Corona-Ticker - stets aktuelle Infos zum Thema

Bereits mehr als 10.000 Coronavirus-Tote in den USA. Mehr als 95.900 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1400 Tote. Kanzleramt: Corona-App in kommenden Tagen oder Wochen einsatzbereit. Virologe: Vorsicht bei möglicher Schulöffnung in der Corona-Krise. Auch Japan erwartet Ausgangssperren wegen des Coronavirus. Studie: Zahlreiche Branchen sind Stabilitätsanker in der Krise. Weil: Schutzmasken gehören nach Corona-Krise zum öffentlichen Bild. Uni Erlangen: Fortschritte bei Therapie für Corona-Patienten.

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Schlagzeilen des Tages (06.04.2020)

(Quelle: dpa)

  • Bereits mehr als 10.000 Coronavirus-Tote in den USA
  • Mehr als 95.900 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1400 Tote
    In Deutschland sind bis Montagvormittag mindestens 95.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: 91.300 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Seit Sonntagabend haben sich die Zahlen kaum verändert, da lediglich Schleswig-Holstein seine Angaben aktualisiert hat.
    Mindestens 1418 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 1318). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.
    Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 24.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 383 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20.500 Fällen und mindestens 258 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner, verzeichnet Bayern mit einem Wert von 186,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 115,4. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.
  • Kanzleramt: Corona-App in kommenden Tagen oder Wochen einsatzbereit
    Die geplante Handy-App zur Analyse der Corona-Infektionswege ist nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun sehr bald einsatzbereit - schon in den kommenden Tagen oder spätestens Wochen. Weiter sagte der CDU-Politiker am Montag in der Sendung „Frühstart“ der RTL/ntv-Redaktion, eine solche Tracking-App sei Teil der Exit-Strategie der Bundesregierung, um die angeordneten Kontaktverbote und andere Beschränkungen schrittweise lockern zu können. Konkret werde darüber nach Ostern gesprochen.
    Zu den Voraussetzungen für Lockerungen zählen nach seinen Worten mehr Intensivbetten, aber eben auch eine verbesserte Kontaktverfolgung von Infizierten. „Dabei spielt die Tracking-App, die dem EU-Datenschutz genügen muss, eine entscheidende Rolle - und mehr Personal für die Gesundheitsämter.“
    Der Kanzleramtschef forderte zudem ein europaweit einheitliches Programm. „Wir brauchen das in jedem Fall EU-weit.“ Das begründe sich allein durch den europäischen Binnenmarkt und die zahlreichen Pendler, die jeden Tag die Grenze überquerten. „Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass es jetzt viele verschiedene Tracking-Apps gibt.“
    Es geht dabei um eine App, die Bürger freiwillig installieren könnten und die sie ohne Preisgabe von Namen oder Standortdaten anonymisiert warnt, wenn sie Kontakt mit einem bestätigten Infizierten hatten.
    Eine schnelle Verfügbarkeit dieser Technologie gilt als eine Möglichkeit, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, wenn irgendwann die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert werden.
  • Virologe: Vorsicht bei möglicher Schulöffnung in der Corona-Krise
    Virologe Hendrik Streeck mahnt zur Vorsicht bei der möglichen Wiederaufnahme des Schulunterrichts in Nordrhein-Westfalen nach den Osterferien. „Wenn wir die Schulen zu früh wieder öffnen, schaffen wir womöglich einen Multiplikator für das Virus, der dann wieder gefährlich sein kann“, sagte der Direktor des Bonner Instituts für Virologie der „WAZ“ (Montag). Streeck untersucht derzeit im Auftrag der NRW-Landesregierung, wie sich das Coronavirus im besonders betroffenen Kreis Heinsberg ausgebreitet hat.
    Es sei nicht leicht, das Risiko zu berechnen. „Wir wissen, dass die allermeisten Kinder gut mit einer Infektion umgehen können. Es gibt aber noch keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie oft Kinder ihre Eltern oder Großeltern unbemerkt anstecken“, sagte der Bonner Wissenschaftler.
    Wegen der Corona-Krise hat die Landesregierung alle Schulen in NRW bis zum 19. April geschlossen. Wie es nach diesem Datum weitergeht, soll am 15. April feststehen. Eine weitere Verlängerung der Schulschließungen könnte Auswirkungen auch auf die Abiturprüfungen haben. „Sollte ein Schulstart nach den Osterferien nicht möglich sein, müssen wir neu nachdenken“, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag).
  • Auch Japan erwartet Ausgangssperren wegen des Coronavirus
    Auch Japan steht wegen der Ausbreitung des Coronavirus kurz vor Ausgangssperren. Wie japanische Medien am Montag berichteten, will der rechtskonservative Ministerpräsident Shinzo Abe den Notstand für Tokio und andere Großstädte wie Osaka ausrufen.
    Damit werden die Behörden ermächtigt, die Bürger anzuweisen, in ihren Häusern zu bleiben und Schulen geschlossen zu lassen.
    Hintergrund ist ein zuletzt deutlicher Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus in der Hauptstadt Tokio sowie anderen großen Städten des Inselreiches wie Osaka. Im besonders schwer betroffenen Tokio waren am Sonntag weitere 143 Infektionsfälle bestätigt worden - der bislang höchste Anstieg innerhalb eines Tages. Damit zählt die japanische Millionenmetropole bereits mehr als 1000 Infektionsfälle.
    Seitdem die Spiele jüngst wegen der Pandemie auf den Sommer nächsten Jahres verschoben worden waren, nehmen die Infektionszahlen in Japan deutlich zu. Bis zum Sonntag zählte die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt 4563 Coronavirus-Fälle, davon rund 700 Menschen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Bislang sind 104 Todesfälle zu beklagen.
  • Studie: Zahlreiche Branchen sind Stabilitätsanker in der Krise
    Die deutsche Wirtschaft steht trotz aller Einschränkungen in der Krise nicht vollständig still. Nach einer Analyse des Instituts Prognos sind verschiedene Branchen momentan kaum oder nicht wesentlich betroffen. „Sie bilden damit das Fundament für Stabilität im aktuellen Ausnahmezustand“, heißt es in der Untersuchung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Mehr als 40 Prozent der Beschäftigten seien dort tätig. Diese Branchen stünden insgesamt für knapp 40 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland.
    Stabilitätsanker sind aus Prognos-Sicht vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen, der Bereich öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung sowie Erziehungs- und Unterrichtswesen. Zwar sind die Bildungseinrichtungen in Deutschland geschlossen, die Arbeit gehe aber vielerorts, dezentral und online, unvermindert weiter. Auch im Baugewerbe beobachtet Prognos derzeit noch keine signifikanten Kriseneffekte. Diese Bereiche stehen den Angaben zufolge zusammen für gut 21 Prozent der Bruttowertschöpfung. Fast 30 Prozent der Erwerbstätigen seien dort beschäftigt. Hinzu kämen unter anderem die Nahrungsmittel- und Futtermittelproduktion, der Lebensmittelverkauf, Postleistungen oder IT- und Informationsdienstleistungen.
  • Weil: Schutzmasken gehören nach Corona-Krise zum öffentlichen Bild
    Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht nach der Corona-Krise Veränderungen im gesellschaftlichen Leben auf die Menschen zukommen. Schutzmasken gehörten dann in Deutschland viel stärker zum öffentlichen Bild, sagte der 61-Jährige dem „Tagesspiegel“ (Montag). „Vielleicht nähern wir uns hier den asiatischen Verhältnissen an. Insgesamt scheinen manche asiatischen Gesellschaften besser vorbereitet gewesen zu sein auf diese Pandemie - auch aufgrund von vorangegangenen Erfahrungen - als das in den europäischen oder amerikanischen Gesellschaften der Fall gewesen ist.“ Der „gute alte Handschlag“ werde dagegen wohl in den Hintergrund treten.
    In der Frage der geltenden Ausgangsbeschränkungen werde das Osterfest ein echter Stresstest. Weil warnte vor verfrühten Exit-Debatten, die Frage stehe erst nach Ostern an. „Eine Lockerung wird erst dann möglich sein, wenn wir tatsächlich erkennen können, dass der bisherige Kurs Früchte getragen hat“, betonte er. „Erst wenn wir spürbar niedrigere Infektionsraten und den Eindruck haben, dass unser Gesundheitswesen gewappnet ist für das, was da kommen wird, können wir Erleichterungen in Erwägung ziehen.“ Schwierig bleibe es für Autobauer wie VW und andere große Unternehmen, weil die Konsumstimmung im Keller sei.

  • Uni Erlangen: Fortschritte bei Therapie für Corona-Patienten
    Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus setzt das Universitätsklinikum Erlangen auf die Transfusion von Blutplasma. Am Wochenende hat die Einrichtung die behördliche Zulassung für die Herstellung von therapeutischem Plasma erhalten, mit dem schwerkranke Covid-19-Patienten behandelt werden können sollen, wie Professor Holger Hackstein, Leiter der Abteilung für Transfusionsmedizin, mitteilte. Er sei froh, dass die entsprechenden Unterlagen von der Regierung für Oberfranken in Bayreuth zügig bearbeitet worden seien.

    In den vergangenen Tagen hatte die Uniklinik bereits ehemalige Covid-19-Patienten zu Blutplasmaspenden aufgerufen. Daraus soll der Wirkstoff gewonnen werden. Wer eine Covid-19-Erkrankung hinter sich hat, habe Antikörper entwickelt, erklärte Hackstein. Damit könne anderen Patienten geholfen werden. Die Resonanz auf den Spendenaufruf sei enorm gewesen. Innerhalb von 24 Stunden hätten sich 200 Menschen gemeldet. Nun werde geprüft, ob sie für Blutspenden geeignet sind.
    Dabei folge die Uniklinik einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI), nach der der Spender als Beweis, dass er die Krankheit hatte, einen positiven Coronatest und zwei negative Testergebnisse vorlegen müsse. „Wir lassen hier größtmögliche Sorgfalt walten.“
    Aus dem Spenderblut werde eine Mischung aus Plasma und Antikörpern gewonnen und eingefroren. Nach einer weiteren Prüfung könne diese Patienten verabreicht werden. „Die Antikörper greifen das Virus an und erleichtern es dem Patienten, das Virus zu eliminieren“, sagte Hackstein zur Wirkweise. Dadurch könne die Genesung beschleunigt und die Beatmung eines Patienten früher beendet werden. Es würden bei dieser Therapieform nicht die Symptome von Covid-19, sondern die Ursache - das Virus - bekämpft.

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Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder:

Die Länder versuchen, Notbetreuungen auf die Beine zu stellen. Es geht dabei aber vor allem darum, dass Eltern in sogenannten kritischen Berufen wie Polizei, Feuerwehr, Krankenpflege oder Rettungsdienst weiterhin zur Arbeit gehen können.

Fernseh- und Radiosender ändern ihr Programm.

Die ARD Mediathek stellt von nun an unter der Überschrift „Planet Schule - Lernen, wenn die Schule zu ist“ online Lerninhalte bereit, wie der Sender mitteilte.
Der Bayerische Rundfunk (BR) kooperiert nach eigenen Angaben mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus - und bietet unter dem Motto „Schule daheim“ ein Angebot zum Lernen zuhause via ARD-alpha, BR Mediathek und Infoportal „mebis“.
Auch der SWR baut sein Programm um: Ab sofort werden ab 8.00 Uhr ein „Tigerenten Club spezial“ und anschließend die Sendungen „Planet Schule“ und „Planet Wissen“ gesendet, hieß es.
(Quelle dpa, gekürzt)

Bundesministrium: Coronavirus und arbeitsrechtliche Auswirkungen

Was Arbeitnehmer und Eltern bei quarantänebedingtem Arbeitsausfall, Kita-Schließungen und geplanten Dienstreisen beachten sollten. Ein Überblick (Quelle: ZDF)

Weiter hilfreiche Informationen, Adressen und Links (BVKJ)

07.04.2020 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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