ADHS: Motorische Unruhe tritt besonders bei Konzentration auf

„Eltern und Lehrer deuten diese Aktivitäten oft fälschlich als „Abgelenktsein“, da diese Verhaltensweisen beim Anschauen von spannenden Filmen oder bei Videospielen in der Regel nicht auftreten. Dies liegt daran, dass dort Gefühle angesprochen werden und weniger Konzentration und Denken erforderlich ist. Hier nutzt der Heranwachsende mehr seine Sinne, um der Geschichte zu folgen“, erklärt Dr. Klaus Skrodzki, Vorstandsmitglied der AG ADHS. Forschern der Children’s Learning Clinic an der Universität von Central Florida zufolge müssen sich Kinder mit ADHS bewegen, wenn sie die Exekutivfunktionen im Arbeitsgedächtnis ihres Gehirns nutzen wollen.

Die Exekutivfunktionen lassen sich grob in drei Bereich unterteilen:

  • Reaktionshemmung: die Fähigkeit, andere Reize auszublenden, um eine Aufgabe durchzuführen.
  • Arbeitsgedächtnis: das Speichern, Sortieren und Bearbeiten von neuen Kenntnissen.
  • Flexible Aufmerksamkeitssteuerung: die Fähigkeit, abwechselnd unterschiedliche Aspekte einer Aufgabe zu beachten und zu bearbeiten.

„Mithilfe der Bewegung bleiben Kinder, die von ADHS betroffen sind, aufmerksam, wach und konzentriert. Dieses ‚Herumspielen‘ mit einem Gegenstand, Wippen oder Fußwackeln sollte den Kindern in einem gewissen Rahmen erlaubt sein, wenn im Klassenraum andere Kinder dadurch nicht gestört werden, z.B. durch häufige laute Geräusche. Und die Kinder mit ADHS dürfen sich selbst nicht gefährden, z.B. durch zu heftiges Kippeln mit dem Stuhl. Hier kann ein Sitzball manchmal hilfreich sein!“, rät Dr. Skrodzki.

Quelle: University of Central Florida, Journal of Abnormal Child Psychology
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04.12.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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