Mumps-Impfung

Krankheitsbild

Mumps äußert sich mit allgemeinem Krankheitsgefühl und Fieber. Charakteristisch ist eine Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, die auch nur einseitig auftreten kann.

Übertragung und Vorkommen

Mumps-Viren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten und Niesen sowie durch direkten Speichelkontakt übertragen.

Mumps ist weltweit verbreitet.

Vorbeugung

Nur die Impfung schützt.

Impfstoff

Lebendimpfstoffe zur Injektion (in der Spritze) stehen als Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung.

Impfempfehlung

Grundimmunisierung in der Regel ab dem Alter von elf Monaten durch zwei Teilimpfungen (als MMR- bzw. MMRV-Kombinationsimpfung);

bei Bedarf einmalige Impfung für Erwachsene (als MMR-Kombinationsimpfung)

 

Unser Rat für Sie:

Achten Sie bei Ihrem Kind auf einen möglichst frühen und vollständigen Impfschutz gegen Mumps durch zwei Impfungen. Am besten schauen Sie gleich mal in seinen Impfpass!

Wurden Sie nach 1970 geboren und haben viel mit kleinen Kindern und Jugendlichen zu tun, sollten Sie Ihren eigenen Impfschutz gegen Mumps ebenfalls überprüfen.

Wenn Sie noch mehr hierzu wissen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an die Experten der Universitätsklinik Mainz.

Krankheitsbild Mumps

Symptome und Verlauf

Nach der Ansteckung vergehen in der Regel 16 bis 18 Tage bis zum Ausbruch der Krankheit. Mumps beginnt häufig mit Unwohlsein, Kopf-, Hals-, Nacken- und Ohrenschmerzen sowie erhöhter Temperatur. Typischerweise schwillt wenige Tage später eine Ohrspeicheldrüse an. In drei Viertel der Fälle greift die Schwellung auf die andere Ohrspeicheldrüse über. Seltener werden noch weitere Speicheldrüsen von Mumps befallen, unter anderem kann auch die Bauchspeicheldrüse mit betroffen sein. Rund die Hälfte der Infektionen verläuft ohne oder nur mit geringfügigen Krankheitszeichen, so dass die Erkrankung oft nicht erkannt wird.

Im Rahmen einer Mumps-Erkrankung kann es zu einer Reihe von Komplikationen kommen. So tritt bei bis zu 10 Prozent der Patienten eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auf. Bei bis zu einem von hundert Erkrankten kommt es zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), die zu bleibenden Schäden führen oder in Einzelfällen tödlich verlaufen kann. Bei etwa 4 Prozent der Fälle tritt eine vorübergehende Taubheit ein, die in Einzelfällen, meist einseitig, dauerhaft bestehen bleibt.

Etwa ein Viertel der männlichen Patienten, die nach der Pubertät an Mumps erkranken, entwickelt eine Hodenentzündung. Sie heilt meist aus, kann in seltenen Fällen aber zu Unfruchtbarkeit führen. Bei weiblichen Patienten nach der Pubertät kommt es in jedem zwanzigsten Fall zu einer Entzündung der Eierstöcke, bei fast jeder dritten erwachsenen Frau entwickelt sich eine Entzündung der Brustdrüse.

Weitere mögliche Komplikationen sind Entzündungen der Nieren, der Gelenke oder des Herzmuskels.

 

Erkennung und Behandlung

Ärztinnen und Ärzte erkennen Mumps anhand des typischen Krankheitsbildes. Gesichert wird die Diagnose meist durch eine Blutuntersuchung im Labor.

Eine wirksame, ursächliche Behandlungsmöglichkeit gibt es nicht. Es werden nur die Beschwerden gelindert.

 

Übertragung und Vorkommen

Erkrankte können die Mumps-Viren sieben Tage vor bis neun Tage nach Beginn der Speicheldrüsenschwellung weiterverbreiten. Auch Infektionen ohne Krankheitszeichen sind ansteckend.

Das Mumps-Virus wird durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen. Auch durch direkten Speichelkontakt kann eine Ansteckung erfolgen, seltener ist eine Übertragung über Gegenstände, an die Speichel gelangt ist.

Mumps ist auf der ganzen Welt verbreitet. In Ländern mit breiten Impfprogrammen gegen Mumps ist die Häufigkeit deutlich gesunken, so auch in Deutschland.

Es kommt jedoch international und auch in Deutschland immer wieder zu regional begrenzten Ausbrüchen, zunehmend unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor allem in Ausbildungseinrichtungen wie weiterführenden Schulen und Universitäten sowie Sportvereinen. Neben unzureichenden Impfquoten im Kindesalter, vor allem für die zweite Impfung, spielt dabei unter anderem auch ein nachlassender Immunschutz (siehe „Wirksamkeit“) eine Rolle.

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 699 Mumpsfälle gemeldet, fast zwei Drittel der Betroffenen waren 15 Jahre und älter. Von den Mumpskranken, bei denen der Impfstatus bewertet werden konnte, waren 106 vollständig geimpft, so dass in diesen Fällen von Impfdurchbrüchen ausgegangen werden muss.

 

Vorbeugung

Gegen Mumps steht eine Schutzimpfung zur Verfügung.

Impfung gegen Mumps

Impfstoff

Die Impfstoffe enthalten abgeschwächte, lebende Mumps-Viren (Lebendimpfstoff). Mumps-Impfstoff wird in Kombination mit anderen Impfstoffen verabreicht: Hierfür stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, die außer gegen Mumps auch gegen Masern und Röteln (MMR-Impfstoff) bzw. gegen Masern, Röteln und Windpocken (Varizellen) (MMRV-Impfstoff) schützen.

 

Anwendung des Impfstoffs

Die Impfstoffe werden unter die Haut gespritzt oder in den Muskel.

Die Grundimmunisierung gegen Mumps im Kindesalter erfolgt in zwei Teilimpfungen: Die erste Impfung wird im Alter von 11 bis 14 Monaten, die zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten empfohlen. Unter bestimmten Umständen, beispielsweise vor Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung, kann bereits ab einem Alter von neun Monaten geimpft werden.

Die Kombinationsimpfstoffe können zeitgleich mit den meisten anderen Kinderimpfstoffen verabreicht werden.

Auffrischimpfungen sind nicht vorgesehen.

Erwachsene erhalten bei Bedarf (siehe „Wer geimpft sein sollte“) zum Schutz gegen Mumps eine einmalige MMR-Impfung.

 

Wirksamkeit des Impfstoffs

Nach der ersten MMR- oder MMRV-Impfung bilden über 90 Prozent der Geimpften Antikörper gegen Mumps, nach der zweiten Dosis sind es nahezu 100 Prozent. Die Wirksamkeit gegen Mumps liegt jedoch niedriger als diese Raten, da für einen ausreichenden Immunschutz weitere immunologische Faktoren eine Rolle spielen.

Nach einer einmaligen MMR-Impfung kann die Mumpserkrankung bei 64 bis 66 Prozent der Geimpften verhindert werden (Effektivität 49 bis 92 Prozent) und nach zweimaliger Impfung bei 83 bis 88 Prozent (Effektivität 66 bis 95 Prozent).

Neben einer unzureichenden Immunantwort auf die Impfung können ein über die Zeit nachlassender Immunschutz (waning immunity) sowie Unterschiede zwischen Impfstoffvirus und Ausbruchsstamm (Antigen-Mismatch) dazu führen, dass es zu Mumps-Erkrankungen auch bei Geimpften kommt. Personen, die trotz Impfung erkranken, haben meist einen leichteren Krankheitsverlauf als Nicht-Geimpfte.

 

Wer geimpft sein sollte

Die Mumps-Impfung ist eine allgemein, von den Gesundheitsbehörden öffentlich empfohlene Impfung für alle Kinder ab einem Alter von elf Monaten. Bislang ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 17 Jahren sollten fehlende Impfungen baldmöglichst nachholen lassen.

Auch nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit wird empfohlen, sich gegen Mumps impfen lassen, wenn sie in Gesundheitsberufen Patienten versorgen oder wenn sie in Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindergärten, Tagesstätten, Krippen) oder in Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene tätig sind.

Bei Kontakt zu Mumpskranken sollten Ungeimpfte, Personen mit unklarem Impfstatus oder mit nur einer Impfung in der Kindheit möglichst innerhalb von drei Tagen eine Impfung (Postexpositionsprophylaxe) erhalten, um eine Erkrankung eventuell noch zu verhindern.

Weitere Informationen siehe: "Impfung nach einer möglichen Ansteckung".

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Bei einer akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankung und Fieber ist die Impfung zu verschieben.

Bei bestimmten Beeinträchtigungen des Immunsystems (siehe "Impfungen bei Immunschwäche"), während einer Schwangerschaft oder bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Impfstoffbestandteile, wie beispielsweise gegen Neomycin, darf nicht mit MMR- bzw. MMRV-Impfstoffen geimpft werden. Bei einer Neomycin-Kontaktallergie muss jedoch nicht unbedingt auf die Impfung verzichtet werden.

Bei einer Allergie gegen Hühnereiweiß darf geimpft werden, da MMR- bzw. MMRV-Impfstoffe nur geringste Spuren von Hühnereiweiß enthalten. Eine Ausnahme besteht jedoch, wenn nach Genuss von Hühnereiweiß schwere allergische Reaktionen aufgetreten sind. Kinder mit klinisch sehr schwerer Hühnereiweißallergie (z.B. anaphylaktischer Schock nach Genuss von geringsten Mengen von Hühnereiweiß) sollten unter besonderen Schutzmaßnahmen und anschließender Beobachtung (ggf. im Krankenhaus) geimpft werden.

Nach der Impfung mit MMR- oder MMRV-Impfstoff soll eine Schwangerschaft für einen Monat verhütet werden.

Weitere Informationen finden Sie unter "Besondere Situationen & Erkankungen".

 

Nebenwirkungen des Impfstoffs

Zu den möglichen Nebenwirkungen der Impfung gegen Mumps zählen folgende Impfreaktionen und seltene Komplikationen:

Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Mögliche Impfreaktionen aufgrund der Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem MMR- oder MMRV-Impfstoff sind Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle. Gelegentlich schwellen die Lymphknoten in der Nähe mit an. Außerdem kann es zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Mattigkeit und Unwohlsein kommen.

Hautausschlag kann auftreten. Gelegentlich wird nach der Impfung eine leichte "Impfkrankheit" beobachtet, die einer Masern-, Mumps-, Röteln- oder ggf. Windpocken-Erkrankung ähnelt. Vor allem bei Frauen kann es nach der Impfung zu Gelenkbeschwerden kommen.

Alle diese Erscheinungen sind nur vorübergehend.

Mögliche Komplikationen

Nach MMR- oder MMRV-Impfung kann in seltenen Fällen ein Fieberkrampf auftreten. Dieser bleibt in der Regel ohne Folgen. Die Impfstoffe sollten bei Kindern mit Hirnschäden oder mit Veranlagung zu Krampfanfällen nur mit Vorsicht angewandt werden.

In einzelnen Fällen wurde nach der Impfung eine verringerte Anzahl von Blutplättchen beschrieben. Dies klingt in aller Regel rasch und folgenlos wieder ab. Patienten mit einer verringerten Anzahl von Blutplättchen oder bei denen es nach vorheriger Impfung dazu kam sollten mit besonderer Vorsicht bzw. unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung geimpft werden.

Sehr selten kann es zu allergischen Reaktionen auf den Impfstoff kommen. g

Weitere Informationen finden Sie unter "Mögliche Nebenwirkungen".

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie vor der Impfung individuell beraten und ausführlich über Nutzen und mögliche Risiken aufklären. Weitere Hinweise finden Sie unter "Information vor der Impfung“.

11.07.2017 / MK
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