Impfung gegen
Japanische Enzephalitis

Krankheitsbild

Die Japanische Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns, die durch Viren hervorgerufen wird. Die Erkrankung kann mild mit Fieber und Kopfschmerzen verlaufen, aber auch zu bleibenden Hirnschäden führen oder tödlich enden.

Übertragung und Vorkommen

Das Japanische-Enzephalitis-Virus (JEV) wird durch Stechmücken übertragen. Ein Infektionsrisiko besteht in Verbreitungsgebieten in der asiatisch-pazifischen Region.

Vorbeugung

Zum Schutz gegen Japanische Enzephalitis steht eine Impfung zur Verfügung. Zudem ist auf einen guten Mückenschutz zu achten.

Impfstoff

Totimpfstoff zur Injektion (in der Spritze)

Impfempfehlung

Reiseimpfung für Regionen, in denen die Japanische Enzephalitis verbreitet ist, sowie beruflich bedingte Impfung für Laborpersonal

 

Unser Rat für Sie:

Erkundigen Sie sich vor Fernreisen, insbesondere in die asiatisch-pazifische Region, ob eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis ratsam ist.

Wenn Sie noch mehr hierzu wissen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an die Experten der Universitätsklinik Mainz.

Krankheitsbild Japanische Enzephalitis

Symptome und Verlauf

Zwischen einer Ansteckung mit dem Japanische Enzephalitis-Virus (JEV) und dem Ausbruch der Erkrankung können 5 bis 15 Tage liegen.

Die meisten Infektionen verlaufen ohne Krankheitszeichen oder nur mit grippeähnlichen Beschwerden. Etwa einer von 250 Erkrankten mit Symptomen entwickelt jedoch eine schwere Entzündung des Gehirns (Enzephalitis). Dabei treten Symptome wie Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Verhaltensänderungen, Lähmungen, Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen auf. Etwa ein Drittel der schwer Erkrankten stirbt. Bei 30 bis 50 Prozent der schwer Erkrankten, die überleben, kommt es zu dauerhaften psychiatrisch-neurologischen Schädigungen mit Störungen der Motorik, Beeinträchtigungen der geistigen und sprachlichen Fähigkeiten oder zu wiederkehrenden Krampfanfällen.

Nach einer Infektion ist trotz nachweisbaren Antikör­pern ein lebenslanger Schutz nicht gesichert.

Erkennung und Behandlung

Entsprechende Krankheitszeichen während oder nach einem Aufenthalt in betroffenen Regionen weisen auf eine Japanische Enzephalitis hin. Durch Laboruntersuchungen kann die Diagnose gesichert werden.

Eine ursächliche, gegen das Virus wirksame Behandlung ist nicht bekannt. Unterstützende Behandlungsmaßnahmen haben zum Ziel, die Krankheitszeichen zu lindern und Erkrankte zu stabilisieren.

 

Übertragung und Vorkommen

Das Japanische-Enzephalitis-Virus (JEV) zählt zu den Flaviviren und ist in der asiatisch-pazifischen Region verbreitet (siehe Karte). In Europa wurde das Virus bisher nur bei Vögeln und Moskitos in Italien identifiziert, wobei dies keine lokale Viruszirkulation zur Folge hat.

Das Japanische Enzephalitis-Virus vermehrt sich vor allem in Wat- und Zugvögeln sowie Schweinen und kann durch den Stich infizierter Mücken, insbesondere Culex-Mücken, auf den Menschen übertragen werden. Culex-Mücken sind vor allem nach Sonnenuntergang und nachts aktiv, eine Übertragung am Tag ist aber nicht ausgeschlossen.

Zu Infektionen kommt es insbesondere in ländlichen Regionen mit Reisfeldern oder Schweinezuchtbetrieben sowie in wasser- und sumpfreichen Gebieten, aber auch in Randgebieten von Städten. Hauptsaison ist in tropischen und subtropischen Gebieten die Regenzeit und in gemäßigten Regionen der Sommer.

Schätzungen zufolge treten in den Verbreitungsgebieten pro Jahr knapp 68.000 Fälle mit Erkrankungssymptomen auf. Die Zahl der tatsächlichen Infektionen könnte jedoch wesentlich höher sein.

 

Vorbeugung

Zusätzlich zum Schutz vor Mückenstichen stellt die Impfung die einzig wirksame Vorbeugungsmaßnahme gegen die Japanische Enzephalitis dar.

Impfung gegen Japanische Enzephalitis

Impfstoff

In Deutschland ist gegen Japanische Enzephalitis ein Totimpfstoff für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab einem Alter von 2 Monaten zugelassen. Der Impfstoff enthält abgetötete (inaktivierte) Viren des Stamms SA14-14-2.

 

Anwendung des Impfstoffs

Der Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis wird meist in den Muskel des Oberarms gespritzt, bei Säuglingen ist auch eine Impfung in die Oberschenkelmuskulatur möglich.

Die konventionelle Grundimmunisierung besteht aus 2 Dosen im Abstand von 28 Tagen. Kleinkinder unter 3 Jahren erhalten jeweils die halbe Dosis. Bei Erwachsenen bis zum Alter von 65 Jahren ist auch ein Schnellschema mit zwei Impfungen im Abstand von 7 Tagen möglich. Eine Reiseimpfung gegen Japanische Enzephalitis sollte mindestens eine Woche vor einem möglichen Kontakt mit dem Erreger abgeschlossen sein.

Bei weiterhin bestehendem oder erneutem Infektionsrisiko wird nach 12 bis 24 Monaten eine weitere Impfstoffdosis gegeben. Weitere Auffrischimpfungen sollten bei Bedarf alle 10 Jahre erfolgen.

 

Wirksamkeit des Impfstoffs

Klinischen Daten zufolge weisen mehr als 93 Prozent der Kinder und Erwachsenen nach zwei Impfstoffdosen eine Immunität gegen das Japanische-Enzephalitis-Virus auf. Zur Immunität bei älteren Reisenden gibt es nur wenige Daten. Diese zeigen, dass das Impfansprechen ab dem Alter von 65 Jahren weniger gut ist als bei jüngeren Menschen.

Vorangegangene Impfun­gen gegen andere Flaviviren, wie z. B. die FSME-Impfung, können die Impfantwort gegen das Japanische-Enzephalitis-Virus verstärken.

 

Wer geimpft sein sollte

Reiseimpfung: Eine Reiseimpfung gegen Japanische Enzephalitis wird von der Ständigen Impfkommission STIKO empfohlen für:

  • Aufenthalte in Verbreitungsgebieten in Südost-Asien, weiten Teilen von Indien, Korea, Japan, China, West-Pazifik und Nordaustralien während der Übertragungszeit,
  • insbesondere bei Reisen in aktuelle Ausbruchsgebiete, Langzeitaufenthalt (über 4 Wochen), wiederholten Kurzzeitaufenthalten sowie voraussehbarem Aufenthalt in der Nähe von Reisfeldern und Schweinezucht (nicht auf ländliche Gebiete begrenzt).

Bei Reisenden, die sich während der Übertragungszeit, aber weniger als 4 Wochen in Verbreitungsgebieten aufhalten, sollten für eine Impfentscheidung weitere Risikofaktoren berücksichtigt werden, beispielsweise ein erhöhtes Risiko für schwere Erkrankungen bei einem Alter über 65 Jahren.

Für Kurzzeitreisende (unter 4 Wochen), die sich außerhalb der Übertragungszeit in Verbreitungsgebieten aufhalten, ist die Impfung nicht ausdrücklich empfohlen. Aufgrund der guten Verträglichkeit des Impfstoffs kann die Impfung aber auch bei Reisenden, die einen bestmöglichen Schutz wünschen, individuell erwogen werden.

Reisende sollten die Reiseimpfempfehlungen der STIKO sowie die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für ihr Zielland beachten und sich von einem reisemedizinisch tätigen Arzt/einer Ärztin beraten lassen.

Beruflich bedingte Impfung: Eine Impfung ist auch für Laborpersonal empfohlen, das mit vermehrungsfähigen Wildtypstämmen des Japanische-Enzephalitis-Virus arbeitet.

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Impfstoffbestandteile darf nicht geimpft werden.

Bei akuten fieberhaften Erkrankungen ist die Impfung zu verschieben.

Während einer Schwangerschaft und auch in der Stillzeit sollte die Impfung gegen Japanische Enzephalitis möglichst vermieden werden.

Weitere Einzelheiten sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Weitere Informationen finden Sie auch unter "Besondere Situationen & Erkrankungen".

 

Nebenwirkungen des Impfstoffs
Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Sehr häufige Nebenwirkungen bei Erwachsenen sind Lokalreaktionen an der Impfstelle, Kopf­- und Muskelschmerzen sowie Müdigkeit. Bei Kindern sind Lokalreaktionen sowie Fieber, Durchfall, grippeähnliche Symptome und Reizbarkeit die häufigsten Nebenwirkungen.

Alle diese Erscheinungen sind nur vorübergehend und klingen in der Regel rasch und folgenlos ab.

Mögliche Komplikationen

Allergische Reaktionen sind möglich.

Weitere mögliche Nebenwirkungen, die nach der Impfung gegen Japanische Enzephalitis auftreten können, sind in der Packungsbeilage des Impfstoffs aufgeführt.

Weitere Informationen finden Sie auch unter "Mögliche Nebenwirkungen".

Der Arzt bzw. die Ärztin wird Sie individuell beraten, ob eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis für Ihre Reise empfehlenswert ist, und Sie vor einer Impfung ausführlich über Nutzen und mögliche Risiken aufklären. Weitere Hinweise finden Sie unter „Information vor der Impfung".

08.09.2021 / Redaktion Gesundes-Kind.de
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