchen Gebieten aufgewachsen sind, ist vor der Impfung eine Untersuchung auf Hepatitis-A-Antikörper sinnvoll, da bei positivem Ergebnis eine Impfung nicht notwendig ist.

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Impfstoffbestandteile (z.B. Neomycin) darf nicht geimpft werden.

Bei einer akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankung und Fieber ist die Impfung zu verschieben.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter "Besondere Situationen & Erkrankungen".

 

Nebenwirkungen des Impfstoffs

Zu den möglichen Nebenwirkungen der Impfung gegen Hepatitis A zählen folgende Impfreaktionen und seltene Komplikationen:

Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

An der Impfstelle kann es zu Schmerzen, Schwellungen oder Rötungen kommen. Allgemeinsymptome wie leichtes bis mäßiges Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit oder auch Magen-Darm-Beschwerden können ebenfalls auftreten. In sehr seltenen Einzelfällen erhöhen sich die Leberenzymwerte in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung.

Alle diese Erscheinungen sind nur vorübergehend.

Mögliche Komplikationen

Selten kommt es zu einer allergischen Hautreaktion (Juckreiz, Nesselsucht), sehr selten in schwerer Form (Erythema multiforme). Wie bei vielen Impfstoffen ist in sehr seltenen Einzelfällen eine anaphylaktische Sofortreaktion möglich.

Weitere Informationen finden Sie unter "Mögliche Nebenwirkungen".

Der Arzt bzw. die Ärztin wird Sie individuell beraten, ob eine Impfung gegen Hepatitis A für Sie oder Ihr Kind empfehlenswert ist, und vor einer Impfung ausführlich über Nutzen und mögliche Risiken aufklären. Weitere Hinweise finden Sie unter „Information vor der Impfung".

27.08.2018 / Redaktion Gesundes-Kind.de
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